ams-direkt
die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich
nr. 166 (Juli/August 2010)
editorial
birgit gerstorfer
Erstmals darf ich als designierte Landesgeschäftsführerin des AMS OÖ ein paar Worte an Sie richten.
Wir sehen etwas besseren Zeiten entgegen. Erstmals Ende Juni hat die Zahl der arbeitsuchenden Personen (jene in Schulung und auf Arbeitsuche) ein kräftiges Minus vor der Zahl: 1.305 Personen weniger sind auf Jobsuche. Demgegenüber steht ein Wachstum beim Zugang der offenen Stellen (+ 1.476 gegenüber Juni 2009).
Die Vermittlung von Jobsuchenden auf offene Stellen ist das Kerngeschäft des Arbeitsmarktservice. Diese Dienstleistung zu optimieren, steht auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Dabei ist besonders die passgenaue Vermittlung von Arbeitskräften in unserem zentralen Interesse. Begleitend wollen wir die Nutzung der eServices forcieren.
Ich freue mich auf gute Zusammenarbeit!
lehrlingsausbildung: das team ist trumpf
Das Berufsleben der Lehrlinge der Trumpf Maschinen Austria GmbH & Co. KG in Pasching (LL) beginnt nicht in der Firma, sondern auf einem zweitägigen Teambildungsseminar. Das Unternehmen nimmt pro Jahr zehn Lehrlinge auf und bietet firmenfinanzierte Extras, setzt aber auch hohe Standards an die Bewerberinnen und Bewerber.
»Wir haben sehr hohe Anforderungen«, betont Lehrlingsausbildner Gerald Ranzinger. »Die Berufe werden durch die Modularisierung eher schwieriger. Bewerber, die in Mathematik die dritte Leistungsgruppe besuchen, haben kaum eine Chance, als Mechatroniker oder Zerspanungstechniker in der Berufsschule mitzukommen. Die Niveau der Schüler ist in den letzten Jahren gleichgeblieben. Nur die Bewerbungen sind etwas zurückgegangen.«
beschäftigungsgarantie
»Bis dato konnten wir jedem Lehrling nach dem Abschluss eine Arbeitsplatzgarantie bieten«, hebt Ranzinger hervor. »Dabei besteht auch die Möglichkeit, für ein paar Jahre in anderen Werken des Konzerns zu arbeiten.« Das Werk in Pasching ist Teil der internationelen Trumpf Gruppe mit Sitz in Ditzingen (Baden-Württemberg). Diese beschäftigt rund 7.500 Mitarbeiter und zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Unternehmen im Maschinenbau sowie in der industriellen Laser- und Biegetechnik.
strenge auswahl
Die Auswahl der Lehrlinge erfolgt in einem mehrgliedrigen Verfahren aus Testung und persönlichen Gesprächen. »Wir legen sehr viel Wert auf diese Gespräche«, verrät Ranzinger. »Es ist wichtig, dass man die Leute persönlich kennenlernt. Hier wird entschieden, ob wir weitergehen können. Wenn ja, folgt eine Schnupperlehre. Fällt diese positiv aus, bestehen sehr gute Chancen weiterzukommen. Das Ganze wird dann – wenn wir uns schon ziemlich sicher sind – durch ein Gespräch mit den Eltern abgerundet.«

lehrlinge der fa. trumpf mit den ausbildnern gerald ranzinger und nicole
aistleitner beim teambildungsseminar auf dem aberfeldkogel (höllengebirge)
firmen-extras
»Unsere Ausbildung beginnt mit einem externen Teambildungsseminar«, berichtet Ranzinger. »In zwei Tagen sollen sie sich kennenlernen und etwas zusammenwachsen. Erst am dritten Tag beginnt dann die Ausbildung im Betrieb.« Den aktuell 40 Lehrlingen bietet Trumpf Erfolgsprämien, Weiterbildungsmöglichkeiten und die Förderung sportlicher Aktivitäten – u.a. mit einem eigenen Fußballverein. Da rund ein Drittel der Lehrlinge aus dem Mühlviertel kommt, wohnen etliche im Linzer Schüler- und Lehrlingsheim Don Bosco. Das Unternehmen übernimmt dabei die Hälfte der Kosten.
