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Niederösterreich, 01.10.2012
NÖ Arbeitsmarkt September 2012: Krise im Euro-Raum schlägt nur zum Teil auf Arbeitsmarkt durch
Nach dem unerwartet kräftigen Wachstum zu Jahresbeginn expandierte die österreichische Wirtschaft im 2. Quartal nur noch um 0,1%. Damit hat sich die Konjunktur deutlich abgekühlt, doch ist diese Entwicklung angesichts der Rezession im Euro-Raum als relativ gut zu bezeichnen. Der Ausblick ist aber gedämpft. Die Arbeitslosigkeit steigt gegenüber dem Vorjahr nach wie vor an.
Die Situation auf dem niederösterreichischen Arbeitsmarkt spiegelt die realwirtschaftliche Entwicklung nur zum Teil wider. Vor allem der anhaltende Beschäftigungsaufbau verläuft nicht im Einklang mit der Konjunktur. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten ist Ende September laut Schätzung um 7.000 höher als im Vorjahr (+1,3%), wobei ca. 91% der zusätzlichen Beschäftigung auf Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft entfallen, davon wiederum 73% auf Personen aus den acht neuen EU-Mitgliedsstaaten. Insgesamt kommen jedoch nur 4,4% der Beschäftigten aus den acht neuen Ost-Ländern.
Obwohl der Stellenmarkt im Vergleich zum Vorjahr leicht eingetrübt ist (Rückgang beim Bestand an gemeldeten offenen Stellen), konnte das AMS NÖ in den letzten vier Monaten um 1.173 mehr offene Stellen akquirieren als zur gleichen Zeit des Vorjahres (+5,8%). Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt in NÖ mit 6,0% knapp unter dem Österreichschnitt von 6,1%.
Insgesamt waren beim AMS Niederösterreich Ende September 38.057 Arbeitslose vorgemerkt, das sind um 2.685 (od. 7,6%) mehr als im Vorjahr. Nach wie vor sind Männer (+8,9%) vom Anstieg der Arbeitslosigkeit in NÖ stärker betroffen als Frauen (+6,2%), AusländerInnen (+15,5%) deutlich stärker als ÖsterreicherInnen (+6,3%) und über 50-Jährige (+13,8%) stärker als Jugendliche (bis 25 Jahre: 2,5%).
Im September startete das AMS NÖ ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm mit in summe 1.800 Schulungsplätzen für junge Menschen. Allein 1.350 Plätze davon entfallen auf Berufsorientierungskurse im Rahmen der überbetrieblichen Lehrgänge. „Wir setzen somit unsere Qualifizierungsoffensive mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel fort“, betont AMS NÖ-Vize-Chefin Marion Carmann. „Wer keine Ausbildung hat, die über die Pflichtschule hinausgeht, hat auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen, denn von der steigenden Arbeitslosigkeit sind vor allem Personen mit geringer Qualifikation betroffen. So besteht der Arbeitslosenzuwachs Ende September zu knapp 50% aus Personen, die maximal einen Pflichtschulabschluss aufweisen.“
„Am Lehrstellenmarkt liegt die Zahl der Lehrstellensuchenden um 12% über der des Vorjahres, da sich im Vorjahr bereits knapp 800 Jugendliche in den Berufsvorbereitungslehrgängen befanden, während diese heuer um ein Monat später beginnen und erst 450 Jugendliche begonnen haben,“ analysiert Marion Carmann. Auch die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen liegt unter der des Vorjahres (-7,1%).
Antworten auf die Frage „Was soll ich werden oder lernen?“ gibt es bei der Schul- und BerufsInfo-Messe JOBmania, die das AMS NÖ zwischen 16. und 18. Oktober am Messegelände Wieselburg veranstaltet. Eingeladen sind Jugendliche, deren Eltern und LehrerInnen.



