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Niederösterreich, St. Pölten, 18.08.2010
Tag der offenen Tür bei GESA in St. Pölten: Ministerbesuch bei nö. Einstiegsrampe für SozialhilfebezieherInnen
Hohen Besuch empfängt die Gemeinnützige Sanierungs- und Beschäftigungs-GmbH – kurz GESA – bei ihrem „Tag der offenen Tür“ am 18. August in St. Pölten. Neben dem St. Pöltener Bürgermeister Matthias Stadler und der stellvertretenden Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ, Marion Carmann, hat sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer angekündigt, um sich vor Ort vom Erfolg des niederösterreichischen Modells zur Arbeitsmarktintegration für Sozial- und NotstandshilfebezieherInnen mit dem Namen MOSAIK zu überzeugen. Ab 1. September werden dann BezieherInnen der bedarfsorientierten Mindestsicherung das Angebot von MOSAIK nutzen.
Seit dem Jahr 1993 fördert das AMS NÖ den sozialökonomischen Betrieb GESA, der sich die nachhaltige Arbeitsmarktintegration von langzeitbeschäftigungslosen und behinderten Menschen zur Aufgabe gemacht hat. Seither wurden 900 Personen im Rahmen eines Transitarbeitsplatzes für maximal ein Jahr bei GESA angestellt und im Auftrag des AMS sowie des Bundessozialamtes betreut, beschäftigt und qualifiziert. Die Schulungs- und Beschäftigungsbereiche umfassen Sanierungs- und Reparaturarbeiten (wie MalerInnen-, MaurerInnenarbeiten oder Parkettarbeiten), Baustoffrecycling, Abbruch- und Reinigungsdienste genauso wie Grünraumpflege oder auch Reinigungs-, Hausbetreuungs- und Büroservices.
Rund 380 der (ehemaligen) GESA-TeilnehmerInnen haben seit dem Jahr 1993 den erfolgreichen Einstieg in den 1. Arbeitsmarkt geschafft. Die Integrationsquote in den letzten Jahren lag bei rund 40%. Das AMS NÖ hat den sozialökonomischen Betrieb in den Jahren 1993 bis 2010 mit rund 8,24 Millionen Euro gefördert und damit die Hälfte der Förderkosten für GESA getragen. 18% der Förderkosten werden vom Bundessozialamt und 12% vom Land NÖ zur Verfügung gestellt. Ein Fünftel der laufenden Kosten erwirtschaftet GESA aus den Erlösen seiner Beschäftigungsbereiche.
MOSAIK als erfolgreiche Einstiegsrampe für Sozial- und NotstandshilfebezieherInnen
Bereits im Jahr 2008 haben das Land NÖ und das Arbeitsmarktservice NÖ mit Blick auf die bevorstehende Mindestsicherung ein eigenes Modell für ein schrittweises Heranführen von arbeitsmarktfernen Personen entwickelt. MOSAIK richtet sich an Personen, die ohne besondere Betreuung keine Chance auf einen Einstieg in den Arbeitsmarkt haben und deren Erfolgsaussichten auf einen beruflichen (Wieder-)Einstieg im Rahmen einer vom AMS geförderten Beschäftigung bei einem passenden Projekt nur sehr gering sind. Zur Zielgruppe gehören unter anderem Personen mit Migrationshintergrund bzw. Menschen, die nicht mehr als einen Pflichtschul- oder Sonderschulabschluss vorweisen können.
Im ersten Halbjahr 2010 hat das AMS NÖ in Kooperation mit dem Land NÖ bei 13 niederösterreichischen Beschäftigungsprojekten 63 MOSAIK-Kursplätze eingerichtet, wo bisher 109 Personen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren betreut wurden (und werden). MOSAIK bietet individuell angepasst Arbeitstrainings mit intensiver sozialpädagogischer Betreuung bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung. Dazu gehören unter anderem Berufsorientierung sowie fachliches Training in den verschiedenen Beschäftigungsbereichen der jeweiligen Projekte oder sozialökonomischen Betriebe.
70% der TeilnehmerInnen werden von den AMS-Geschäftsstellen ausgewählt und zur Betreuung an MOSAIK vermittelt. Ein knappes Drittel kommt über soziale Einrichtungen zu MOSAIK oder nutzt das Angebot eigeninitiativ. Die Mehrheit von ihnen (zwei Drittel) bezieht zum Zeitpunkt des Einstiegs bei MOSAIK Notstandshilfe oder Sozialhilfe und verfügt über keine abgeschlossene Berufsausbildung.
30% der MOSAIK-TeilnehmerInnen in einem Projekt oder im Berufsleben
Maximal sechs Monate werden die TeilnehmerInnen bei MOSAIK betreut. Danach folgt entweder der Wechsel zu einem Beschäftigungsprojekt oder der Einstieg in den 1. Arbeitsmarkt. Im ersten Halbjahr 2010 ist 30% der niederösterreichischen MOSAIK-TeilnehmerInnen der Anschluss oder zumindest die Annäherung an ein „ausbaufähiges“ Berufsleben gelungen. Bei GESA waren dies bisher acht von 27 TeilnehmerInnen.
Gefördert vom Europäischen Sozialfonds, AMS und Land
Pro Jahr kosten 63 die nö-weit eingerichteten MOSAIK-Kursplätze für rund 200 TeilnehmerInnen 1,26 Millionen Euro. Das entspricht rund 6.300,- Euro pro Person. Rund 45% der Fördermittel werden vom Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung gestellt. Weitere 34% (oder 428.000,- Euro) finanzieren das AMS NÖ und ein Fünftel das Land NÖ.
Langzeitarbeitslosigkeit in NÖ sinkt!
Verhinderung bzw. Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit ist eine zentrale Herausforderung für das AMS NÖ. Das AMS NÖ hat sich für 2010 zum Ziel gesetzt, knapp 5.500 Langzeitbeschäftigungslosen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Neben der Förderung von Beschäftigungsaufnahmen mit Lohnkostenzuschüssen für Betriebe hat das AMS NÖ heuer für rund 2.500 Personen Transitarbeitsplätze bei gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten und sozialökonomischen Betrieben eingerichtet. Weiters stehen allein für diese Zielgruppen 1.800 Qualifizierungsangebote zur Verfügung. Die Zahl der Personen, die bereits ein halbes Jahr und länger erfolglos auf Arbeitsuche sind, ist per Ende Juli gegenüber dem Vorjahr um -15,4% auf 8.100 gesunken. Per Ende Juli ist über 5.826 langzeitbeschäftigungslosen NiederösterreicherInnen der berufliche Wiedereinstieg gelungen!
Rückfragehinweis für die Redaktion:
AMS NÖ, Mag. Martina Fischlmayr, 01/531 36-140; 0664/83 50 517



