ams-direkt
die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 144 (juli/august 2008)
editorial
Roman Obrovski
Dem aktuellen Management-Assessment der Bundesorganisation zufolge liegt das AMS OÖ gemäß Balanced Scorecard an der Spitze aller Landesorganisationen. Unter den zehn besten Geschäftsstellen der hundert Geschäftsstellen in Österreich finden sich fünf Geschäftsstellen aus Oberösterreich: Eferding, Kirchdorf, Perg, Ried und Schärding. Die beste regionale Geschäftsstelle Österreichs war 2007 das AMS Ried. Das freut uns, macht uns aber nicht übermütig.
Wir arbeiten sehr konsequent an unseren Verbesserungspotenzialen, nicht zuletzt an der Passgenauigkeit bei der Stellenbesetzung und an der Verringerung der Streuung bei der Qualität unserer Performance. Das Ziel: Jede unserer Geschäftsstellen will von Ihnen als Kompetenzzentrum für Ihre arbeitsmarktbezogenen Anliegen erfahren werden.
kundenzufriedenheit - knackpunkt passgenauigkeit
Die Passgenauigkeit der angebotenen Stelle bzw. der sich bewerbenden Arbeitskraft ist einer der Knackpunkte in der Bewertung der Zufriedenheit mit dem AMS OÖ durch Arbeitsuchende und Unternehmen. Hier gehen allerdings die Bewertungen der beiden Kundengruppen auch deutlich auseinander.
»Wir nehmen die Wünsche unserer Kunden ernst und sprechen auch Klartext, wenn wir sie nicht erfüllen können«, erklärt Gerhard Straßer, Leiter des AMS Ried, die Linie im Service für Unternehmen. Im Rahmen der letzten Kundenbefragung (1. Quartal 2008) äußerten 40% der befragten Unternehmen im Bezirk Ried, dass die Passgenauigkeit der Vermittlung voll entsprochen bzw. entsprochen habe (Topbox-Werte 1 und 2 auf einer sechsteiligen Bewertungsskala). »Finden sich unter den Arbeitsuchenden keine Personen, die genau auf das Anforderungsprofil des Unternehmens passen, suchen wir in Absprache mit den Personalverantwortlichen der Firma nach möglichen Alternativen«, betont Straßer. Aufgrund der besten Performance unter allen österreichischen AMS-Geschäftsstellen (Zielerreichungsgrad 93%) konnte Straßer am 12. Juni den AMS-Award 2007 im Kunstmuseum Lentos von Bundesgeschäftsführer Herbert Buchinger entgegennehmen (siehe Titelbild).
beraterinnen und berater
Besonders geschätzt wird die Arbeit der Beraterinnen und Berater im Service für Unternehmen: 90% der befragten Betriebe bewerteten die fachliche Kompetenz der AMS- Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter mit den Quoten 1 oder 2. Das freundliche Gesprächsklima wurde dabei gleichermaßen geschätzt wie die Kompetenz der Auskünfte, die Verbindlichkeit der Vereinbarungen und die Hilfe bei der Lösung der Anliegen.
förderungen
Mit 89 % wurde die Nützlichkeit von Förderungen des AMS OÖ sehr hoch bewertet. Auch mit der Abwicklung der Förderungen durch die Geschäftsstellen des AMS OÖ waren die heimischen Unternehmen sehr zufrieden (81%). Die Details der einzelnen Förderungen sind in den Betrieben nur bedingt präsent: Nur 38% der Befragten fühlten sich über das Förderangebot des AMS OÖ gut informiert.
passgenauigkeit
Generell zeigt sich, dass Unternehmen die Passgenauigkeit der Vermittlung kritischer sehen als Arbeitsuchende: Oberösterreichweit waren 42% der Jobsuchenden, aber nur 27% der Unternehmen mit der Passgenauigkeit zufrieden (siehe Grafik). Problematisch ist, dass die beruflichen Qualifikationen der Arbeitsuchenden oft nicht mit den Anforderungen der Unternehmen übereinstimmen. Das AMS OÖ begegnet diesem Manko mit einer forcierten Schulungstätigkeit.
placement promotoren - netzwerker für oö. unternehmen
Seit zwei Jahren unterstützen die vom Regionalmanagement OÖ angestellten Placement Promotoren die Arbeit des Service für Unternehmen im ober-österreichischen Zentralraum. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Vernetzung der Angebote von AMS, Land, Bund und Sozialpartnern an Betriebe.
