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Prominenter Besuch im Frauenberufszentrum Schwechat: Minsterin Heinisch-Hosek und der Stv. Landeshauptmann Sepp Leitner überzeugen sich gemeinsam mit dem Schwechater Bürgermeister Hannes Fazekas vor Ort vom neuen AMS-Angebot
Frauenministerin Heinisch-Hosek besucht heute mit Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Leitner und dem Schwechater Bürgermeister Hannes Fazekas das neue Frauenberufszentrum in Schwechat.
Das Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ bietet arbeitslosen Frauen der Bezirke Bruck, Schwechat und Mödling ein innovatives Beratungs- und Kursangebot. Mitte Mai wurde hier das „Frauenberufszentrum“ eröffnet, das im Jahr 2010 bis zu 200 Frauen aus den Bezirken Schwechat, Bruck/Leitha und Mödling die Möglichkeit bietet, mit Hilfe maßgeschneiderter Laufbahnplanung, Workshops, anschließender Qualifizierung oder auch mit betrieblichen Praktika den Weg zurück ins Erwerbsleben zu finden.
Gabriele Fälbl, die Leiterin der regionalen AMS-Geschäftsstelle in Schwechat, und Werner Piringer, Leiter der regionalen AMS-Geschäftsstelle Mödling, freuen sich, ihren Kundinnen dieses neue, gezielt auf den Bedarf einer jeden einzelnen Teilnehmerin zugeschnittene Programm anbieten zu können. Das AMS NÖ pilotiert – mit Burgenland und Vorarlberg – als eine der ersten AMS-Landesorganisationen das Frauenberufszentrum, mit dem das arbeitsmarktpolitische Frauenförderprogramm weiterentwickelt werden soll. Mit der Umsetzung wurde vom AMS NÖ der Verein „zb - zentrum für beratung“ beauftragt, die Leiterin des Frauenberufszentrumgs ist Krista Susman.
Seit der Eröffnung Mitte Mai nutzten 51 arbeitslose Frauen aus den Bezirken Schwechat, Bruck und Mödling die Services des Frauenberufszentrums in Schwechat – bis zu 200 (aus den genannten Bezirken) können es bis zu Jahresende noch werden.
Zielgruppe: arbeitslose Frauen mit Interesse an einer vertieften beruflichen Weiterentwicklung
Die BeraterInnen des AMS machen in erster Linie jene Frauen auf das neue Angebot aufmerksam, die – unabhängig von ihrem aktuellen Ausbildungsniveau und beruflichen Vorkenntnissen – beruflich neu durchstarten müssen oder wollen und Interesse an Aus- und Weiterbildung haben. Die Teilnehmerinnen sind unter anderem Frauen, die keinen Beruf erlernt oder die Ausbildung abgebrochen haben, Wiedereinsteigerinnen nach der Familienpause sowie Migrantinnen, die sie über entsprechende Deutschkenntnisse verfügen.
Inhalte: Einzelberatung und Gruppentrainings
Das Angebot des Frauenberatungszentrums umfasst sowohl Einzelberatung als auch Coachings und Workshops in Gruppen. In den Gruppenworkshops werden Themen wie Bildungs- und Laufbahnplanung, Kommunikation und Konfliktmanagement, Gesundheitsförderung, EDV-Grundlagen, Bewerbungstraining sowie Deutschkonversation für Teilnehmerinnen mit migrantischem Hintergrund behandelt.
„Das Besondere am Frauenberufszentrum ist, dass zuerst die Interessen, Stärken und Potenziale der Frauen erarbeitet werden und dann – ausgehend von diesen – die Teilnehmerinnen nach dem Wahlpflichtprinzip frei aus den inhaltlichen Angeboten wählen können. Es gibt also keinen starren Gruppenstundenplan, der für alle gleich gilt“, berichtet Gabriele Fälbl, die Leiterein des AMS Schwechat. So nimmt jede Teilnehmerin entsprechend ihres Zieles Gruppentrainings, Einzelberatungen, Laufbahnplanungsangebote, gesundheitsfördernde Unterstützungsangebote, Aus- und Weiterbildungen externer Institute oder AMS-Kursangebote. Die Frauen werden nach individuellen Erfordernissen zwischen fünf Wochen und drei Monaten im Frauenberufszentrum unterstützt. Ziel ist der direkte Jobeinstieg entsprechend den Potenzalen der Teilnehmerinnen oder die Nutzung entsprechender Bildungsangebote. – Sei es, dass sie aus dem AMS-Kursprogramm oder auch am freien Bildungsmarkt abrufbar sind und vom AMS gefördert werden.
