Der Kärntner Arbeitsmarkt
Monatsbericht
Männer weiter stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen
Die Beschäftigung (Schätzung) entwickelt sich in Kärnten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres rückläufig (-3.000); im Bundesdurchschnitt kommt es voraussichtlich zu einer Steigerung von 0,6%;
Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hat die Arbeitslosigkeit insgesamt um 13,3 Prozent zugenommen; (Österreich +8,5%);
Während bei den Männern die Arbeitslosigkeit um 19,2% angestiegen ist, kommt es bei den Frauen zu einem Anstieg um 7,2 Prozent;
Die Arbeitslosenquote steigt voraussichtlich um 1,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (Beschäftigtendaten liegen nur als Schätzung vor) und liegt im Berichtsmonat bei 10,1%; Österreich 7,3%;
Bei den Männern kommt es in allen Berufsbereichen zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit, wobei der Bau, Metall/Elektro, Hilfsberufe, Verkehr sowie die Techniker am stärksten betroffen sind;
Bei den vorgemerkten arbeitslosen Frauen kommt es vor allem im Fremdenverkehr, bei den Büroberufen, im Handel sowie bei den Reinigungsberufen zu einer Steigerung;
Die Jugendarbeitslosigkeit hat um 14,7% zugenommen; Österreich plus 5,1%;
Bei den Älteren Arbeitslosen kommt es zu einem Anstieg von 18,3%; Österreich +12,7%;
Bei den Langzeitarbeitslosen über 6 Monate kommt es zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit um 916 Personen (24,3%); bei den über einem Jahr Vorgemerkten zu einem Anstieg von 182 Personen (26,9%);
Einem Zugang an offenen Stellen in den Bereichen Metall/Elektro, Holz sowie im Fremdenverkehr steht ein Rückgang bei den offenen Stellen im Bau-, bei den Hilfsberufe sowie den Reinigungsberufen gegenüber; insgesamt erreicht Kärnten im Berichtsmonat April ein Minus von 5,6%; Österreich minus 12,2%
Vorgemerkte Lehrstellensuchende verzeichnen eine Zunahme um 11,5%;
gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gibt es um 3,5% weniger offene Lehrstellen wobei die größten Rückgänge in der Holzverarbeitung und im Fremdenverkehr verzeichnet werden;
der Stellenandrang (Lehrstellensuchende pro offener Lehrstelle) liegt bei 1,4 (Vorjahr 1,2)
Insgesamt befanden sich im Berichtsmonat 3.691 Personen in Schulungsmaßnahmen; (+337 / +10,0%); Österreich 79.999 (+10.005 / +14,3 %);
Halbjahresbericht 2012
Die Beschäftigungssteigerung von 0,9% reicht im ersten Halbjahr nicht aus, um Arbeitslosigkeit zu senken.
Die Beschäftigung hat in Kärnten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (Jänner bis Juni) um 0,9 Prozent zugenommen, wobei vom Beschäftigungsplus sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen profitierten;
Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hat die Arbeitslosigkeit insgesamt um 2,2 Prozent zugenommen, wobei vor allem Frauen von dieser Zunahme betroffen waren (+3,1%); Männer +1,5%;
Die Arbeitslosenquote wird gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres voraussichtlich um 0,1 Prozentpunkte steigen (Juni Beschäftigtendaten liegen nur als Schätzung vor) und liegt im Berichtszeitraum bei 9,6%;
Bei den Männern kommt es zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit in den Bereichen Bau, bei den Hilfsberufen sowie im Fremdenverkehr; Abnahmen sind bei den Technikern, Büroberufen sowie bei den Metallberufen zu verzeichnen;
Bei den vorgemerkten arbeitslosen Frauen kommt es im Fremdenverkehr, bei den Gesundheitsberufen, sowie im Handel und bei den Hilfsberufen zu einer deutlichen Steigerung; eine Senkung der Arbeitslosigkeit konnte bei den Büroberufen erzielt werden;
Die Jugendarbeitslosigkeit hat um 0,3% zugenommen; bei den Älteren Arbeitslosen kommt es zu einem Anstieg von 6,8%;