Kontakt: <http://www.at.trumpf.com/>
placement promotoren: netwerker für unternehmen
Die Placement Promotoren der Regionalmanagement Oberösterreich GmbH informieren Unternehmen im Zentralraum über Fördermöglichkeiten von Land, Bund, AMS und Sozialpartnern. Kürzlich besuchte Ing. Herbert Kneidinger die expandierende Delfin Wellness GmbH in Leonding (LL), die neue Mitarbeiter einstellen will.
Geschäftsführer Harald Kogler ist stolz auf die neue, futuristisch gestaltete Firmenzentrale auf dem Harter Plateau in Leonding. Im August wird das Gebäude bezogen und bietet dem Spezialisten für Schwimmbäder, Whirlpools, Infrarot-Kabinen und Saunas endlich den Platz für die bereits länger geplante Expansion. »Wir sind jetzt 18 Leute und wollen auf bis zu 32 Arbeitsplätze aufstocken«, verrät Kogler. »Im September werden wir erstmals Lehrlinge aufnehmen.«

geschäftsführer harald kogler (li.) und placement promotor
ing. herbert kneidinger vor der neuen delfin-firmenzentrale
förderangebote
Placement Promotor Kneidinger konnte dem Firmenchef sogleich Details der Lehrstellenförderung sowie Strategien zur Akquisition und Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erläutern. Wie seine beiden Kollegen – Ing. Manfred Rumzucker und Manfred Zilian – informiert Kneidinger Unternehmen über die Fördermöglichkeiten aller relevanten Stellen. Damit unterstützen die Placement Promotoren die Arbeit der Beraterinnen und Berater im Service für Unternehmen.
htl und öko
Spezialisiert sind die Placement Promotoren überdies auf die Vermittlung von HTL-Absolventinnen und -Absolventen und auf Arbeitsplätze im Bereich Ökoenergie und Umwelttechnik.
Kontakt: <http://ppooe.at>
ams braunau: interessierte unternehmen
Zu angeregten Diskussionen über Fördermöglichkeiten und das eAMS-Konto für Unternehmen kam es am 23. Juni im AMS Braunau. Geschäftsstellenleiterin Marianne Hagenhofer konnte zu der Veranstaltung 54 Firmenchefs / Firmenchefinnen und Personalverantwortliche aus dem Bezirk begrüßen.
Im Zentrum der Erörterungen standen die AMS-Angebote Fexibilisierungsberatung, Qualifizierungsberatung für Unternehmen, Qualifizierungsverbünde sowie Qualifizierungsförderung für Beschäftigte, die von Mag. Gerhard Kaimberger (AMS-Landesgeschäftsstelle) im Detail vorgestellt wurden. Zudem wurden die Möglichkeiten der Online-Erledigung von Förderangelegenheiten und der Personalsuche mit Hilfe des eAMS-Kontos vorgestellt. Die Firmenvertreter hatten durchwegs einen sehr positiven Eindruck von den Präsentationen. Der allgemeine Tenor war, eine Veranstaltung dieser Art öfter durchzuführen.
lehrverträge: knappes plus
Die Zahl der Lehrverträge im ersten Halbjahr liegt mit 3.469 ganz knapp über dem Ergebnis von 2009 (3.426). Rückgänge gab es bei den Nicht-WK-Mitgliedern (-210%) und der Industrie (-140%). Ansonsten gab es Zuwächse zwischen 50% (Gewerbe) und 420% (Banken und Versicherungen). Zu den 3.469 sind noch 446 Plätze in Ausbildungseinrichtungen zu zählen, die massiv stiegen (1. Halbjahr 2009: 172).



