ams-direkt

die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 165 (Juni 2010)


Zeitschriftenarchiv

editorial

roman obrovski

Oberösterreich lebt von innovativen, weltmarktgehärteten Unternehmen und ihren gewerblichen Partnern und Dienstleistern.

Ich bin dankbar, dass ich in meinem Berufsleben so viele tüchtige Menschen aus Oberösterreichs Betrieben kennen und schätzen lernen durfte. Diese Kontakte und Kooperationen waren für mich eine unerschöpfliche Quelle der Anregung und des Optimismus.

Nun sind Oberösterreichs Unternehmer und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, auch die schwerste wirtschaftliche Krise nach 1945 erfolgreich zu bewältigen. Ich wünsche Ihnen dazu weiterhin Energie, Ideen, Entschlossenheit und Weitsicht, grüße Sie herzlich und verabschiede mich.

flexibilitätsberatung: anstöße für neue arbeitszeitmodelle

Mit der kostenlosen Flexibilitätsberatung unterstützen das AMS OÖ und der Europäische Sozialfonds (esf) Unternehmen in Personalentwicklungsfragen. Für die Energie AG Oberösterreich Netz GmbH in Linz wurden unter Einbindung der betroffenen Mitarbeiter neue Schichtmodelle entwickelt.

Ab Oktober führt die Netz GmbH ihre dezentralen Netzleitstellen in ein neues Netzführungszentrum in Linz-Wegscheid zusammen. »Deshalb wurde die Erarbeitung neuer Schichtpläne notwendig«, berichtet Ing. Leopold Fiedler, Leiter der Netzführung in der Netz GmbH. »In der bisherigen Struktur wurden fünf Netzleitstellen betrieben und die Mitarbeiter waren ihre unterschiedlichen Schichtpläne gewohnt. Wir einigten uns darauf, einen externen Moderator einzuschalten, um das Thema der Neuregelung der Schichten möglichst neutral diskutieren zu können.«

kostenlose beratung
Markus Litzlbauer vom Key Account Management des AMS OÖ organisierte für das Unternehmen eine kostenlose Flexibilitätsberatung, die von den Beratungsfirmen Deloitte und XIMES (beide Wien) zwischen Dezember 2009 und April 2010 durchgeführt wurde. Von Anfang an waren die betroffenen Mitarbeiter und der Betriebsrat in die Beratung miteinbezogen.

markus litzlbauer (key account management – ams oö) und
ing. leopold fiedler (leiter netzführung – energie ag netz gmbh)

zwei schichtmodelle
Die Mitarbeiter im Netzführungszentrum konnten ihre Vorstellungen über das künftige Arbeitszeitmodell in Einzelinterviews und einer onlie-gestützten Befragung einbringen. »Dabei zeigte sich, dass den Anforderungen am besten mit zwei Schichtplänen entsprochen werden kann«, erläutert Fiedler. Denn für die Überwachung und Steuerung des Hoch- und Mittelspannungsbetriebs gelten etwas unterschiedliche Aufgabenstellungen. Die Mitarbeiter des Bereichs Hochspannung (110 kV) entschieden sich für Zwölf-Stunden-Schichten. Die Mitarbeiter des Bereichs Mittelspannung (30 kV), die gleichermaßen für den Betrieb der Netzwerkstelle wie auch für die Schaltungsvorbereitung verantwortlich sind, entschieden sich für ein flexibles System: Es werden künftig Schichten zu sieben Stunden (Früh- und Nachmittagsschicht), zehn Stunden (Nachtschicht) und 12 Stunden (Wochenenden) gefahren. »Der Prozess war für uns sehr hilfreich«, bestätigt Fiedler. »Es ist bei uns gelebte Praxis, vernünftige Kompromisse zu finden.«

info
Für die Flexibilitätsberatung für Betriebe stehen 14 Beratungstage zur Verfügung (Erstgespräch, Flexibilitätscheck und Flexibilitätsberatung). Die Kosten werden zur Gänze vom AMS OÖ und dem esf getragen. Das Angebot richtet sich an Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten, die Änderungen in den Unternehmensabläufen vornehmen wollen. Nähere Informationen erhalten Sie von den Beraterinnen und Beratern in Ihrem Service für Unternehmen.

frauen in die technik: kein selbstläufer

Das AMS OÖ zeichnete am 18. Mai drei Unternehmen für den vorbildhaften Einsatz von Frauen in technischen Berufen aus. Die Preisträger bilden Mädchen und Frauen zu Technikerinnen aus und/oder beschäftigen Frauen in technischen Bereichen.

