ams-direkt
die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 146 (oktober 2008)
editorial
roman obrovski
Oberösterreich ist ein Gewinner der Globalisierung: mehr als die Hälfte seines Wohlstands erwirtschaftet Oberösterreich im Ausland. Oberösterreichs Unternehmen haben Produkte und Dienstleistungen entwickelt, mit denen sie irgendwo auf der Welt immer ein Geschäft machen können.
Eine Voraussetzung dazu sind qualifizierte, flexibel einsetzbare Arbeitskräfte. Die nachfragegerechte berufliche Ausbildung von Arbeitsuchenden und die permanente Weiterbildung von Beschäftigten sind zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren geworden. Das AMS unterstützt Oberösterreichs Unternehmen dabei nach Kräften. Ein besonderes Anliegen sind uns betriebsnahe Ausbildungsangebote wie Implacement.
implacement bei starlim/sterner: "100 prozent leistung"
Die Starlim/Sterner-Gruppe in Marchtrenk (WL) setzt beim Aufbau von Fachkräften auf eine verstärkte Lehrausbildung und die AMS-Implacementstiftung. Zwei Teilnehmer schlossen ihre Qualifizierung kürzlich erfolgreich ab.
Alexander Blümel (21) entschied sich für eine Tätigkeit als Fräser. "Fräsen hat mich schon immer interessiert", bekennt der gelernte Metallbearbeitungstechniker, der von April bis August eine Ausbildung zum Werkzeugbautechniker über eine Implacementstiftung absolvierte. Sein Kollege, David Pangalila (24), ist gelernter Kfz-Techniker und nach eigenen Angaben praktisch orientiert. Daher entschied er sich, nach der Implacement-Ausbildung in der Werkzeug-Wartung zu arbeiten. "Es ist wichtig, dass die beiden ihre Stärken ausspielen können", unterstreicht Lehrlingsausbildner Reinhard Koch. "So bringen sie auch 100 Prozent Leistung."


david pangalila (oben) und alexander blümel
spezialist für silikon
Starlim/Sterner baut gerade den Werkzeugbau-Bereich massiv aus: 2009 soll die neue Halle mit 4200 m² in Betrieb gehen. "Wir wachsen stetig und brauchen laufend Personal", betont PR-Verantwortliche Sonja Kirner. Starlim/Sterner ist spezialisiert auf die Spritzgussverarbeitung von Flüssigsilikon und produziert mit 330 Beschäftigten in Marchtrenk und 25 in London (Kanada). Die weltweiten Abnehmer kommen u.a. aus den Branchen Automotive, Medizintechnik, Telekommunikation, Baby- und Haushaltsartikel. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von 46 Mio. Euro erzielt, was eine jährliche Steigerung um 10 % bedeutet.
ausbildungsschwerpunkt
"Unsere Stellen sind immer beim AMS Wels gepostet und die Zusammenarbeit funktioniert sehr, sehr gut", betont Gabriele Burger, Leiterin Human Resources. "Wir können uns vorstellen, im kommenden Jahr wieder eine Implacement-Ausbildung zu initiieren. Dabei achten wir darauf, dass wir im Unternehmen die Zeit aufbringen können, eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu gewährleisten." Die Qualifizierung der beiden Stiftungsteilnehmer erfolgte zu einem Gutteil in der Lehrwerkstätte von Starlim/Sterner. Derzeit stehen dort 30 Lehrlinge in Ausbildung. Die jährlich zehn Neuzugänge werden dabei mit einem Prämiensystem zu optimalen Leistungen angespornt und können diverse Seminare absolvieren.
informationsbörse: arbeit - bildung - migration
Auf reges Interesse stieß die am 3. Oktober im Linzer Wissensturm veranstaltete Informationsbörse ›Arbeit - Bildung - Migration‹. Die Besucher - darunter viele Frauen - konnten sich an den Informationsständen und in Fachvorträgen über Ausbildungsangebote, Jobchancen und Integrationsfragen informieren.
"Für die Integration von Migranten gibt es handfeste wirtschaftliche Gründe", betonte Landesgeschäftsführer Roman Obrovski bei der Eröffnung der Veranstaltung. Zwölf Unternehmen und öffentliche Dienstgeber, neun Sozialeinrichtungen, sechs Bildungseinrichtungen und das AMS OÖ informierten die zahlreichen Besucher über Lebens-, Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in Oberösterreich. Das Programm wandte sich primär an Personen mit einem Migrationshintergrund. Die Veranstaltung wurde vom AMS OÖ gemeinsam mit der Volkshochschule Linz, dem Verein migrare und dem Regionalmanagement OÖ durchgeführt. Ziel war es, die zahlreichen bereits vorhandenen Hilfsangebote zur Integration in die oö. Lebens- und Arbeitswelt zu bündeln und Berufsperspektiven aufzuzeigen. Fachvorträge, Workshops, Einzelberatungen und Tests rundeten das Angebot ab, das sehr stark auch von ausländischen Frauen genutzt wurde.

gesprächsrunde mit mümtaz karakurt (migrare), hubert hummer (vhs linz),
erhard gstöttner (moderation), wilhelm patri (regionalmanagement
oö) und roman obrovski (ams oö) - foto: herzenberger
eu-quoten: drittbester platz
Im August betrug die saisonbereinigte Arbeitslosenquote in der Europäischen Union 6,9 % und lag damit leicht unter dem Wert von August 2007 (7,1 %). Mit 3,3 % lag Österreich an dritter Stelle - hinter den Niederlanden (2,6 %) und Dänemark (2,9 %). Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Frankreich (8 %), die Slowakei (9,9 %) und Spanien (11,3 %).