Mag. Gernot Grammer, Ing. Manfred Rumzucker und Manfred Zilian besuchen pro Monat rund 60 Unternehmen im oberösterreichischen Zentralraum. »Wenn wir zu Unternehmen kommen, bieten wir die Dienstleistungen des AMS OÖ an, aber auch Förderungen und Initiativen von Land, Wirtschaftskammer und Ministerien«, erklärt Grammer. Zentrale Punkte der Arbeit der Placement Promotoren sind das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Entwicklung des Mitarbeiterstamms und die Kooperation mit den Höheren Technischen Lehranstalten im Zentralraum. »Mit unserer HTL-Vernetzungsinitiative unterstützen wir klein- und mittelständische Unternehmen, die ansonsten nicht so leicht zu Arbeitskräften kommen, weil die zeitlichen und personellen Ressourcen fehlen, in den HTLs präsent zu sein.« Unter <http://jobexpress.ppooe.at> sind ca. 600 Jobangebote von rund 300 Firmen abrufbar. Den aktuellen Fachkräftemangel sieht Grammer differenziert: »Es ist branchenspezifisch unterschiedlich. Bei Engagement und Rückmeldungen vereinzelter Unternehmen möchte man manchmal meinen, dass es gar nicht so dringend ist.«

mag. gernot grammer (mitte) und kollege ing. manfred rumzucker
bei einem besuch des linzer technikums (htl linz / paul-hahn-straße)
lehrstellenförderung - neuer blum-bonus geht an wirtschaftskammer
Die Förderung einer zusätzlichen Lehrstelle (›Blum-Bonus‹) ist mit 27. Juni 2008 ausgelaufen. Das AMS OÖ bearbeitet nur noch bestehende Förderungen. Der neue Blum-Bonus - in welcher Form auch immer - wird künftig von der Lehrlingsstelle der WK betreut.
Die Details der neuen Lehrstellenförderung waren Anfang Juli noch nicht fixiert. Sicher ist bloß, dass die Lehrstellenförderung künftig von der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer OÖ abgewickelt wird. Diese wird nach einem definitiven Beschluss der Förderung auch alle Details gegenüber den Unternehmen kommunizieren. Vorerst sind Anfragen unter 05/90909-4080 möglich.
Das AMS OÖ wird die auslaufenden Fälle der alten Blum-Förderung weiterhin betreuen (Meldungen für Weiterförderungen). Ebenso bleiben die AMS-spezifischen Lehrstellenförderungen (Mädchen in Lehrberufen mit geringem Frauenanteil, benachteiligte Jugendliche, beeinträchtigte Personen über 19 Jahre, integrative Berufsausbildung) weiter aufrecht.
bevölkerung - deutlicher zuwachs
Zwischen 1997 und 2007 stieg die Bevölkerung in Österreich um 334.000 Personen auf 8,3 Mio. Einwohner. Der absolute Anstieg war damit stärker als in Deutschland (+303.000) oder Schweden (+269.000). Innerhalb der EU gab es die stärksten Anstiege in den ›Einwanderungsländern‹ Spanien (+5 Mio.), Frankreich (+3,7 Mio.), Großbritannien (+2,6 Mio.) und Italien (+2,3 Mio.), während - abgesehen von Slowenien und der Slowakei - alle neuen EU-Staaten Rückgänge aufwiesen (Rumänien: -1 Mio.). In der Türkei stieg die Bevölkerung - auch ohne Einwanderung - um 9,9 Mio.




