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Niederösterreich, Bad Vöslau, 23.06.2017

AMS förderte Arbeitsplätze für 2.500 Jobsuchende aus dem Bezirk Baden

Sozialökonomischer Betrieb Startbahn zieht nach 20 Jahren Bilanz:


1997 wurde das gemeinnützige Beschäftigungsprojekt Startbahn in Bad Vöslau im Bezirk Baden gegründet. Ziel des Beschäftigungsprojektes war und ist die Arbeitsmarktintegration von langzeitbeschäftigungslosen und schwer vermittelbaren KundInnen des Arbeitsmarktservice (AMS) aus dem Bezirk Baden sowie jungen Menschen eine zukunftsweisende Ausbildung im Rahmen der überbetrieblichen Lehrausbildung zu ermöglichen. Seither haben sich etwa 2.500 Jobsuchende im Rahmen einer vom AMS geförderten Beschäftigung bei der Startbahn auf ihren beruflichen Wiedereinstieg vorbereitet. „In den letzten Jahren hat die durchschnittliche Integrationsquote in den Arbeitsmarkt zwischen 25 und 30% betragen. Vor dem Hintergrund einer schwierigen Arbeitsmarktlage ist das akzeptabel. Das Ergebnis liegt aber unter dem nö-weiten Schnitt und ist ausbaufähig“, erklärt der Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, Karl Fakler, im Rahmen der 20-Jahr-Feier, zu der auch Bundesminister Alois Stöger, der Präsident der Bundesarbeiterkammer (AK) Rudolf Kaske sowie der niederösterreichische ÖGB-Vorsitzendende und zugleich Präsident der AK NÖ Markus Wieser gekommen sind.

47 Transitarbeitsplätze sowie acht Ausbildungsplätze in den verschiedenen Beschäftigungsbereichen stehen derzeit bei der Startbahn zur Verfügung. Die ProjektteilnehmerInnen werden von der AMS-Geschäftsstelle Baden an den sozialökonomischen Betrieb vermittelt und für die Dauer von maximal einem halben Jahr im Rahmen eines Transitarbeitsplatzes angestellt. Es handelt sich dabei um langzeitbeschäftigungslose Kundinnen und Kunden sowie Personen, die es aus verschiedenen Gründen wie gesundheitliche Probleme besonders schwer haben, wieder einen Arbeitsplatz zu finden, sowie Lehrstellensuchende. Seit dem Jahr 2005 wird Jugendlichen aus der Region, bei denen die Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz nicht geklappt hat, die Möglichkeit geboten, im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrausbildung in der Startbahn-eigenen Tischlerei und Küche die Lehre zu absolvieren. „18 jungen Menschen aus dem Bezirk, davon ein Mädchen, haben mit einer Lehrausbildung begonnen. Derzeit werden sieben Jugendliche ausgebildet“, so der AMS NÖ-Chef.

Berufliches Sprungbrett für Langzeitarbeitslose sowie Jobsuchende der Generation 50+
Der sozialökonomische Betrieb Startbahn bietet viele verschiedene Beschäftigungsfelder, mit deren Hilfe sich die Jobsuchenden – rund 55% von ihnen sind Frauen – fit für den beruflichen Wiedereinstieg machen. Dazu gehören unter anderem eine Küche mit Catering-Service, Home- sowie Haus- und Garten-Service sowie die Tischlerei mit der Lehrwerkstatt. Die Startbahn ist darüber hinaus auch regionaler Nahversorger mit einer Imbissstube, angeschlossener Trafik und Post-Partner.

Die Anstellung bei der Startbahn ist auf sechs Monate befristet, wird vom Arbeitsmarktservice finanziell gefördert und bietet vor allem Langzeitarbeitslosen und AMS-KundInnen im Alter ab 50 die Chance, unterstützt durch ArbeitsanleiterInnen und BetreuerInnen wieder ins Erwerbsleben einzusteigen. Gelingt einer Startbahn-Transitarbeitskraft der Einstieg in den Arbeitsmarkt, rückt eine/r andere AMS-KundIn auf den freigewordenen Arbeitsplatz nach.

Erfolg: etwa jede/r 4. TeilnehmerIn steht im Berufsleben
So haben im letzten Jahr 143 Jobsuchende ein befristetes Dienstverhältnis bei der Startbahn begonnen, 61 absolvierten ein Arbeitstraining und 6 weitere starteten eine Lehrausbildung in der Holzwerkstatt bzw. Cateringküche. Gleichzeitig haben 107 TeilnehmerInnen ihre Beschäftigung beim sozialökonomischen Betrieb regulär beendet. 25 von ihnen stehen im Berufsleben. 74 sind wieder beim AMS arbeitslos vorgemerkt, 4 mussten aus gesundheitlichen Gründen ihre Beschäftigung bei der Startbahn abbrechen und 2 Personen gingen nach dem Dienstverhältnis bei der Startbahn in Alterspension.

In den Jahren 2013 bis 2015 (jüngste Daten) standen 25 bis 30% der TeilnehmerInnen drei Monate nach ihrem Ausscheiden von der Startbahn im Berufsleben.

Fördermittel kommen vom AMS NÖ
Der sozialökonomische Betrieb Startbahn wird durch das AMS NÖ finanziell unterstützt. 41% der Projektkosten erwirtschaftet die Startbahn aus seinen Beschäftigungsbereichen. Die Gesamtkosten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 beliefen sich auf rund 3,3 Millionen Euro, wobei rund 58% dieser Kosten (1,2 Millionen Euro) durch das AMS NÖ getragen wurden. Hinzu kommen noch rund 170.000,- Euro, die für die Lehrausbildungen anfallen.

„Seit dem Gründungsjahr 1997 bis einschließlich Ende letzten Jahres haben wir den sozialökonomischen Betrieb Startbahn mit fast 30 Millionen Euro gefördert, die letztlich 2.500 jobsuchenden BadenerInnen zu Gute gekommen sind“, erklärt Karl Fakler abschließend. Und die AMS-Unterstützung für die Startbahn wird weiter gehen, denn immerhin werden knapp ein Drittel (1.977; Daten Ende Mai) aller Jobsuchenden im Bezirk Baden bereits ein Jahr oder länger vom AMS betreut. Nö-weit beträgt dieser Anteil „nur“ ein Viertel.

Rückfragehinweis für die Redaktion:
AMS NÖ, Mag. Martina Fischlmayr, 01/531 36-140; 0664/83 50 517