ams-direkt

die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 142 (mai 2008)


Zeitschriftenarchiv

editorial

roman obrovski

Bei einem Anteil an allen Arbeitslosen Österreichs von 10% im Jahresdurchschnitt hat das AMS OÖ beim Zugang in Arbeitsstiftungen 2007 einen Anteil von 30% von allen Zugängen in Österreich erreicht - das ist ein weit überproportionaler Anteil bei dieser sehr erfolgreichen, betriebsnahen Intervention des AMS. Nur einer von 200 Langzeitarbeitslosen in Österreich kam 2007 aus Oberösterreich.

Der Erfolg auf dem Arbeitsmarkt wird Oberösterreich nicht geschenkt. Er muss jeden Tag von innovativen Unternehmen und tüchtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern neu erarbeitet werden. Das AMS OÖ trägt dazu bei - nicht zuletzt durch die forcierte, nachfragegerechte Qualifizierung von Arbeitsuchenden und Beschäftigten.

implacement-stiftungen - 10.000 teilnahmen erreicht!

Die passgenaue Qualifizierung von arbeitslosen Arbeitskräften in Implacement-Stiftungen ist ein Erfolgsmodell: Seit den Anfängen Ende 1999 traten bereits 10.254 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Implacement-Stiftungen ein. Damit wird diese Ausbildungsform bereits nach neun Jahren die traditionellen Outplacement-Stiftungen übertreffen, in die innerhalb von 20 Jahren 10.746 arbeitslose 'Stiftlinge' eingetreten sind.

Die vom AMS OÖ, dem Land Oberösterreich und den beteiligten Betrieben finanzierten Implacement-Stiftungen erleben derzeit einen Boom: Im Vorjahr erreichte die Zahl der Neueinstiege mit 1.929 Personen einen absoluten Höchststand (siehe Grafik). Mit knapp 500 Zugängen im ersten Quartal 2008 setzt sich dieser erfreuliche Trend weiter fort. Dabei wurde kürzlich die 10.000er-Marke bei den Teilnahmen überschritten.

frauenanteil von 63 prozent
Während die 'traditionellen' Arbeitsstiftungen (Insolvenz- und sonstige Outplacement-Stiftungen) seit jeher männerdominiert sind - Ende März waren 61% der gerade in Ausbildung stehenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer Männer - ist dies in den Implacement-Stiftungen umgekehrt: Der Frauenanteil beträgt hier 63%. Beeinflusst wird diese Entwicklung auch durch die Schaffung von FEM-Implacement im Jahr 2006. Im Rahmen dieses Sonderprogramms sind bislang 221 Frauen in eine technische Ausbildung eingetreten.

erfolgsquote von 80 prozent
Die enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen bei der Ausarbeitung der Bildungspläne garantiert eine hohe Erfolgsquote: 80% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließen ihre Ausbildung ab und werden in ein Dienstverhältnis übernommen. Aktuell arbeitet das AMS OÖ mit 31 Bildungseinrichtungen zusammen, die Implacement-Qualifizierungen durchführen. Die Ausbildungen dauern im Schnitt neun bis zwölf Monate, doch werden verstärkt auch Lehrausbildungen mit Ausbildungszeiten von 16 bis 24 Monaten angeboten.

In Branchen mit Fachkräftemangel bietet die Implacement-Stiftung Unternehmen die Chance, Arbeitsuchende gezielt für ihren Bedarf ausbilden zu lassen. Dabei können auch Lehrabschlüsse nachgeholt werden. Unternehmen steuern ca. 300-400 Euro pro Monat an Ausbildungskosten bei. Schulungsarbeitslosengeld und drei Viertel der Ausbildungskosten (bis max. 2.200 Euro) werden vom AMS OÖ bzw. dem Land OÖ finanziert. Weitreichendere Förderungen gibt es für Personen mit Beeinträchtigungen. - Informationen in allen AMS-Geschäftsstellen.


mehr frauen in die technik - ams-award an ktm - trodat - weba

Landesgeschäftsführer Roman Obrovski zeichnete am 9. April drei oberösterreichische Unternehmen für ihren vorbildhaften Einsatz für mehr Frauen in die Technik mit dem AMS-Award aus.