In Oberösterreich hat sich der Anteil weiblicher Fachkräfte in technischen Berufen aufgrund der jahrelangen und vielfältigen Förderaktivitäten des AMS OÖ und anderer Projekte zwar erhöht, dennoch ist das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft: Noch fehlt es an der kritischen Masse von weiblichen technischen Fachkräften, die den beobachtbaren positiven Trend zum Selbstläufer machen. Das AMS OÖ wird diesen Förderschwerpunkt auch künftig fortsetzen.

die preisträger
Der AMS-Award wurde heuer zum siebten Mal vergeben. Die Preisträger waren die Baumann/Glas/1886 GmbH in Baumgartenberg (PE), die NKE Austria GmbH in Steyr (Wälzlager) und die Schatzdorfer Gerätebau GmbH & Co. KG in Gampern (VB). Die Firmenchefs Franz Baumann und Gertrude Schatzdorfer sowie Personalchef Thomas Witzler (NKE) nahmen die Preise am 18. Mai in der voestalpine Stahlwelt in Linz entgegen (siehe Titelbild). Die Anwesenden waren sich einig, dass das männliche Fachkräftepotenzial aufgrund der demografischen Entwicklung schrumpfen wird. Daher setzen sie bereits jetzt auf das unausgeschöpfte Potenzial technisch interessierter Frauen.

franz baumann und gertrude schatzdorfer – flankiert von birgit gerstorfer
und roman obrovski

erfolgreicher studiengang
Das AMS OÖ fördert technische Berufsausbildungen für Frauen im Rahmen des Programms Frauen in die Technik. Das Programm umfasst auch einen bei der Preisverleihung vorgestellten Fachhochschul-Lehrgang am Campus Wels. Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem AMS OÖ und der Fachhochschule OÖ werden Wiedereinsteigerinnen in einem sechssemestrigen Lehrgang im Bereich ›Produktmanagement und technische Kommunikation‹ ausgebildet.

ams oö: gerstorfer übernimmt leitung

Birgit Gerstorfer (46) wurde am 11. Mai vom Verwaltungsrat des AMS Österreich zur Landesgeschäftsführerin des AMS Oberösterreich bestellt. Sie tritt damit ab 1. August die Nachfolge von Roman Obrovski an, der diese Funktion seit 1986 ausgeübt hat.

Birgit Gerstorfer ist seit 20 Jahren Mitarbeiterin des AMS in Oberösterreich, seit 2006 war sie stellvertretende Landesgeschäftsführerin und verantwortete die Bereiche Qualitätsmanagement, Controlling, Kundendienst und Frauenthemen. Zuvor war sie Leiterin der regionalen Geschäftsstellen Eferding und Wels.

Besonderes Augenmerk will Gerstorfer auf die passgenaue Vermittlung, die Erhöhung des Anteils der qualifizierten Arbeitskräfte – insbesondere unter den Jugendlichen – sowie den Ausbau der Selbstbedienung legen.

eu-industrie: eingangsplus

Die Industrie in der Europäischen Union verzeichnete im März ein Auftragsplus von 5,9 % gegenüber dem Februar. Im Vergleich zum März 2009 nahmen die Auftragseingänge um 20,7 % zu. Die stärksten Zuwächse im Jahresvergleich verzeichneten Großbritannien, Lettland und Deutschland – Österreich liegt etwa im Mittelfeld.

Seitenanfang