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Niederösterreich, 01.08.2017

Juli-Arbeitslosigkeit sank um 3,4%

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Die österreichische Wirtschaft verzeichnete seit Jahresbeginn 2017 das höchste Wachstum seit sechs Jahren. Diese günstigen Impulse werden zumindest heuer noch anhalten. Die Unternehmen bewerten die aktuelle Lage und die Entwicklung in den kommenden Monaten äußerst optimistisch. Diese günstige Gesamtsituation führt auch Ende Juli zu erfreulichen Arbeitsmarktdaten und verstärkt somit den positiven Trend am nö. Arbeitsmarkt:

  • Arbeitskräfteangebot weiter steigend.
  • Stabile Beschäftigungsentwicklung mit steigender InländerInnenbeschäftigung.
  • Größter Rückgang der Arbeitslosigkeit im heurigen Jahr.
  • Rückläufige Arbeitslosenquote.
  • Merklich unter dem Vorjahresniveau liegende Jugendarbeitslosigkeit.
  • Allerdings keine Entspannung bei den über 50-jährigen Arbeitslosen.
  • Kräftiges Plus an gemeldeten offenen Stellen und Lehrstellen.

In Niederösterreich stehen Ende Juli 53.841 Arbeitslose bei den AMS-Geschäftsstellen in Vormerkung. Es ist dies – mit einem Minus von 1.913 Personen oder –3,4% gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres – der heuer bisher stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit in NÖ. „Es ist damit zu rechnen, dass durch die sich weiter verbessernde Konjunktur, den Beschäftigungsbonus und die vorerst in Pilotregionen gestartete „Aktion 20.000“ ein noch stärkerer Rückgang der Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten erwartet werden kann“, analysiert AMS NÖ-Chef Karl Fakler die Arbeitsmarktlage. „Dennoch werden derzeit Strukturprobleme wie Langzeitarbeitslosigkeit bzw. weiter steigende Arbeitslosigkeit bei Älteren und Personen mit gesundheitlichen Problemen von der Trendwende überdeckt“, so Karl Fakler.

In Summe ergeben sich Ende Juli 62.404 Jobsuchende, die entweder arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungsmaßnahmen des AMS NÖ sind (-2,1%). Die Arbeitslosenquote sank in Niederösterreich gegenüber dem Vorjahr um -0,4%-Pkte. auf 8,0%, österreichweit um -0,5%-Pkte. auf 7,6%.
Wie auch im Vorjahr profitieren von der derzeitigen Entwicklung größtenteils Männer (-1.532 od. -5,1%), bei den Frauen sinkt die Arbeitslosigkeit seit Juni dieses Jahres ebenfalls leicht (-381 od. -1,5%). Auch bei Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft geht die Arbeitslosigkeit heuer erstmals zurück (-2,6%; InländerInnen: -3,6%).
Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Jugendlichen ist im Vorjahresvergleich um erfreuliche 15,6% gesunken (abs. -1.053), die der Älteren (50plus) hingegen um 6,1% gestiegen (abs. 1.113).

Für gesundheitlich beeinträchtigte Personen (mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 9,1% gegenüber dem Vorjahr) und für Personen mit keiner oder geringer Qualifizierung bleibt die Arbeitsmarktlage aber nach wie vor besonders schwierig.

Sehr gute Beschäftigungssituation
NÖ verzeichnet nach wie vor Beschäftigungshöchststände: Der Beschäftigtenstand lag im Juni bei 614.932, das ist ein Zuwachs von 1,5% (od. 9.334 Personen). Auch im Juli rechnen wir mit einem Anstieg von zumindest 1,5% (+9.000 auf 618.000 unselbständig Beschäftigte).
Ein besonders starkes Beschäftigungsplus*) gibt es in der Altersgruppe 50Plus mit 5,3% (abs. +8.602). Vom Beschäftigungszuwachs können Männer (+5.800 od. 1,7%) viel stärker profitieren als Frauen (+3.534 od. 1,3%). Auch die InländerInnenbeschäftigung stieg erfreulicherweise im Vergleich zum Vorjahr merklich an (+3.503 od. 0,7%).
*) Aktuelle Zahlen: Juni 2017

Ausblick für das Jahr 2017: kleines Minus bei den Arbeitslosenzahlen in NÖ
Vor allem in der Ostregion Österreichs bleibt laut Wirtschaftsforschern heuer der Druck auf den Arbeitsmarkt durch weiter steigendes Arbeitskräftepotenzial hoch. „Wir rechnen damit, dass jahresdurchschnittlich etwa 665.600 Personen dem niederösterreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 8.800 Arbeitskräften oder 1,4%“, so Karl Fakler.
Dennoch wird sich im Jahresdurchschnitt 2017 vor dem Hintergrund der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung ein Minus vor den Arbeitslosenzahlen ausgehen. Das AMS NÖ erwartet für heuer höchstens 59.600 Arbeitslose, was einem Rückgang von -0,4% oder 200 Personen entspräche und einer Arbeitslosenquote von genau 9% (-0,1 %-Pkt. gegenüber 2016).

Zu den Arbeitsmarktdaten im Detail