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Wien, 15.02.2018

Mit "POLEposition" werden 1.200 Jugendliche in NÖ ausbildungs- und jobfit

Wegen großen Bedarfes weitere Aufstockung geplant


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Das Arbeitsmarktservice (AMS) und das Land NÖ starten ein gemeinsames Qualifizierungspro-gramm für junge Menschen in Niederösterreich, die ihre Schulpflicht zwar beendet haben, aber aus verschiedenen Gründen im österreichischen Bildungssystem bzw. am Arbeitsmarkt nicht Tritt gefasst haben. Bei „POLEposition“ haben rund 1.200 Jugendliche aus ganz Niederösterreich die Möglichkeit, Deutsch zu lernen, sich auf den Pflichtschulabschluss vorzubereiten und die eigene Zukunft selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Erste Prüfungen wurden bereits absolviert. Wegen großer Nachfrage wird das Programm Mitte des Jahres um weitere 350 Plätze aufgestockt.

Knapp 40% der arbeitslosen Jugendlichen in Niederösterreich haben maximal einen Pflichtschulab-schluss bzw. nicht einmal diesen. Im Rahmen der gesetzlichen Initiativen AusBildung bis 18 und mit der Ausbildungsgarantie hat das AMS NÖ das Ziel, jungen Menschen im Alter bis 24 Jahren über die Pflichtschule hinaus eine berufliche oder schulische Ausbildung zu ermöglichen. „Mit `POLEposition´ bieten wir das Fundament für eine weiterführende schulische Ausbildung, Lehre oder, wenn nicht anders möglich, für den unmittelbaren Berufseinstieg“, so AMS NÖ-Landesgeschäftsführer Karl Fakler. Mit der Umsetzung des Programms, das zur Hälfte vom Euro-päischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird und an insgesamt zwölf Standorten in ganz Niederöster-reich sowie einem weiteren in Wien 21. läuft, wurden die beiden Bildungsinstitute „die Berater“ und „ibis acam“ beauftragt.

Zielgruppe: ÖsterreicherInnen, MigrantInnen, Asylberechtigte und AsylwerberInnen
Das Programm „POLEposition“ bietet Platz für rund 1.200 TeilnehmerInnen in ganz Niederöster-reich. Es richtet sich in erster Linie an junge Menschen, die zwar das Pflichtschulalter erreicht haben, aber weder job- und noch ausbildungsfit sind. „Physische, psychische oder soziale Benachteiligung, Migrations- oder auch Fluchthintergrund sind die Ursachen, dass schulisches Basiswissen fehlt und den Start in eine selbststimmte Zukunft hemmt“, erklärt AMS NÖ-Chef Karl Fakler. 200 Kursplätze sind für AsylwerberInnen reserviert, die durch Einrichtungen des Land NÖ direkt zu „POLEposition“ vermittelt werden (sie stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und haben daher keine AMS-Vormerkung).

Per Ende Jänner befanden sich 800 Jugendliche im Programm, 40% von ihnen waren Mädchen. Die meisten Jugendliche (168) haben afghanische Staatsbürgerschaft, 119 kommen aus der Türkei, 116 sind ÖsterreicherInnen (teilweise mit Migrationshintergrund) und 90 stammen aus Syrien. Die Mehrheit der TeilnehmerInnen kann nicht einmal einen Pflichtschulabschluss vorweisen. Voraus-setzung für den Einstieg bei „POLEposition“ sind nachgewiesene Deutschkenntnisse auf dem Ni-veau A1 sowie eine Vormerkung bei einer AMS-Geschäftsstelle in Niederösterreich. Letzteres gilt nicht für die teilnehmenden AsylwerberInnen.

POLEposition – Perspektive, Orientierung, Lernen und Entwicklung
Das Angebot bei „POLEposition“ orientiert sich an den konkreten Erfordernissen der jugendlichen TeilnehmerInnen. Die wesentlichen Inhalte sind:

  • Erwerb der deutschen Sprachen bis zum Niveau B1 mit zertifiziertem Abschluss.
  • Vorbereitung auf den Pflichtschulanschluss oder auch Nachholen fehlender Kompetenzen (Bsp.: Deutsch, Mathematik, Englisch).
  • Absolvieren des Pflichtschulabschlusses in Kooperation mit dem niederösterreichischen Landesschulrat.

Unterstützt werden die Jugendlichen dabei von TrainerInnen und SozialpädagogInnen, die neben passenden Lerninhalten und -umfeld auch für persönliche Betreuung und Coaching sorgen und sie auch beim Aufbau der zukünftigen Kontakte unterstützen: in Schulen, zu Lehrbetrieben oder direkt in den Einstieg ins Berufsleben. Bis zu 18 Monate können die Jugendlichen im Programm bleiben.

Bis Ende Jänner haben bereits 157 Deutschprüfungen stattgefunden, die Mehrheit der Prüfungskan-didatInnen (74%) hat die Tests bestanden. Weitere 165 Jugendliche bereiten sich aktuell auf ihre zertifizierte Prüfung vor. Die ersten Prüfungen für den Pflichtschulabschluss finden noch im Februar statt. 215 Jugendliche befinden sich derzeit dafür in Vorbereitung.

Angebot wird aufgestockt
Voraussichtlich Mitte des Jahres 2018 wird „POLEposition“ in Folge starker Inanspruchnahme um weitere 350 Plätze in Niederösterreich aufgestockt. Der Aufwand für die 1.000 Plätze, die durch das AMS NÖ angeboten werden, beläuft sich auf knapp sechs Millionen Euro. Die Hälfte davon wird durch den ESF finanziert.

Rückfragehinweis für die Redaktion: Mag. Martina Fischlmayr, 01/531 36-140 oder 0664/83 50 517
Foto: Frank Helmrich