Die Arbeitsmarktlage 2010

Beschäftigung
Im März 2000 legte der Europäische Rat von Lissabon als EU-Zielwert für 2010 eine Gesamtbeschäftigungsquote von 70 % und eine Frauenbeschäftigungsquote von 60 % fest. Der Europäische Rat von Stockholm 2001 setzte als weiteres Beschäftigungsziel für 2010 eine Beschäftigungsquote von 50 % bei den älteren Arbeitskräften (55–64) fest.

Die Lissabon-Ziele wurden im Bereich der Gesamtbeschäftigungsquote und der Frauenbeschäftigung mehr als erreicht. Laut EUROSTAT lag die Gesamtbeschäftigungsquote Österreichs im Jahr 2010 bei 71,7 %.

Damit belegte Österreich innerhalb der Europäischen Union den vierten Rang. Die Niederlande (74,7 %), Dänemark (73,4 %) und Schweden (72,7 %) wiesen eine höhere Gesamtbeschäftigungsquote aus.

Mit einer Frauenbeschäftigungsquote von 66,4 % lag Österreich 2010 deutlich über dem
EU-Durchschnitt und hatte damit den Zielwert von Lissabon bereits überschritten.

Einen noch immer erheblichen Abstand zur Zielsetzung von 50 % gab es bei der Beschäftigungsquote älterer ArbeitnehmerInnen. Dort lag die Beschäftigungsquote 2010
bei 42,4 %.

 

Arbeitslosigkeit
Die Europäische Union wies für Österreich für das Jahr 2010 eine Arbeitslosenquote von 4,4 % (ein Minus von 0,4 Prozentpunkten gegenüber 2009) aus. Österreich hatte damit die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU. Den zweiten Platz belegten die Niederlande und Luxemburg mit einer Arbeitslosenquote von jeweils 4,5 %. Die Arbeitslosenquote der
EU-27-Staaten lag bei 9,6 %.

Im Jahr 2010 waren im Jahresdurchschnitt insgesamt 250.782 Personen arbeitslos gemeldet, das waren um 9.527 bzw. 3,7 % weniger als 2009. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung lag 2010 bei 6,9 %  (minus 0,3 Prozentpunkte gegenüber 2009).

Im Jahresdurchschnitt nahmen 73.190 Personen an einer Schulung des AMS teil. Das bedeutete einen Anstieg um 9.127 bzw. 14,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Werden SchulungsteilnehmerInnen und Arbeitslose zusammen genommen, dann hat sich deren Zahl gegenüber 2009 im Jahresdurchschnitt nur geringfügig verringert (–400 auf 324.172).

Auch 2010 gab es eine hohe Dynamik am österreichischen Arbeitsmarkt. Im Lauf des Jahres gab es insgesamt 1.003.496 Zugänge in die Arbeitslosigkeit (–8.196 bzw. –0,8 %) und 1.166.199 Abgänge (+29.792 bzw. +2,6 %) aus der Arbeitslosigkeit.

Die durchschnittliche Verweildauer in Arbeitslosigkeit betrug 2010 bei Frauen wie im Jahr 2009 92 Tage, bei Männern 96 Tage und lag damit insgesamt um einen Tag über dem Vorjahresniveau.

2010 ging die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 5,5 % und bei den Frauen um 1,0 % zurück. Insgesamt war die Arbeitslosigkeit der Frauen niedriger als die der Männer (Arbeitslosenquote: Frauen 6,3 %, Männer 7,5 %).

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