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Niederösterreich, Baden, 17.08.2017

Aktion 20.000 in der Pilotregion Baden erfolgreich gestartet

47 Stellen besetzt und weitere 75 offene Stellen gemeldet


47 neue Jobs für Langzeitbeschäftigungslose der Generation 50+ konnten mit Stand 17. August im Rahmen der Aktion 20.000 besetzt werden. 75 weitere offene Stellen in Gemeinden und gemeinnützigen Einrichtungen wurden dem AMS Baden bereits gemeldet. „Unser ehrgeiziges Ziel, 100 ältere Arbeitslose im Rahmen des Aktion 20.000-Piloten im Bezirk Baden nach langer Arbeitslosigkeit bis Jahresende wieder zu beschäftigen, könnte rasch erreicht werden“, erklärt der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Niederösterreich, Karl Fakler. Das ist besonders erfreulich, denn von der langsam spürbaren Entspannung am niederösterreichischen Arbeitsmarkt infolge der guten Wirtschaftsdaten konnte vor allem die Generation 50+ bisher noch nicht profitieren. Im Gegenteil: In der Altersgruppe der über 50-jährigen gibt es weiterhin markante Anstiege bei den Arbeitslosenzahlen.

Während die Arbeitslosigkeit im Juli für alle anderen Altersgruppen sinkt, steigen die Arbeitslosenzahlen der 50+ um 6,1 % im Jahresvergleich. Die Zahl der bereits über ein Jahr beim AMS vorgemerkten Personen der Generation 50+ ist mit 10.620 (Stand Juli 2017) gegenüber dem Vorjahr sogar um 15,1% gestiegen. „Wir haben also dringenden Bedarf an zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Langzeitbeschäftigungslose“, begrüßt Karl Fakler die Initiative der Bundesregierung. Denn Ziel der Beschäftigungsinitiative ist es, zusätzliche Arbeitsplätze bei Gemeinden und gemeinnützigen Trägern einzurichten, die ausschließlich langzeitbeschäftigungslose Personen (1 Jahr Vormerkung beim AMS) im Alter ab 50 zur Verfügung stehen.

Anteil älterer Arbeitsloser in Baden sehr hoch
Der Bezirk Baden wurde als Pilotregion gewählt, weil hier der Anteil an Personen, die die Aktion 20.000 als Sprungbrett zurück ins Erwerbsleben nutzen sollen, besonders hoch ist. Von den derzeit 10.620 Personen, die 50 Jahre alt und bereits ein Jahr und länger beim AMS NÖ vorgemerkt waren, wohnt jeder achte im Bezirk Baden. „Mit der Aktion 20.000 geben wir Menschen wieder Hoffnung und schaffen neue Perspektiven. Mit einer kurzen aber intensiven Vorbereitung konnten wir dank unseres guten Drahtes zu Land, Gemeinden und den gemeinnützigen Einrichtung gut vorbereitet an den Start gehen“, so AMS-Chef Karl Fakler.

100 neue Jobs, 100 neue Chancen
Während der Pilotphase bis Ende Jahres werden 100 von ihnen einen Job finden. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Piloten in Baden fließen dann in die niederösterreichweite Ausrollung des Programms mit Jänner 2018 ein, hier soll es dann insgesamt bis zu 4.000 Stellen geben. Über die Aktion 20.000 werden Lohn- und Lohnnebenkosten eines kollektivvertraglich entlohnten Beschäftigungsverhältnisses für die Dauer von bis zu zwei Jahren bzw. vorläufig bis längstens 30. Juni 2019 gefördert. Die Förderung des AMS kann dabei bis zu 100% betragen. Diese Aktion hat zwei Fördermodelle: Neben den direkten Anstellungen bei Gemeinden bzw. gemeinnützigen Trägern/Vereinen und sozialen Unternehmen ist auch eine Anstellung über eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung via „Jugend und Arbeit“ möglich.

Aktion 20.000: Zusammenarbeit mit Land NÖ über gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung
Im Rahmen der Arbeitskräfteüberlassung werden förderbare Personen vom Landesverein „Jugend und Arbeit“ angestellt und für die Projektdauer an die Gemeinden/gemeinnützigen Einrichtungen im Bezirk Baden überlassen. Das Beschäftigungsausmaß muss grundsätzlich mindestens 30 Wochenstunden umfassen und pro Überlassungsmonat für Vollzeitbeschäftigung sind EUR 350,- zu entrichten. „Ich freue mich, dass die Aktion 20.00 in Niederösterreich so gut gestartet ist. Über das Projekt gemA, das vom Landesverein Jugend und Arbeit abgewickelt wird, haben wir schon in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen in der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung gemacht. So konnten über den Verein seit Projektstart vor drei Jahren 960 ältere Arbeitslose eine vorübergehende Beschäftigung finden“, so Landesrat Karl Wilfing.

Reger Zulauf seitens der Gemeinden im Bezirk Baden
Eine breite Beteiligung zeigt sich bisher seitens der Gemeinden im Bezirk. Von 22 der 30 Gemeinden im Bezirk liegen Stellenmeldungen vor. Besonders erfreulich ist, dass die Mehrheit der Gemeinden bereits signalisiert hat, dass sich die Beschäftigungen nicht nur auf den Förderzeitraum bis 30.6.2019 beschränken, sondern durchaus eine Weiterbeschäftigung nach dem Förderzeitraum geprüft wird. 39 der bereits vergebenen Arbeitsplätze werden über eine Eingliederungsbeihilfe mit bis zu 100% der Lohn- und Lohnnebenkosten gefördert, bei acht besetzten Stellen wird auf das erfolgreiche Modell der Arbeitskräfteüberlassung über den Verein Jugend und Arbeit zurückgegriffen.

In einem nächsten Schritt wird nun das AMS NÖ die zahlreichen Vereine im Bezirk kontaktieren. 256 eingetragene Vereine gibt es hier, die dem Kriterium „gemeinnützig“ entsprechen und von der Aktion 20.000 profitieren können.

Rückfragehinweis für die Redaktion:
Mag. Martina Fischlmayr, 01/531 36-140 oder 0664/83 50 517