Die Preise gingen an die KTM Sportmotorcycle AG in Mattighofen (Motorräder), die Trodat GmbH in Wels (Stempel) und die weba Werkzeugbau Betriebs GmbH in Dietach bei Steyr (Stanz- und Umformwerkzeuge).


technikerinnen von ktm bauten während der award-
verleihung im wissensturm (linz) eine rc8 zusammen

Alle Preisträger bilden Frauen über das Programm FEM-Implacement zu Technikerinnen aus. "Der Bedarf an Fachkräften kommt den Karrierechancen von Frauen in gut entlohnten, männerdominierten Berufsbereichen entgegen. Die ausgezeichneten Unternehmen zählen aber auch in der Bereitschaft, ihre Betriebskultur frauenfreundlich zu gestalten, zu den Spitzenunternehmen in Oberösterreich", gratulierte Obrovski bei der Übergabe des Awards, den das AMS OÖ heuer zum fünften Mal verliehen hat.

qualifizierungsverbünde - starke nachfrage in oberösterreich

Das AMS OÖ und der Europäische Sozialfonds (ESF) werden heuer 18 Qualifizierungsverbünde in Oberösterreich mitfinanzieren. Das Interesse der Unternehmen an diesen Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ungebrochen.

Qualifizierungsverbünde sind ein Netzwerk mehrerer Betriebe mit dem Ziel, gemeinsam Weiterbildung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter besonderer Berücksichtigung der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit (Productive Ageing-Ansatz) zu planen und durchzuführen. Schulungen im Rahmen von Qualifizierungsverbünden sind förderbar, wenn sich mindestens drei Arbeitgeber einer Region oder eines Clusters zusammenschließen und mindestens 50% der beteiligten Arbeitgeber Klein- und Mittelbetriebe sind.

Für heuer plant das AMS OÖ den Aufbau von 18 Qualifizierungsverbünden, wovon elf bereits ihre Arbeit aufgenommen haben. Es liegen aber noch 22 weitere Anfragen vor, die erst in den kommenden Jahren geplant und gestartet werden können. Im Schnitt schließen sich zwischen 10 und 30 Unternehmen zu einem Qualifizierungsverbund zusammen; die Zahl der durchgeführten Kurse schwankt dabei zwischen 20 und 150.

höherqualifizierungen boomen
Die Höherqualifizierung von Arbeitskräften durch bedarfsgerechte und lebenszyklusorientierte Schulungen trifft genau die Anforderungen der beteiligten Unternehmen, da eine Qualifizierungsbedarfserhebung bei allen beteiligten Unternehmen durchgeführt wird. Förderbar sind Frauen (unabhängig von Alter und Ausbildung, ausgenommen Lehrlinge), Männer über 45 Jahre (unabhängig von der Ausbildung) sowie Männer unter 45 Jahre, die höchstens eine Lehrausbildung oder eine mittlere Schule abgeschlossen haben. AMS OÖ und ESF übernehmen zwei Drittel der Kurskosten (bei Frauen über 45 Jahre drei Viertel der Kosten).

Bei einer Befragung von 234 Unternehmen, die zwischen 2004 und 2006 an einem Qualifizierungsverbund teilgenommen haben, sahen 69% einen sehr hohen oder hohen betrieblichen Nutzen durch die Qualifizierungen.

ams oö auf tour - dream teams 08

Das AMS stellt seine heurige Frühjahrskampagne unter das Motto Dream Teams 08. Bis 23. Mai werden Beraterinnen und Berater des Service für Unternehmen in ganz Oberösterreich verstärkt Betriebe besuchen, Stellen akquirieren und die Dienstleistungsangebote des AMS OÖ vorstellen.

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