ams-direkt

die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 157 (Oktober 2009)


Zeitschriftenarchiv

editorial

roman obrovski

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten in Oberösterreich im September 2009 (601.332) liegt geringfügig über der vergleichbaren Zahl vom September 2007 (598.824).

Die Angebote des AMS und des Landes Oberösterreich zur konstruktiven Aufrechterhaltung von Beschäftigung in der Krise (Kurzarbeit mit und ohne Qualifizierung, Bildungskarenz plus) haben dazu beigetragen, dass der Beschäftigungseinbruch gegenüber September 2008 (614.500) nicht stärker ausgefallen ist.

Wer nachhaltig wirtschaftet, wird bei Investitionen in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade jetzt nicht geizen. Das Service für Unternehmen in Ihrem Bezirk unterstützt Sie dabei gern durch Information, Beratung und mit Förderangeboten für bestimmte Personengruppen.

ein jahr wirtschaftskrise: 13.200 jobs gingen verloren

Ende September waren in Oberösterreich 601.300 Personen unselbstständig beschäftigt – um 13.200 weniger als vor einem Jahr. Die Wirtschaftskrise, die bereits ein Jahr andauert, traf vor allem Männer in Zeitarbeit bzw. in technischen Berufen: 91 % der verlorenen Jobs waren zuvor von Männern besetzt. Dennoch bleibt der Arbeitsmarkt äußerst dynamisch.

Während sich die Zahl der weiblichen Arbeitnehmer um 1.200 Personen reduzierte, war der Rückgang bei den Männern mit 12.000 Personen ungemein stärker. Neben den Zeitarbeitern waren insbesondere Beschäftigte in technischen Berufen und im Handel von der Reduktion der Mitarbeiterzahl in den Unternehmen betroffen. Mehr Jobs gibt es vor allem in ›staatsnahen‹ Bereichen (Verwaltung und Unterricht, Gesundheit und Soziales), die überwiegend mit Frauen besetzt werden (siehe Grafik). Deutlich gestiegen ist zudem die Zahl der Präsenzdiener (+45 % auf 3.000), während die Zahl der Frauen in Karenz mit ca. 18.000 Personen leicht rückgängig ist.

arbeitsaufnahmen steigen
Trotz rückläufiger Stellenmeldungen durch die Unternehmen – diese reduzierten sich gegenüber September 2008 um 955 auf 5.345 – bleibt der Arbeitsmarkt sehr dynamisch: Im September vermittelten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AMS OÖ 8.200 Arbeitsuchende (einschließlich den Teilnehmern an Schulungen) einen neuen Job. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 1270 Personen bzw. 18 %. Die hohe Dynamik weist darauf hin, dass Unternehmen derzeit eher kurzfristig ihren Personalstand verändern.

höhepunkt der kurzarbeit überschritten
Der Höhepunkt der Kurzarbeit wurde im Juni erreicht, als knapp 19.000 Personen gemeldet waren. Bis Anfang Oktober sank die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Personen auf knapp unter 8.000. Eine Wende zeichnete sich im September ab, als zwei große oberösterreichische Unternehmen vorzeitig die Kurzarbeit beendeten. Innerhalb Jahresfrist gab es beim AMS OÖ 195 Anträge auf Kurzarbeit mit bis zu 35.000 Betroffenen. Die geplanten Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf bis zu € 45 Mio.

qualifizierung gewinnt an bedeutung
Die vom AMS und Land OÖ im November 2008 initiierte Förderung ›Bildungskarenz plus‹ entwickelte sich zu einem großen Erfolg: Über 3.000 Personen nutzten die Möglichkeit, sich auf diesen Weg beruflich weiterzubilden. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 – in dem es nur das Standardangebot ›Bildungskarenz‹ gab – erhöhte sich die Zahl der Teilnehmer auf das Fünffache. Auch im Rahmen der Kurzarbeit werden verstärkt vom AMS OÖ geförderte Qualifizierungen durchgeführt. Anfang Oktober nahmen 55 % der Kurzarbeiter an beruflichen Qualifizierungen teil.

market-umfrage: selbstständige bleiben skeptisch

Die Zahl der Personen, die an eine Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft im Jahr 2010 glauben, hat seit dem Spätsommer kräftig zugelegt. Weitaus skeptischer als der Rest der Bevölkerung bleiben jedoch die Unternehmer. Insbesondere in Oberösterreich ist es in den ersten drei Quartalen 2009 zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen gekommen.

Das market-Institut (Linz) befragte Ende August österreichweit 700 Personen über ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung: 36 % hofften auf einen Aufschwung im Jahr 2010, 13 % befürchteten einen weiteren Abschwung (der Rest ging von einer gleichbleibenden Tendenz aus). Deutlich skeptischer zeigten sich die befragten Unternehmer: zwar hofften 29 % auf einen Aufschwung, doch befürchteten immerhin 21 % einen weiteren Abschwung.

Das die Befürchtungen nicht unbegründet sind, zeigt die Insolvenzstatistik: Von Jänner bis September stieg die Zahl der zahlungsunfähigen Firmen gegenüber dem Vorjahr von 568 auf 717 an. Dieser Anstieg (+26 %) ist der höchste in Österreich. 4.600 Arbeitnehmer waren von diesen Insolvenzen betroffen.

ams-kampagne: angebote für unternehmen

In einer österreichweiten Kampagne macht das AMS aktuell auf seine Angebote für Unternehmen, Arbeitsuchende und Jugendliche aufmerksam. Im Zentrum steht die Förderung von Qualifizierungen.

Im Mittelpunkt vieler AMS-Angebote steht die gezielte Förderung von unterschiedlichsten Qualifikationsschritten. Durch die ›Qualifizierung in der Krise‹ sollen sowohl die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen als auch die Chancen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden. Der Erfolg der oberösterreichischen Unternehmen basiert nicht zuletzt auch auf dem exzellenten Know-how ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – dieser Erfolgsfaktor soll gerade jetzt weiter gestärkt werden. Die Angebote des AMS OÖ orientieren sich an den Bedürfnissen der Unternehmen. Sie reichen von Beihilfen im Rahmen der Kurzarbeit über Qualifizierungsförderungen bis hin zu umfangreichen Beratungsangeboten durch vom AMS OÖ beauftragte Unternehmensberater.

Unternehmen brauchen besonders jetzt einen zuverlässigen Partner und die bestmögliche Unterstützung, um die aktuellen Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Darum nahm das AMS bei einigen Angeboten Anpassungen vor, um noch vielfältigere Lösungen für Unternehmen zu bieten. – Auskünfte erteilt gerne das Service für Unternehmen in Ihrer regionalen AMS-Geschäftsstelle.

lehrstellensuchende: ausbildungsgarantie

Am 7. September startete das Ausbildungsprojekt des AMS OÖ: 1.100 Lehrstellensuchende erhalten professionelle Unterstützung zur Berufsorientierung und -vorbereitung. Wer keine Lehrstelle findet, kann ab 16. November in AMS-Lehrgänge eintreten und auf diesem Weg eine Lehre oder Teillehre absolvieren. Dafür stehen Plätze für knapp 700 Jugendliche bereit. AMS und Land OÖ lösen mit diesem Auffangnetz die Ausbildungsgarantie ein, die die Bundesregierung für Schulabgänger abgegeben hat.

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