ams-direkt

die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 140 (märz 2008)


Zeitschriftenarchiv

editorial


Sehr geehrte Firmenleitung

Das Bildungssystem erscheint vielen erfolgreichen oberösterreichischen Unternehmen zu wenig technikorientiert ausgerichtet. Sie können dazu beitragen, das zu ändern: Unterstützen Sie bitte die Aktion 'Technikbox'. Dieses Projekt liefert keine schnellen Ergebnisse. Es ist auf Nachhaltigkeit angelegt.

Als Themenfeldleiter für den Bereich 'Berufliche Qualifikation' im Programm des Landes 'Innovatives Oberösterreich 2010' ist es mir ein persönliches Anliegen, den Erfolg auch dieses Projektes zu sichern. Bitte helfen Sie mit - das AMS OÖ hat selbstverständlich auch eine Technikbox gesponsert.

start-up mit frauenmannschaft - "sehr viel potenzial, das man heben kann"

Die Firma Bresenhuber in St. Agatha (GR) ist auf Maschinenschutzgitter und Profilsysteme spezialisiert. Die Belegschaft besteht aus fünf Frauen und einem jungen Mann mit Handicap. Mit Hilfe des AMS Grieskirchen ist das Start-up erfolgreich verlaufen und der Firmeninhaber schmiedet ehrgeizige Pläne.

Gearbeitet wird von 07:30 Uhr bis 12:30 Uhr und sie wohnen alle im näheren Umkreis des Unternehmens: Barbara S. hat Matura, Elisabeth ist Bürokauffrau, Barbara W. ist Friseurin, Hermine ist Landwirtin, Irmgard ist Schneiderin und Ulrich erledigt diverse Tätigkeiten. Anfang 2007 übernahm Friedrich Bresenhuber (45) das ehemalige Areal der Fa. Sandberger (Kompostiertechnik) in St. Agatha, um dort Schutzgitter und Profilsysteme zu fertigen. "Ich habe auf Mundpropaganda gesetzt und gesagt, dass ich auch Mitarbeiterinnen suche", berichtet der gelernte Werkzeugmacher mit langjähriger Erfahrung im Verkauf. "Bald hat sich die erste Frau gemeldet und die war ein Volltreffer. Mit Irmgard habe ich gleich einen Großauftrag abgearbeitet."

Mit dem AMS Grieskirchen vereinbarte Bresenhuber die Ausbildung von fünf Frauen über eine Implacement-Stiftung, um sie in die Grundlagen der Metallverarbeitung einzuführen. "Der Aufwand am Anfang ist groß", berichtet Bresenhuber. "In den ersten drei Monaten war die Lernkurve sehr flach. Doch dann sind die Frauen weggezogen und es wurde eine progressive Kurve. Es gibt sehr viel Potenzial, das man heben kann."

ambitionierte pläne

Bresenhuber arbeitet mit namhaften Unternehmen im Sondermaschinenbau zusammen und montiert die von ihm gefertigten Schutzgitter in ganz Österreich und im benachbarten Ausland. "Jede Einzelne trägt für die gefertigten Teile die Verantwortung und sorgt dafür, dass auf dem Material keine Schweißspritzer sind, die Profile entgratet sind und der Winkel passt." In Barbara W. hat Bresenhuber zudem eine talentierte Nirosta-Schweißerin gefunden: "Nach zehn Tagen macht die Schweißnähte, da träumen andere nur davon."


barbara s. und elisabeth fertigen ein schutzgitter

Zukunftspläne: "Ich habe mittelgroße Pläne. Das heurige Jahr wird eine Vorentscheidung bringen, wie es weitergeht. Die Basistruppe habe ich jetzt. Für ein weiteres Wachstum brauche ich aber Spezialisten. Irgendwo hat das Anlernen seine Grenze."

technik erleben im grundschulalter - sponsoren für technkiboxen gesucht

Im Rahmen des Wirtschaftsprogramms 'Innovatives Oberösterreich 2010' stattet die Education Highway GmbH 300 Volksschulen mit sogenannten 'Technikboxen' aus. Dabei soll technisches Wissen spielerisch vermittelt werden. Für 150 Boxen werden noch Sponsoren gesucht.

Eine Technikbox enthält 460 Einzelteile, die zu fünf Themenkoffern geordnet sind: Feuer/Wärme, Luft/Töne, Wasser/Chemie, Strom und Magnetismus. Unter dem Motto 'Technik erleben im Grundschulalter' sind Experimentier-Reihen für Schülerinnen und Schüler angelegt, die das Wissen und das Interesse an Technik und Naturwissenschaften fördern sollen. Für rund die Hälfte der Boxen suchen Volksschulen in ganz Oberösterreich noch Sponsoren. Eine Box kostet 990 Euro (inkl. USt.), ein einzelner Themenkoffer kann mit 198 Euro gesponsert werden. Die Education Highway GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Oberösterreichischen Technologie- und Marketing-GmbH (TMG) und der zu Raiffeisen gehörigen Beteiligungsmanagement und Holding GmbH (BHG). - Interessierte Unternehmen können sich unter <http://www.technikbox.at> informieren oder sich an Frau Mag. Barbara Bamberger (0732/7880-78) wenden.


ams rohrbach - helmut mondl übernimmt leitung

Seit 1. März leitet Helmut Mondl (55) das AMS Rohrbach. Als seine zentrale Aufgabe sieht Mondl die Linderung des Fachkräftemangels im Bezirk durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen, verbunden mit einer engen Zusammenarbeit mit den Unternehmen in der Region.

Der neue Leiter verfügt über eine langjährige Praxis in der Personalvermittlung: Bereits nach der Matura (1973) trat Mondl in das Arbeitsamt Rohrbach ein und stieg 1990 zum Abteilungsleiter und stellvertretenden Leiter auf. Als Leiter des Service für Unternehmen im AMS Rohrbach kennt er die arbeitsmarktpolitischen Problembereiche im Bezirk: "Als Pendlerbezirk kämpft Rohrbach mit einer Fachkräfteknappheit", weiß Mondl. "Mit gezielten Qualifizierungsmaßnahmen für Hilfskräfte oder Umsteiger aus anderen Branchen wollen wir dem Fachkräftemangel im Bezirk entgegenwirken. Dabei werden mein Team und ich eng mit den Unternehmen kooperieren. Ich werde bestehende Netzwerke pflegen und ausweiten. Die Kundenzufriedenheit - speziell bei den Betrieben - ist mir ein zentrales Anliegen."

Mondl wird weiterhin das Service für Unternehmen im AMS Rohrbach leiten, dem auch Markus Koblmiller und Friedrich Reiter als Berater angehören. Im vergangenen Jahr konnte das Team 1.033 offene Stellen und 184 Lehrstellen bei Rohrbacher Betrieben akquirieren. Mondl ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er folgt Hans Hartl als Leiter der Geschäftsstelle nach, der Ende Februar in Pension ging.

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