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die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 127 (Jänner 2007)


Zeitschriftenarchiv

editorial

roman obrovski

Wettbewerbsorientiert, innovativ und weltoffen haben die oberösterreichischen Unternehmen 2006 für ein kräftiges Wachstum der Beschäftigung gesorgt. Dem AMS OÖ haben sie damit ermöglicht, die Vermittlungen zu steigern und die Arbeitslosigkeit deutlich zu senken.

Wie Sie unseren Zielen für 2007 entnehmen können, werden wir auch weiter mit allen verfügbaren Instrumenten dafür sorgen, dass Arbeitsuche in Oberösterreich keinen Tag länger dauert, als der Markt es erzwingt.

maturajahrgang 2006 - geschlechtsspezifische berufswahl

Wie eine Studie des Instituts Dr. Günter Nowak (Wien) zeigt, ist die Berufswahl der Maturantinnen und Maturanten in Österreich sehr geschlechtsbezogen: Besonders Sozialberufe sind Frauensache, technische Berufe Männersache.

Im Auftrag des AMS wurden zwischen März und Mai 2006 über 5600 Schülerinnen und Schüler des Maturajahrgangs schriftlich befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur in den Lehrberufen geschlechtsspezifische Vorlieben für bestimmte Ausbildungen vorherrschen: Während ein Drittel der männlichen Maturanten sehr gern einen technisch-naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen würde, bekundeten dies nur 11 % der Maturantinnen. Umgekehrt ist das Verhältnis bei den Sozialberufen: Ein Viertel der Schülerinnen würden sehr gern in diesem Berufsfeld arbeiten, jedoch nur 7 % der Schüler. Mit 25 % (Männer) zu 20 % (Frauen) ist lediglich im betriebswirtschaftlichen Bereich ein annähernd ausgewogenes Verhältnis vorhanden (siehe Grafik).

Knapp über 40 % der Maturantinnen und Maturanten würden sehr gern ein Universitätsstudium beginnen, 19 % ein Studium an einer Fachhochschule (Mehrfachnennungen waren dabei möglich). Ein Viertel überlegt den direkten Berufseinstieg (in der Mehrzahl Schülerinnen und Schüler in berufsbildenden höheren Schulen). An der Spitze der Wunschberufe liegen Physiotherapeut/in (204 Nennungen), Arzt/Ärztin (187), Rechtsanwalt/-anwältin (146) und Manager/-in (140).

qualifizierungsförderung - förderbeginn nicht vor märz

Das AMS OÖ musste die Qualifizierungsförderung für Beschäftigte nach Ablauf der letzten Förderperiode des Europäischen Sozialfonds (ESF) leider für mehrere Monate aussetzen. Nach derzeitigem Stand der Dinge können Qualifizierungsmaßnahmen frühestens ab März gefördert werden.

"Wegen des Ablaufs der (siebenjährigen) ESF-Förderperiode konnte im vergangenen Jahr die Qualifizierung von Beschäftigten nur für knapp 3000 Personen in Oberösterreich gewährt werden (gegenüber 12.200 im Jahr 2005). Obwohl dem AMS OÖ noch keine Förderrichtlinie vorliegt, zeichnen sich bereits einige Grundstrukturen der künftigen Förderung ab.

förderkriterien

Die Höhe der Kurskostenförderung wird voraussichtlich wieder zwei Drittel der anerkennbaren Kosten betragen. In Bezug auf die Betriebsgröße sind keine Fördereinschränkungen vorgesehen. Der Kreis der förderbaren Personen unterscheidet sich nach Alter und Geschlecht: Personen über 45 Jahre (sowohl Frauen wie Männer) werden - unabhängig von ihrer Ausbildung - mit großer Wahrscheinlichkeit wieder förderbar sein. Frauen unter 45 Jahre erhalten Förderungen in Abhängigkeit von ihrer Schulausbildung. Daher werden Maturantinnen und Akademikerinnen wohl grundsätzlich nicht förderbar sein. Männer unter 45 Jahre können voraussichtlich überhaupt nicht gefördert werden (ausgenommen Qualifizierungsverbünde).

Aus heutiger Sicht kann frühestens für Schulungen, die nach dem 1. März 2007 beginnen, eine Förderung angeboten werden. Qualifizierungsverbünde, die Qualifizierungsberatung für Betriebe (bis 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) und die Flexibilitätsberatung für Betriebe können frühestens ab Juli 2007 angeboten werden, da die EU-weiten Ausschreibungsmodalitäten eingehalten werden müssen. Die Details zu diesen Angeboten stehen noch nicht fest.

