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Niederösterreich, Wiener Neustadt, 23.10.2017

Zahl der jobsuchenden Jugendlichen sinkt und Lehrstellenangebot steigt!

Lichtblick am niederösterreichischen Arbeits- und Lehrstellenmarkt:


Die gute Nachricht voran: Die Jugendarbeitslosigkeit in Niederösterreich nimmt deutlich ab und der Lehrstellenmarkt zeigt sich relativ entspannt: zwar mit einem kleinen Plus bei den Lehrstellensuchenden, aber auch mit einem erfreulich kräftigen Plus bei den freien Lehrstellen, die per Ende September dem Arbeitsmarktservice (AMS) bekannt waren. „Dieser erfreuliche Trend ist demografisch bedingt, aber auch Ergebnis unseres unermüdlichen Kampfes gegen Jugendarbeitslosigkeit“, erklärt der Leiter des AMS Wiener Neustadt im Rahmen eines Rundganges durch die AMS-Schul- und BerufsInfoMesse JOBmania. Die neuen Initiativen der Bundesregierung – die AusBildung bis 18 und die Ausbildungsgarantie für Jugendliche – sollen dafür sorgen, dass diese positive Entwicklung anhält und junge Menschen durch eine bessere Ausbildung auch mehr Chancen am Jobmarkt vorfinden.

Fast um ein Fünftel weniger Jugendliche im Alter bis 25 Jahren waren heuer Ende September in Niederösterreich bei einer der 22 AMS-Geschäftsstellen arbeitslos vorgemerkt: 5.276 oder um 1.242 (-19%) weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. 1.234 Personen waren Ende September lehrstellensuchend (sofort verfügbar) vorgemerkt – ein Plus von 85 oder 7,4% im Vorjahresvergleich. Dass die Wirtschaft jetzt und in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte braucht, ist am Lehrstellenmarkt spürbar: Das Angebot an freien Lehrstellen, das dem Arbeitsmarktservice in Niederösterreich am Ende des dritten Quartals bekannt war, lag mit 771 oder einem Plus von 42,8% klar über dem Niveau des Vorjahres! Die „Lücke“ an freien Lehrstellen ist somit im Vergleich zum Herbst 2016 um 146 Lehrstellen kleiner geworden (Lehrstellenlücken jeweils im September – 2017: 463; 2016: 609; 2015: 785).

Je besser die Ausbildung, desto rascher der Jobeinstieg
Ein positiver Schulabschluss und profunde Aus- und Weiterbildung sind für einen erfolgreichen Start ins Erwerbsleben unerlässlich. Für arbeitslose NiederösterreicherInnen (jeglichen Alters), die eine Lehrausbildung oder auch mehr in der Tasche haben, dauert die erfolgreiche Jobsuche derzeit im Schnitt 139 Tage. AMS-KundInnen, die nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen können, brauchen 163(!) Tage, bis sie einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben.

Die Initiativen AusBildung bis 18 und die Ausbildungsgarantie für Jugendliche im Alter bis 24 sollen es jungen Menschen ermöglichen, über die Pflichtschule hinaus eine berufliche oder schulische Ausbildung zu machen. „Wir haben hier in Kooperation mit dem Sozialministeriumservice eine Reihe von Angeboten, mit deren Hilfe Jugendliche sich in persönlichen Zukunftsfragen neu orientieren und mit einem passenden (Aus)Bildungsprogramm neu durchstarten können“, erklärt der Wiener Neustädter AMS-Chef Georg Grund-Groiss. Es ist damit zu rechnen, dass etwa 1.300 junge NiederösterreicherInnen, die die 2016/17 Schulpflicht beendet haben und unter 18 Jahre alt sind, derzeit keiner weiteren Ausbildung nachgehen. Genauere Daten liegen voraussichtlich im November vor.

„Die vom Ministerium eigens eingerichtete Koordinierungsstelle wird mit den Erziehungsberechtigten Kontakt aufnehmen und sie über die nächsten Schritte – Jugendcoaching des Sozialministeriumservice und/oder Kontaktaufnahme mit dem AMS – informieren“, so Georg Grund-Groiss weiter.

Vielfältiges Ausbildungsangebot des AMS NÖ
Das Arbeitsmarktservice hat ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot zusammengestellt, um jungen Menschen, die in Niederösterreich leben (Ausnahme junge AsylwerberInnen) und nur gering qualifiziert sind, eine für sie passende und zukunftsweisende Ausbildung zu ermöglichen. So wurden für das Ausbildungsjahr 2017/18 etwa 3.140 Ausbildungsplätze eingerichtet, die zum Lehrabschluss führen. 2.730 stehen allein im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrausbildung zur Verfügung. Darüber hinaus gewährt das AMS jenen Unternehmen, die am Arbeitsmarkt benachteiligte Lehrstellensuchende aufnehmen, eine eigene Beihilfe zur Lehrausbildung. Für Lehrstellensuchende ab 18 Jahren mit einer höheren Lehrlingsentschädigung wurde die monatliche Beihilfe nun entsprechend angehoben.

Das Arbeitsmarktservice leistet bei der Ausbildung von Fachkräften für die heimische Wirtschaft einen erheblichen Beitrag. „Fast jeder vierte der 4.814 Lehrverträge, die 2016 bei der Wirtschaftskammer NÖ eingegangen und protokolliert wurden, entfiel auf Ausbildungen im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrausbildung, in Lehrgängen oder Werkstätten, die vom AMS und dem Land NÖ finanziert wurden“, erklärt der Wiener Neustädter Geschäftsstellenleiter. Und die Erfolgsquote des Programms kann sich sehen lassen: Die rund die Hälfte der AbsolventInnen der Lehrwerkstätten bzw. der Lehrgänge steht spätestens nach einem Jahr im Erwerbsleben.

In diesem Jahr wurden bis Ende September fast 12.000 Personen im Alter bis 25 vom Arbeitsmarktservice mit einer oder mehreren Beihilfen beim beruflichen Einstieg unterstützt. Das sind um rund 6% mehr Jugendliche als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Umfangreiches Stellen- und Lehrstellenangebot!
Das Angebot an freien Stellen und Lehrstellen ist – bis auf eine kleine Unterbrechung im Juni dieses Jahres – seit 30 Monaten in Folge im Steigen begriffen. Per Ende September haben die niederösterreichischen Betriebe den AMS 62.363 freie Stellen zur Besetzung gemeldet. Das ist ein Plus von 14,4% gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Hinzu kommen noch 3.024 freie Lehrstellen, die in den ersten drei Quartalen dem AMS NÖ bekannt gegeben wurden.

Ein besonders Angebot gibt es Ende September in folgenden Bereichen:

• Metall/Elektroberufe: 1.833 freie Stellen und 152 freie Lehrstellen
• Fremdenverkehr: 872 freie Stellen und 192 freie Lehrstellen
• Handel und Verkehr: 1.323 freie Stellen im Handel und 395 im Verkehr sowie 171 freie Lehrstellen (in beiden Bereichen)

Rückfragehinweis für die Redaktion
Mag. Martina Fischlmayr, 01/531 36-140 oder 0664/83 50 517