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Niederösterreich, 03.07.2017

Positiver Trend am niederösterreichischen Arbeitsmarkt hält an

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Die günstige wirtschaftliche Gesamtsituation führt Ende Juni zu erfreulichen Arbeitsmarktdaten und verstärkt somit den positiven Trend am nö. Arbeitsmarkt. Im heurigen Jahr sind in Niederösterreich der stärkste Beschäftigungsaufbau sowie der deutlichste Rückgang der Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 2011 zu verzeichnen. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten stieg im Durchschnitt des ersten halben Jahres um 9.250 (od. 1,6%). Parallel dazu sank die Arbeitslosigkeit um -132 (od. -0,2%). „Dennoch zeigen sich auf dem (nieder)österreichischen Arbeitsmarkt auch Strukturprobleme. Die massive Zunahme des Arbeitskräfteangebotes durch die Ostöffnung des Arbeitsmarktes, die Alterung der Erwerbsbevölkerung und die Umsetzung von Pensionsreformmaßnahmen tragen zu einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit bei“, analysiert AMS NÖ-Chef Karl Fakler die aktuelle Arbeitsmarktlage.

 

Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen nahm in den letzten Jahren weiter zu: Jede/r vierte arbeitslose Kunde/Kundin des AMS in Niederösterreich war per Ende Juni ein Jahr oder länger bei einer der 22 AMS NÖ Geschäftsstellen arbeitslos vorgemerkt.
"Trotz konjunktureller Erholung haben es bestimmte Personen, wenn sie einmal arbeitslos geworden sind, besonders schwer am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen", erklärt Karl Fakler.
Dazu gehören unter anderen Personen im Alter ab 50 Jahren: Während für junge Arbeitslose die Suche nach einem Arbeitsplatz nicht länger als 65 Tage dauert, brauchen jene der Generation 50+ schon 145 Tage, bis sie ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden können.
Die Aktion 20.000, die am 1. Juli mit einem Pilotmodell im Bezirk startet, soll hier Abhilfe schaffen.

Beschäftigungsaktion 20.000 – Bezirk Baden wird ab 1.7.2017 zur Pilotregion
Ziel dieser Initiative der Bundesregierung ist, über Förderung des AMS zusätzliche Arbeitsplätze bei Gemeinden und gemeinnützigen Einrichtungen einzurichten, die exklusiv langzeitarbeitslosen Personen (1 Jahr Vormerkung beim AMS ) im Alter ab 50 zur Verfügung stehen. Wie alle Bundesländer startet Niederösterreich mit einer Pilotregion. Der Bezirk Baden wurde gewählt, weil hier der Anteil an Personen, die die Aktion 20.000 als Sprungbrett zurück ins Erwerbsleben nutzen sollen, besonders hoch ist.

Über die Aktion 20.000 werden Lohn- und Lohnnebenkosten eines kollektivvertraglich entlohnten Beschäftigungsverhältnisses für die Dauer von bis zu zwei Jahren gefördert. Die Förderung des AMS kann dabei bis zu 100% betragen. Das Arbeitsmarktservice bietet auch attraktive Modelle im Weg über gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung an. In diesem Fall werden die förderbaren Personen beim Verein „Jugend und Arbeit“ angestellt und für ebenfalls längstens 2 Jahre gegen einen Kostenbeitrag an die Gemeinden und gemeinnützigen Einrichtungen im Bezirk Baden überlassen.

"Das AMS Baden hat sich sehr gründlich auf den Start der Aktion vorbereitet", weiß der AMS-Chef. 80 Stellenaufträge hat das AMS bereits von den 30 Gemeinden und anderen Organisationen aus dem Bezirk akquiriert, für einige Jobsuchende winken bereits fixe Zusage für Anfang Juli. "Wir rechnen damit, dass wir bis Jahresende 100 neue Dienstverhältnisse im Rahmen der Aktion 20.000 im Bezirk Baden fördern können", ist Karl Fakler zuversichtlich. Mit Jahresbeginn 2018 ist der bundesweite bzw. nö-weite Rollout der Aktion geplant.

Rückgang der Arbeitslosigkeit in NÖ um 2,5%
In Niederösterreich stehen Ende Juni 52.437 Arbeitslose beim AMS in Vormerkung, das sind um 1.327 weniger als im Vorjahr (-2,5%). In Summe ergeben sich 61.854 Jobsuchende, die entweder arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungsmaßnahmen des AMS NÖ sind (-1,5%). Die Arbeitslosenquote sank in Niederösterreich gegenüber dem Vorjahr um -0,3%-Pkte. auf 7,8%, österreichweit um -0,5%-Pkte. auf 7,6%.
Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Jugendlichen ist im Vorjahresvergleich um erfreuliche 15,5% gesunken (abs. -956), die der Älteren (50plus) hingegen um 7,3% gestiegen (abs. 1.290).
Für gesundheitlich beeinträchtigte Personen (mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 9,6% gegenüber dem Vorjahr) und für Personen mit keiner oder geringer Qualifizierung bleibt die Arbeitsmarktlage nach wie vor besonders schwierig. Während die Arbeitslosigkeit unter InländerInnen nach wie vor rückläufig ist (-3,4%), steigt sie bei Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in NÖ leicht an (+1,5%). Für diese Personengruppe bleibt es ebenfalls auf dem Arbeitsmarkt schwierig, da der Zuzug von (oft jüngeren und besser ausgebildeten) ungarischen, rumänischen, polnischen und slowakischen Arbeitskräften ungebrochen anhält.

Zu den Arbeitsmarktdaten im Detail