Während es bei den Langzeitarbeitslosen über 6 Monate zu einem Plus von 1,1% kommt, konnte bei den über einem Jahr Vorgemerkten eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit von 21,1% erreicht werden;
Insgesamt kommt es in allen Berufsbereichen zu einem Rückgang bei den offenen Stellen; besonders betroffen sind dabei die Bereiche Fremdenverkehr, Hilfsberufe, Bau, Metall, sowie bei den Gesundheitsberufen; in Kärnten kommt es insgesamt zu einer Reduktion der offenen Stellen um 20,2%;
Vorgemerkte Lehrstellensuchende verzeichnen eine Abnahme um 7,6%;
gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gibt es um 15,7% weniger offene Lehrstellen;
der Stellenandrang (Lehrstellensuchende pro offener Lehrstelle) liegt bei 1,4 (Vorjahr 1,3);
Insgesamt befanden sich im Berichtszeitraum durchschnittlich 3.310 Personen in Schulungsmaßnahmen (-33 / -1,0%);
Jahresbericht 2012
2012 - Geringste Beschäftigungsentwicklung der Bundesländer
Der Kärntner Wirtschaftsmotor läuft, wir liegen in der Beschäftigung 2012 erfreulicherweise wieder auf dem Niveau wie vor der Finanzkrise. Das Wirtschaftswachstum hat jedoch nicht ausgereicht, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Auch 2012 mussten wir eine Zunahme des Arbeitslosenpotentials verzeichnen. Im Jahresschnitt waren 24.000 Personen auf Arbeitsuche, davon 20.853 Arbeitslose und 3147 in Schulung. Mit dem massiven Einsatz von arbeitsmarktpolitischen Fördermitteln (60 Millionen Euro AMS plus 8,4 Millionen Euro Landesmittel im Rahmen des Territorialen Beschäftigungspakts) ist es aber gelungen, die Arbeitslosenquote auf 9,1 Prozent zu senken, ohne diese Mittel hätte sie 11,1 Prozent betragen.
Unter diesen Rahmenbedingungen ist es uns im Bundesländervergleich gelungen, das AMS Kärnten im internen Punkteranking an dritter Stelle zu platzieren. Für dieses Engagement und den Einsatz danken wir besonders unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Die Herausforderungen bleiben 2013 bestehen. Die Anzahl der durchschnittlichen Arbeitslosen wird nach den Prognosen mit rund 650 Personen zunehmen, gleichzeitig wird die Beschäftigung weiter steigen.
Mit dem Blick auf diese Entwicklung gilt es, das Betroffenheitsrisiko bestmöglich zu verteilen. Daher wird das AMS auch 2013 am sogenannten 2. gemeinnützigen Arbeitsmarkt Arbeit zukaufen. Dafür wird das AMS Kärnten in Summe 7,5 Millionen Euro aufwenden. Damit die Menschen fit für den ersten Arbeitsmarkt werden und bleiben.
Ein wichtiges Vorhaben für 2013 sehen wir im konsequenten Ausbau der early-intervention-Strategie. Jede/r Arbeitsuchende soll bereits am ersten Tag der Arbeitslosigkeit eine passende offene Stelle erhalten, oder ein passendes Schulungsangebot, das fit für den Arbeitsmarkt macht.
Ebenso wichtig ist die gute Kooperation des AMS mit der Kärntner Wirtschaft. Hier gilt es, die persönliche Zusammenarbeit mit den Unternehmen und Interessenvertretungen qualitativ auszubauen. Die Zufriedenheit bei der Passgenauigkeit der Vermittlung zu erhöhen und die verstärkte Ausrichtung der Schulungen nach den Bedarfen der Unternehmen stehen dabei im Focus. Deshalb werden gemeinsam mit den Unternehmen passgenaue Schulungsprogramme erarbeitet.
Arbeitslose sollen die Zeit der Arbeitslosigkeit sinnvoll für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen nutzen – für mehr Nachhaltigkeit in der zukünftigen Berufskarriere.
Dass die Herausforderungen 2012 so gut bewältigt werden konnten, war nur durch die Unterstützung der Partner des AMS Kärnten, des Landes Kärnten, der Sozialpartner und der Träger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen möglich. Ihnen danken wir im Namen des AMS Kärnten und persönlich sehr herzlich.
Franz Zewell Mag. Peter Wedenig
Landesgeschäftsführer AMS Kärnten stv. Landesgeschäftsführer



