ams-direkt

die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 160 (Jänner 2010)


Zeitschriftenarchiv

editorial

roman obrovski

Das AMS OÖ und das Wirtschaftsressort des Landes haben sich im Pakt für Arbeit und Qualifizierung 2010 ein gemeinsames strategisches Ziel gesetzt: In Oberösterreich sollen mindestens 90 Prozent der Jugendlichen unter 25 Jahren eine abgeschlossene, beruflich verwertbare Ausbildung über die Pflichtschule hinaus erhalten (zur Zeit sind es nur 85%). Das gemeinsame FacharbeiterInnen-Kurzausbildungsprogramm für 400 arbeitslose, gering qualifizierte Jugendliche ist ein erster Schritt dazu. AMS und Wirtschaftsressort können Jugendliche allerdings erst ab 15 Jahren unterstützen. In diesem Alter sind viele Weichen schon gestellt. Die Realisierung dieses Zieles erfordert daher die Mitarbeit aller Institutionen, die mit Jugendlichen vor Vollendung ihres 15. Lebensjahres zu tun haben.

lokpark ampflwang: "mit sicherheit kann ich etwas beitragen"

13 Männer und zwei Frauen arbeiten aktuell im AMS-Projekt Train im Lokpark Ampflwang (VB). Bis Ende 2010 sollen eine Triebwagengarnitur generalsaniert und Arbeiten an Loks, Waggons und Gebäuden erledigt werden.

Sie sind zwischen 18 und 60 Jahre alt und haben meist einen handwerklichen Background: Unter den Teilnehmern finden sich Mechaniker, Schlosser, Installateure, Tischler, Maurer und Polsterer – eine gute Basis für das Projekt Train. Alois K. (55) arbeitete in einer Elektronikfirma und war anschließend 16 Monate arbeitslos. "Mit Sicherheit kann ich etwas beitragen. Die Elektronik besteht auch nur aus 12 V – das ist bei den Zügen nicht viel anders. Es ist immer irgendetwas, das mit Strom zu tun hat. Ich halte das für eine gute Herausforderung und man findet Gelegenheit, sich wieder ins Berufsleben zu integrieren."

Betrieben wird der Lokpark Ampflwang von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG). Ein Parallelprojekt wird an der Steyrtalbahn realisiert. Die Kosten teilen sich Bund, Land und AMS. Mit der Umsetzung wurde FAB proba betraut.

Projektleiter Peter Hemetsberger (kleines Bild) ist von der Motivation der Transitarbeitskräfte sehr angetan, die auch bei beißender Kälte an den musealen Gerätschaften arbeiten. "Es ist geplant, einen Triebwagen zu generalsanieren, eventuell auch noch den dazugehörigen Steuerwagen und bei einer Dampflok beim Neuaufbau mitzuhelfen", berichtet Hemetsberger. "Wir wollen auch an der Zentralwerkstatt Fassade, Fenster, Glasdach und Kamine sanieren. Das Projekt ist sehr positiv gestartet. Ich glaube, dass alle gern da sind." Der sanierte Triebwagen soll die Strecke Timelkam – Ampflwang befahren und als Zubringerdienst für Besucher des Lokparks fungieren.

quelle ag: hoffen auf übernahme

Kurz vor Weihnachten startete die Quelle-Stiftung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des insolventen Versandhauses. Bis Anfang Jänner traten 100 Personen in die Stiftung ein. Viele hoffen auf einen positiven Abschluss der Übernahmegespräche mit Ex-Quelle-Chef Martin Lenz und einer weiteren Investorengruppe und einem Verbleib in der Firma – so auch die Lehrlinge.

Die laufenden Gespräche über eine Übernahme der Quelle AG in Linz haben viele der von der Insolvenz betroffenen Arbeitnehmer bewogen, die weitere Entwicklung noch abzuwarten. Bis Anfang des Jahres traten daher erst 100 Personen, die eine berufliche Neuorientierung anstreben, in die Insolvenzstiftung ein. Hoffen ist auch bei den ursprünglich 26 Lehrlingen der Quelle angesagt: Sie sind seit 1. Dezember lehrstellensuchend gemeldet und können – wenn alle Stricke reißen – Anfang März ihre Lehrausbildung im Rahmen eines Lehrgangs fortführen. Die Meldung in der letzten Ausgabe von ams-direkt, dass alle Lehrlinge mit der Anmeldung beim AMS OÖ zugleich auch gekündigt wurden, beruhte leider auf einem bedauerlichen Missverständnis. Ausgeschieden sind bislang 350 der ursprünglich 1.100 Quelle-Mitarbeiter. Die von AMS und Land OÖ finanzierte Insolvenzstiftung bietet vor allem Ausbildungen für beruflich gering qualifizierte Personen an. 39 Prozent der ursprünglichen Belegschaft verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung, und 26 Prozent sind älter als 50 Jahre.


lehrlinge der quelle ag

arbeitsmarkt OÖ: niedrigste jahresquote

Mit 4,9 % erzielte Oberösterreich 2009 die niedrigste Arbeitslosenquote bundesweit. Der Einbruch der Beschäftigung um knapp 9.900 Personen war jedoch beträchtlich (-1,6 %). Im Jahresschnitt waren 30.888 Personen arbeitslos und 10.504 in Schulungen des AMS OÖ.

Die Wirtschaftskrise bescherte Oberösterreich den bundesweit drittstärksten Rückgang der Beschäftigung (nach Kärnten und der Steiermark). Der Anstieg der Arbeitslosigkeit (+9.234 bzw. +42,6 %) war deutlich stärker als in Gesamtösterreich (+22,8%). Im Schnitt waren in unserem Bundesland 595.800 Personen beschäftigt – nach 605.600 im Jahr 2008. Die niedrigsten Jahresarbeitslosenquoten erzielten Oberösterreich, Salzburg und Tirol (siehe Grafik). Bundesweit waren 260.559 Personen arbeitslos, die Quote betrug 7,2 %. Für heuer rechnen das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) mit einem Anstieg auf 7,7 bis 7,8 %.

qualifizierung: erfolgreiche verbünde

45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lottmann Festerbänke GmbH in Reichraming (SE) nahmen heuer am AMS-Qualifizierungsverbund Ennstal teil. In Kursen wurden u.a. Kenntnisse in den Bereichen Zusammenarbeit – Kommunikation – Führung, Burn-out-Prophylaxe, EDV, Englisch, Staplerkurs/Ladegutsicherung und Verkaufstraining vermittelt. Geschäftsführerin Erika Lottmann (Bild) sieht in den Qualifizierungsverbünden einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärkung der Region. Das Unternehmen wird sich auch am Folgeverbund beteiligen, der gerade in seine Gründungsphase tritt.

wal-werbung auf hoher see

Rechtsanwalt Dr. Alexander Puttinger (Ried/Innkreis) ließ es sich nicht nehmen, während seiner Atlantiküberquerung (14.11.-03.12.2009) für das AMS zu werben. Die fünfköpfige Crew der Yacht war von Lanzarote nach Antigua unterwegs und traf auf halbem Weg einen recht verspielten 8-Meter-Wal.

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