Werner Piringer, der Leiter der regionalen AMS-Geschäftsstelle Mödling, ist froh, dieses neue Angebot für die Kundinnen zu haben: „Im Frauenberufszentrum gewährleisten wir individuelle Beratung und Betreuung, die die Frauen entweder möglichst sofort am Arbeitsmarkt oder in Kooperation mit uns durch das Nutzen weiterführender Qualifizierungsangebote umsetzen können. Von diesem Konzept erwarten wir uns rasch in den Arbeitsmarkt integrierte AMS-Kundinnen bzw. Klarheit für unsere Kundinnen und auch für unsere BeraterInnen, in welche Richtung wir den potenzialorientierten beruflichen Wiedereinstieg der Frauen optimal unterstützen können.“
Die Kosten des AMS für das Frauenberatungszentrum im Jahr 2010 belaufen sich auf rund 200.000,- Euro. Die Ergebnisse werden laufend evaluiert. Bei entsprechendem Erfolg soll das Modell österreichweit umgesetzt werden.
Arbeitmarkt NÖ: Frauenarbeitslosigkeit stagniert, weniger Männer arbeitslos
Ende Juli waren in Niederösterreich 18.340 Frauen bei den 23 AMS-Geschäftsstellen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 467 oder 2,5 % weniger als im Jahr davor. Die Arbeitslosigkeit bei den Männern ist noch stärker gesunken, konkret um 2.208 oder -10,0 % auf 19.769. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt aktuell bei Frauen 6,6 % (-0,2 %-Punkte im Vergleich zu Juli 2009) und bei Männern 5,9% (-0,7%-Punkte).
Mehr arbeitlosen Frauen gelingt der berufliche Wiedereinstieg
Dass auch trotz schwieriger Arbeitsmarktlage viele Frauen erfolgreich wieder einen Job finden, zeigen folgende Zahlen:
- 17.579 Niederösterreicherinnen haben heuer (bis Ende Juli) ihre Arbeitslosigkeit mit einer erfolgreichen Arbeitsaufnahme beendet. Damit haben bereits um 5,8 % mehr Frauen den Anschluss ans Berufsleben gefunden als im selben Zeitraum des letzten Jahres. Bei den Männern wurden die Arbeitsaufnahmen sogar um 8,3 % gesteigert.
- Seit Jahresbeginn nutzten 12.178 Frauen die Schulungsangebote des AMS NÖ. 46,7% der Schulungsteilnehmerinnen haben spätestens drei Monate nach Kursende ein neues Dienstverhältnis angetreten.
Besondere Angebote des AMS für Frauen
Gabriele Fälbl und Werner Piringer sind einer Meinung: „Das AMS bietet Frauen – nun ergänzt um das Angebot im Frauenberatungszentrum – ein umfassendes Dienstleistungs- und Kursangebot. Es ist unser Ziel und unsere Aufgabe, mit diesen Angeboten offensiv der nach wie vor vorhandenen Ungleichstellung der Frauen am Arbeitmarkt entgegenzuwirken.“
In den letzten Jahren ist zwar der Anteil der erwerbstätigen Frauen in Niederösterreich beständig gestiegen, vor allem bei den Teilzeitbeschäftigten. Die Erwerbsquote der Frauen mit 72% im Jahr 2009 liegt aber nach wie vor deutlich unter der der Männer (77,8%). Das Medianeinkommen der niederösterreichischen Frauen lag laut einer Auswertung der Arbeiterkammer im Jahr 2008 mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 1.367,- Euro um 725,- Euro unter dem der Männer in Niederösterreich. Frauen leisten überwiegend die unbezahlten familiären Betreuungs- und Versorgungsarbeiten und sind häufiger als Männer armutsgefährdet bzw. von Armut betroffen. Das AMS NÖ hat sich daher heuer – so wie in den letzten Jahren – zum Ziel gesetzt, Frauen am Arbeitsmarkt besonders zu fördern. So sollen 51,4% des zur Verfügung stehenden Förderbudgets, das sind 76 Millionen Euro, für arbeitsmarktpolitische Aktivitäten für Frauen aufgewendet werden, obwohl der Frauenanteil an den Arbeitslosen nur 46,8% beträgt.
Rückfragehinweis für die Redaktion:
AMS NÖ, Irene Klementschitsch, Tel.: 01/531 36-141 oder 0664/528 59 05


