Burgenland, 02.01.2017

Der burgenländische Arbeitsmarkt im Dezember 2016

Erfreulicher Jahresausklang am burgenländischen Arbeitsmarkt


Deutlich positivere Entwicklung als erwartet: Gesunkene Arbeitslosenquote, neuer Beschäftigungsrekord und expansives Stellenangebot

Die Beschäftigung steigt im Burgenland im Vorjahresvergleich um 1,7 % und entwickelt sich damit sehr positiv. Ende Dezember 2016 liegt Zahl der unselbständig Beschäftigten bei 97.000 (Schätzung*). Bundesweit werden insgesamt rund 3.574.000 unselbständig Beschäftigte erwartet (+62.000 bzw. +1,8% im Vergleich zum Vorjahr).
Im Dezember nahmen 530 Arbeitslose mit Hilfe des AMS eine Beschäftigung auf. Im Durchschnitt beendeten sie ihre Arbeitslosigkeit nach 105 Tagen.

Die Arbeitslosigkeit sinkt um 3,3%. Grund dafür ist die positive Konjunkturentwicklung. Ende Dezember waren beim AMS Burgenland 12.937 Arbeitslose vorgemerkt (5.166 Frauen und 7.771 Männer). Im Vergleich zum November sticht der starke Anstieg der Saisonarbeitslosigkeit ins Auge (+36%).

Im Bundesländervergleich verzeichnen Tirol (-7,3%) und Salzburg (-5,8%) das stärkste Minus. Deutlich rückläufig ist die Entwicklung bei den Jugendlichen (-8,8%). Bei den Älteren (+0,1%) ist der negative Trend zum Stillstand gekommen. Die Zahl der Arbeitslosen mit einer Job-Einstellzusage (insgesamt 3.200) nahm um 8,6% ab. Auf Bundesebene hat sich Arbeitslosigkeit ebenfalls auf hohem Niveau eingebremst (Stand: 410.429).
Ende Dezember nahmen 1.551 BurgenländerInnen an Qualifizierungsangeboten des AMS teil (+64 bzw. +4,3% ggü. dem Vorjahr).  Inklusive SchulungsteilnehmerInnen lag die Zahl der Personen ohne Beschäftigung bei 14.488 (-373 bzw. -2,5% ggü. Vorjahr).

Helene Sengstbratl, Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland, zur aktuellen Arbeitsmarktlage:
Das Jahr beginnt mit einer erfreulichen Nachricht. Zum vierten Mal in Folge können wir von einer sinkenden Arbeitslosigkeit berichten. Der Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,5%-Punkte fiel im Dezember recht kräftig aus. Das Burgenland weist das relativ stärkste Wirtschaftswachstum in Österreich auf. Das absolute Niveau der Arbeitslosen inkl. SchulungsteilnehmerInnen ist mit 14.500 natürlich noch immer viel zu hoch.
Hoffnung machen der neuen Beschäftigungsrekord und der AMS-Stellenmarkt. Mit aktuell 600 sofort verfügbaren offenen Stellen können wir um 25% mehr Jobs als vor einem Jahr anbieten. Damit hat sich der burgenländische Arbeitsmarkt 2016 in Summe wesentlich besser entwickelt als vor einem Jahr prognostiziert.“

Auffallende Trends bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Burgenland (im Vergleich zum Vorjahr):

• Im Bereich  Metall-Elektro (-123 Arbeitslose) , Bau (-93),  TechnikerInnen (- 80),  Büro (-54), Land/Forst (-45), Bekleidung  (-34) bzw.  Reinigung (+34)
• Bei den AusländerInnen (+4,6%), Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen (+9,7%) und Langzeitarbeitslosen (+ 8,1%)
• Mehr Arbeitslose in den Bezirken Eisenstadt (+2,2%) und Oberpullendorf (+2,0%) – hingegen merklich weniger in Mattersburg (-7,4%), Oberwart (-7,5%) und Jennersdorf (-6,2%).

Die (geschätzte) Arbeitslosenquote (der Anteil der Arbeitslosen am gesamten Arbeitskräftepotenzial) lag mit 11,8% unter dem Vorjahresniveau (12,3%) und deutlich über dem Bundesschnitt (10,3%).

Der Bestand an offenen Stellen lag Ende Dezember bei 604 und damit um 25,6% über dem Vorjahresniveau. Österreichweit ist das Stellenangebot ebenfalls stark gestiegen (+42,0%). Im Dezember wurden rund 490 Stellen vom AMS Burgenland akquiriert – gleichzeitig an die 480 Stellen mit geeigneten Arbeitskräften besetzt. Die Besetzungsdauer betrug im Durchschnitt 30 Tage.

Ende Dezember standen auf dem Lehrstellenmarkt 148 Lehrstellensuchende (-2 ggü. Vorjahr) insgesamt 39 offene Lehrstellen (-2 ggü. Vorjahr) gegenüber. Derzeit nehmen an die 700 Jugendliche an einer Qualifizierung im Rahmen der Ausbildungsgarantie teil.