Förderbar sind derzeit nur die im Bereich der Sonderbestimmungen Bauwesen definierten Schulungen. Diese sind für Betriebe der Baubranche unter bestimmten Voraussetzungen förderbar, wenn die Schulungen nach dem 1.12.2006 beginnen und vor dem 31.3.2007 enden. - Info: Bei Interesse an aktuellen Informationen senden Sie bitte ein E-Mail an ams.oberoesterreich@ams.at. Sobald die Förderbedingungen feststehen - dies wird frühestens Mitte Februar der Fall sein - werden wir Sie per E-Mail verständigen.

rückblick 2006 - pläne 2007 - frauen strömen auf den arbeitsmarkt

Nach einem schwierigen Start mit steigenden Beschäftigungslosen-Zahlen entwickelte sich der oberösterreichische Arbeitsmarkt ab Mai 2006 sehr positiv: Im Jahresschnitt arbeiteten 11.000 Personen mehr in unserem Bundesland, die Vorgemerktenzahlen reduzierten sich um 2300 Personen, die Arbeitslosenquote sank auf 4,3 %. Signifikant war der starke Zustrom von Frauen auf den Arbeitsmarkt.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten in Oberösterreich stieg im Jahresabstand von 565.900 auf 576.900, was ein Plus von 1,9 % bedeutet. Zugleich sank die Zahl der Arbeitslosen um 8,3 % von 28.000 auf 25.700. Auch unter Einbeziehung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an AMS-Schulungen und der als 'arbeitsuchend' vorgemerkten Personen - im Jahresschnitt 8900 bzw. 2000 - sank die Zahl aller Beschäftigungslosen um 1600.

Oberösterreich wies im Jahresdurchschnitt 2006 mit 4,3 % zum siebten Mal in Folge die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer auf - im Jahr 2005 lag die Quote bei 4,7 %. Bundesweit betrug die Arbeitslosenquote 6,8 %. Die durchschnittliche Vormerkdauer der Arbeitslosen sank in Oberösterreich von 71 auf 68 Tage (Österreichschnitt: 109 Tage).

800 wiedereinsteigerinnen mehr

Generell blieb die Zahl der - mitunter auch nur sehr kurz - von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen mit 110.100 gegenüber dem Jahr 2005 weitgehend konstant. Ausschlaggebend dafür war der starke Zustrom von Wiedereinsteigerinnen auf den oberösterreichischen Arbeitsmarkt: Während die Zahl der von Arbeitlosigkeit betroffenen Männer um 870 Personen sank (-1,4 %) und auch die Zahl der Nicht-Wiedereinsteigerinnen mit -500 in einem annähernd gleich hohen Maß sank (-1,1 %), stieg die Zahl der jobsuchenden Wiedereinsteigerinnen im Jahresabstand um knapp 800 an (+11,5 %). Da viele Wiedereinsteigerinnen jedoch 2006 einen Job fanden, blieb ihr Durchschnittsbestand mit 3000 Personen weitgehend konstant.

83.400 arbeitsvermittlungen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AMS OÖ waren 2006 an 83.400 erfolgreichen Arbeitsvermittlungen beteiligt. Gegenüber 2005 bedeutet dies ein Plus von 3100 Fällen. Der prozentuelle Anstieg war bei den Männern (+2000 Personen bzw. +4 %) geringfügig höher als bei den Frauen (+1100 bzw. +3,6 %). Auch bei den Arbeitsvermittlungen zeigte sich deutlich der hohe Anteil an Wiedereinsteigerinnen: Von den 31.800 erfolgreich vermittelten Frauen waren 10,5 % Wiedereinsteigerinnen.

herausforderungen 2007

Eine aktuelle arbeitsmarktpolitische Herausforderung sind Engpässe bei Fachkräften: Fachausbildungen für Jugendliche, Frauen und Personen mit Migrationshintergrund sind daher ein Schwerpunkt im Arbeitsprogramm des AMS OÖ für 2007. Nach derzeitigem Stand stehen dem AMS OÖ für heuer € 90,7 Mio. als Förderbudget zur Verfügung (ohne 'Blum-Bonus' für zusätzliche Lehrstellen). Ein Hauptaugenmerk setzt das AMS OÖ heuer auf die Nachhaltigkeit von Schulungen: Rund 60 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen drei Monate nach Kursabschluss wieder in Beschäftigung sein.

ziele 2007 - fokus auf arbeitsaufnahmen

Wir verkürzen die Dauer der Arbeitslosigkeit
Wir sorgen dafür, dass nur max. 431 weibliche und 430 männliche Jugendliche unter 25 und max. 980 weibliche Arbeitslose ab 45 und 448 männliche Arbeitslose ab 50 länger als sechs Monate ohne Arbeit bleiben.
Wir sorgen dafür, dass nur max. 2,5 % der Arbeitsuchenden länger als ein Jahr arbeitslos bleiben.

Wir integrieren Langzeitbeschäftigungslose in den Arbeitsmarkt
Wir vermitteln mind. 2856 weibliche und 2870 männliche langzeitbeschäftigungslose Personen auf neue Arbeitsplätze.

Wir erhöhen unseren Marktanteil
Wir besetzen mind. 58.470 offene Stellen und Lehrstellen.
Wir akquirieren mind. 33.565 offene Stellen mit mindestens Lehrabschluss.

Wir steigern die Effektivität von Schulungen
Wir fördern die Arbeitsaufnahme von mind. 57,7 % der weiblichen und mind. 63,1 % der männlichen Schulungsteilnehmer innerhalb von drei Monaten nach ihrer Schulung.

Wir verbessern die Arbeitsmarktchancen von Frauen
Wir sorgen dafür, dass mind. 2843 Wiedereinsteigerinnen innerhalb von sechs Monaten an einer Schulung teilnehmen und mind. 2912 innerhalb von sechs Monaten danach einen Arbeitsplatz finden.
Wir besetzen mind. 525 offene Stellen und Lehrstellen in technischen Berufen mit Frauen oder ermöglichen ihnen eine Ausbildung über FEM-Implacement (Landesziel).

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