ams-direkt

die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 129 (März 2007)


Zeitschriftenarchiv

editorial

roman obrovski

Neben Fachkenntnissen sind im Anforderungsprofil einer Fachkraft aufgrund der beschleunigten Veränderung von Produkten und Prozessen auch Flexibilität und Lernbereitschaft enthalten.

Eine breite Grundausbildung in Form einer Lehre bietet dafür gute Voraussetzungen. Das AMS OÖ kann aber auch in Form des Implacements geeigneten Arbeitsuchenden helfen, ihre Qualifikationen nachfragegerecht zu ergänzen.

Im laufenden Geschäftsjahr wird unser Service für Unternehmen Ihnen allein über diesen Förderansatz rund 400 Fachkräfte mit Lehrabschluss anbieten.

fachkräfte - metallbranche stockt kräftig auf

Oberösterreichs Metallbetriebe beschäftigen heuer gut 1800 Personen mehr als noch vor einem Jahr - Nachfrage weiter steigend. Beim AMS OÖ waren Ende Februar 700 offene Stellen ausgeschrieben, zugleich suchten 1520 Personen aus der Metallbranche einen Job.

Laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger waren Ende Jänner 64.300 Personen in der oberösterreichischen Metallbranche beschäftigt. Inkludiert sind darin alle unselbstständigen Beschäftigten in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau. Nicht erfasst sind allerdings Leasing-Kräfte, die in der Metallbranche arbeiten. Laut 'Statistik Arbeitskräfteüberlassung' (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit) waren im vergangenen Jahr rund 6100 Leasingkräfte in der oberösterreichischen Metallbranche beschäftigt. Wie die unten stehende Grafik zeigt, koppelte sich die Beschäftigungsentwicklung in der Metallbranche im Herbst 2006 weitgehend von den üblichen saisonalen Schwankungen ab. Ende Jänner lag die Beschäftigunng um 1848 Personen über dem Stand von Jänner 2006.

potenzial vorhanden

Die verstärkte Einstellung von Arbeitskräften zeigt deutliche Auswirkungen bei den aktuellen Arbeitslosmeldungen: Im Februar meldeten sich 490 Personen aus dem Metallbereich beim AMS OÖ arbeitslos - um 100 weniger als vor einem Jahr. Dennoch waren insgesamt 1520 Personen aus der Metallbranche im Februar arbeitslos - nur unwesentlich weniger als im Februar 2006 (1538) - 52 Prozent davon mit Lehrabschluss oder einer höheren Ausbildung. Insgesamt gaben 1140 Arbeitslose mit Ausbildung im Februar an, im Metallbereich arbeiten zu wollen.

verstärkte nachfrage

Die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen stieg im Februar von 280 (2006) auf 440 (2007) an. Allerdings kommen verstärkt Doppelmeldungen in der AMS-Statistik vor, da ein und dieselbe offene Stelle vom Unternehmen selbst und zudem von gewerblichen Arbeitskräfteüberlassern gemeldet werden kann. Ende Februar gab es einen Bestand von 700 sofort verfügbaren Stellen aus der oberösterreichischen Metallbranche - zu 89 Prozent wurde dabei nach Fachkräften gesucht.

Der erhöhte Personalbedarf schlägt sich bislang kaum in erhöhten Ausbildungsaktivitäten der Unternehmen nieder: So war die Zahl der Lehrlinge im Maschinenbau im vergangenen Jahr mit 1289 nur geringfügig höher als im Jahr 2005 (1258).

lehrausbildung - mit ams-starthilfe zur teamleiterin

Seit Jahresbeginn leitet Zeljka Petrovic (22) die Gmundner Filiale des Textil-Diskonters KiK. Nach erfolgloser Lehrstellensuche vermittelte das AMS Gmunden der jungen Grünauerin einen Lehrgang zur Einzelhandelskauffrau und KiK übernahm sie nach einem Jahr in ein reguläres Lehrverhältnis. "Schon kurz nach meinem Lehrabschluss im November 2005 wurde ich Teamleiterin der Filiale Attnang", erzählt die engagierte junge Frau. "Die Zusammenarbeit mit dem AMS Gmunden war hervorragend", erklärt dazu KiK-Bezirksleiter Manfred Zöbl. "Wir sind sehr zufrieden mit Frau Petrovic und konnten ihr heuer die größere Filiale in Gmunden mit fünf Mitarbeiterinnen anvertrauen. Sie macht alles sehr gut."

zeljka petrovic und kik-bezirksleiter manfred zöbl

 

 

qualifizierungsförderung - rückwirkende förderung noch möglich

Mit 1. März startete die neue ESF-Förderperiode zur Qualifizierungsförderung für Beschäftigte. Nach dem 1. Jänner 2007 begonnene Schulungen können von den Unternehmen noch bis Ende März zur Förderung angemeldet werden (ausgenommen firmeninterne Schulungen). Gefördert werden können Arbeitskräfte ab 45 Jahre sowie jüngere Frauen mit maximal Lehrausbildung oder mittlerer Schule sowie WiedereinsteigerInnen.

In Oberösterreich können Ausbildungen, die im Zeitraum zwischen 1. Jänner und 31. März 2007 begonnen haben bzw. beginnen noch rückwirkend gefördert werden, sofern das Begehren bis spätestens 31. März 2007 beim AMS OÖ eingelangt ist. Firmeninterne Schulungen können allerdings nicht rückwirkend gefördert werden. Ab April müssen alle Begehren ausnahmslos vor Beginn der Ausbildung gestellt werden. Die Auswahl der Schulungen erfolgt durch das Unternehmen in Absprache mit den ArbeitnehmerInnen. Der Kurs muss vom AMS als arbeitsmarktpolitisch sinnvoll beurteilt werden und mindestens 16 Stunden umfassen. Die förderbare Personengruppe umfasst ArbeitnehmerInnen ab 45 Jahre, Frauen unter 45 Jahre, die höchstens eine Lehrausbildung oder eine mittlere Schule abgeschlossen haben und WiedereinsteigerInnen, die sich alle in einem vollversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis bzw. in Elternkarenz befinden. Die Höhe der Förderung beträgt zwei Drittel der anerkennbaren Kursgebühren, bei Frauen ab 45 Jahre drei Viertel der Kursgebühren. Die Finanzierung erfolgt je zur Hälfte aus Mitteln des AMS und des Europäischen Sozialfonds (ESF). Unter bestimmten Voraussetzungen können für Ausbildungen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen auch die Personalkosten gefördert werden. Qualifizierungsverbünde, Qualifizierungsberatung für Betriebe (bis 50 MitarbeiterInnen) und die Flexibilitätsberatung für Betriebe können voraussichtlich erst ab August 2007 angeboten werden. Die Details dazu stehen noch nicht fest.

weitere Infos: http://www.ams-ooe.or.at/sfu/foerd/qfb-auswahl.html
Kontakt: AMS OÖ - Abt. 1
Europaplatz 9, 4021 Linz
ams.oberoesterreich@ams.at
0732/6963-0

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