ams-direkt

die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 163 (April 2010)


Zeitschriftenarchiv

editorial

roman obrovski

Das AMS Oberösterreich baut sein Online-Service auch für Arbeitsuchende aus. In mehreren oberösterreichischen Geschäftsstellen läuft ein Pilot-Projekt, geeignete Arbeitsuchende online zu betreuen.
Das Projekt ist über Erwarten erfolgreich und schlägt sich in einer signifikant kürzeren Vormerkdauer der Online-Betreuten nieder. Das senkt die Kosten der Arbeitslosenversicherung. Diese Kunden ersparen sich vermeidbare Wege zum AMS und unsere Beraterinnen und Berater können notwendige personenbezogene Dienste treffsicherer anbieten.

45% der bevölkerung erwerbstätig: ein viertel der beschäftigten in teilzeit

Im vergangenen Jahr waren gut 3,7 Mio. Österreicher erwerbstätig, was einem Anteil von 45 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Die Erwerbstätigenquote sank insgesamt, doch legten Teilzeitjobs weiter zu.

78 Prozent der österreichsichen Bevölkerung gehören ›klassischen‹ Gruppen an: Kinder bis 14 Jahre (15,2%), Erwerbstätige im Alter von 15-64 Jahre (45,4%) und Pensionisten ab 65 Jahre (17,4%). Die restlichen 22 Prozent – also rund 1,8 Mio. Menschen – sind nicht am Erwerbsprozess beteiligt: Hauptgründe sind schulische Ausbildungen, Präsenz- und Zivildienst, Kinderbetreuung, Haushaltsführung, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Frühpensionierung (siehe Grafik).

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erwerbstätigenquote sinkt
Die Erwerbstätigenquote unter den 15- bis 64-Jährigen sank von 72,1% (2008) auf 71,6% (2009). Die niedrigste Erwerbsbeteiligung (50%) zeigen Personen, die keine formale berufliche Qualifizierung aufweisen. Die größte Arbeitskräftereserve stellen – noch vor den Arbeitslosen – jene Frauen dar, die aus familiären Gründen (bes. Betreuung von Kindern, Haushaltsführung) keinen Beruf ausüben. Dieser Trend ist bei Frauen über 50 Jahre noch stärker ausgeprägt (13,3% der weibli-chen Bevölkerung) als bei Frauen zwischen 25 und 49 Jahren (12%).

teilzeitquote steigt
Zwischen dem 4. Quartal 2008 und 2009 gingen in Österreich 40.400 Vollzeitarbeitsplätze verloren, zugleich stiegen die Teilzeitjobs um 32.200 an. Die Teilzeitquote erhöhte sich von 23,8% auf 24,6%. Höhere Quoten weisen nur fünf EU-Länder auf (Niederlande, Schweden, Deutschland, Großbritannien, Dänemark). Im EU-Schnitt arbeiten 18,2% der Erwerbstätigen in Teilzeit.

eAMS-konto: online-service für unternehmen

Das sogenannte eAMS-Konto ergänzt die bestehenden Internet-Services des Arbeitsmarkservice. Unternehmen können damit die Personalsuche effizient umsetzen und auch Förderungen beantragen. Zugleich gibt die Datenbank Auskunft über den aktuellen Bearbeitungsstand.

Per eAMS-Konto lassen sich Unternehmens-daten ohne Aufwand aktualisieren, können aktuelle Geschäftsfälle eingesehen und AMS-Benachrichtungen abgerufen werden. Über die Userverwaltung können Berechtigungen für die Konto-Benutzung an mehrere Personen vergeben werden. Vor allem lässt sich die Personalsuche damit effizient organisieren.

professionelle unterstützung
Über die Aktivierung der Stellenprofile erfolgt zugleich der Auftrag an den persönlichen Berater im Service für Unternehmen zur Suche nach geeigneten Bewerbern. Die Besetzungsvorschläge scheinen sogleich im eAMS-Konto auf. Integriert ist auch eine E-Mail-Funktion, über die jederzeit mit dem Service für Unternehmen kommuniziert werden kann. Über den integrierten eJob-Room ist zudem der Zugriff auf Österreichs größte Online-Jobbörse möglich, so dass bereits vorab das Potenzial an Bewerbern für den konkreten Personalbedarf gesichtet werden kann.

online-abwicklung von förderungen
Über die eService-Funktion ist es möglich,  rund um die Uhr Förderungen – etwa eine Eingliederungsbeihilfe – zu beantragen und elektronisch über die AMS-Geschäftsstelle abzuwickeln.


infoveranstaltung von ams und wk zum eAMS-konto
mit geschäftsstellenleiter alois rudlstorfer (2. von links)
am 4. märz in freistadt

kontakt
Die persönlichen Zugangsdaten zum eAMS-Konto werden von den Beraterinnen und  Beratern des Service für Unternehmen vergeben. Zum Schutz der Daten werden vor der Vergabe eine Identifikation und Authentifizierung vorgenommen.

ams kirchdorf: maria brunner ist neue leiterin

Mit Anfang April übernahm Maria Brunner die Leitung des AMS Kirchdorf. Brunner blickt auf eine langjährige Berufserfahrung im Arbeitsmarktservice Steyr zurück und setzt ihren Fokus auf die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für die Unternehmen im Bezirk.

»Steyr ist sehr metalllastig, Kirchdorf sehr kunststofflastig«, fasst Brunner ihre ersten Eindrücke zusammen. »Hinzu kommt der Tourismus. Lehrlinge sind hier ein großes Thema. Egal, wo man hinkommt, heißt es: ›Wie komme ich zu guten Lehrlingen?‹ Im Bezirk spürt man schon ein demografisches Problem: Es gibt nur wenige Jugendliche, die eine Lehrausbildung anstreben. Ein Thema ist auch die im Bezirk erforderliche Mobilität – etwa für Wiedereinsteigerinnen aus Windischgarsten oder Spital am Pyhrn.«

Maria Brunner (46) war seit 1983 im AMS Steyr tätig – primär im Bereich Berufsinformation und als stv. Leiterin des Service für Unternehmen. Sie tritt die Nachfolge von Heimo Schmiedbauer an, der nach 15 Jahren als Leiter des AMS Kirchdorf in Pension ging. Brunner wohnt in Sierning (SE), ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

qualifizierungen forcieren
Als neue Leiterin schätzt sie den neuen Gestaltungsspielraum: »Mir ist sehr daran gelegen, nicht nur bestehenden Kontakte zu Betrieben in der Region zu pflegen, sondern auch neue zu knüpfen«, betont Brunner. »Jetzt wäre die richtige Zeit, Personal für die Zukunft auszubilden. Derzeit könnten auch mehr Mitarbeiter in Ausbildungen einbezogen werden.« Engpässe im Fachkräfteangebot ortet sie momentan v.a. im Tourismus.

arbeitslosigkeit: höchststand in eu

Mit 23 Mio. Betroffenen und einer Quote von 9,6% erreichte die Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union im Februar einen neuen Höchststand. Im Jahresabstand stieg die Zahl der Arbeitslosen um 3,1 Mio. In den USA lag die Quote im Februar bei 9,7%.

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