Arbeitslosigkeit in Tirol um 9 % gestiegen

Männer, Nicht-Österreicher_innen und Junge besonders betroffen. Niedrigste Arbeitslosenquote aufgrund steigender Beschäftigung


  • Veröffentlicht 02.04.2024
  • Bundesland Tirol

Mit Stichtag 31.03.2024 sind in Tirol 14.147 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +1.168 Menschen mehr (+9,0 %). 42,7 % der arbeitslos vorgemerkten Personen haben maximal einen Pflichtschulabschluss und 64,8 % sind kürzer als 3 Monate arbeitslos. Österreichweit liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei +12,3 % und aktuell gibt es in Österreich 291.468 Arbeitslose.

Bei 14.147 Arbeitslosen und geschätzten 365.000 unselbständig Beschäftigten (+4.000 Beschäftigte im Vorjahresvergleich) betrug die Arbeitslosenquote im März 2024 in Tirol 3,7 %. Das ist der niedrigste Wert aller Bundesländer.
Arbeitslose im März 2019: 14.405 | 2020: 43.077 | 2021: 32.607 | 2022: 13.151 | 2023: 12.979 | 2024: 14.147

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol: „Die Arbeitslosigkeit steigt in Tirol weiter an. Männer, zugewanderte Menschen und Junge sind vom Anstieg deutlich stärker betroffen. Im Vergleich mit anderen Bundesländern steht Tirol aber weiterhin gut da.“

2.244 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +43 Personen oder +2,0 % mehr.
Schulungsteilnehmer_innen im März 2019: 2.057 | 2020: 2.070 | 2021: 2.856 | 2022: 2.528 | 2023: 2.201 | 2024: 2.244

Rückgang der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsrekord im Tourismus
Überdurchschnittlich stark ist die Arbeitslosigkeit im Handel (+275 Arbeitslose bzw. +15,5 %), in der Baubranche (+217 bzw. +13,8 %), in der Warenherstellung (+201 bzw. +18,6 %), im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei (+192 bzw. +22,7 %) und in der Arbeitskräfteüberlassung (+73 bzw. +12,8 %) gestiegen.

In der Beherbergung und Gastronomie ist die Arbeitslosigkeit hingegen um -120 bzw. -3,8 % gesunken. Gleichzeitig hat die unselbstständige Beschäftigung in der Tourismusbranche in dieser Wintersaison ein neues Rekordniveau erreicht.

Sabine Platzer-Werlberger: Nach Corona wirkt der Tourismus nun wieder wie ein Airbag für den Tiroler Arbeitsmarkt. Dort sinkt die Arbeitslosigkeit und die Beschäftigung ist auf ein Rekordhoch geklettert. Weniger robust zeigt sich die Situation aktuell im Handel, am Bau, in der Industrie und im Verkehrssektor.“

Von den aktuell 14.147 arbeitslos vorgemerkten Personen waren 21,5 % zuletzt in der Beherbergung und Gastronomie beschäftigt. 14,5 % haben im Handel und 12,6 % in der Baubranche und 10,5 % in der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, und dabei hauptsächlich in der Arbeitskräfteüberlassung und in der Gebäudereinigung, gearbeitet.

___

Arbeitslosigkeit gestiegen
↑ +1.168 | +9,0 % auf 14.147 Personen
Beschäftigung gestiegen
↑ +4.000 | +1,0 % auf 365.000 unselbständig Beschäftigte
Arbeitslosenquote gestiegen
↑ +0,3 %-Punkte auf 3,7 %
___

DER TIROLER ARBEITSMARKT IM MÄRZ 2024
Arbeitslosigkeit in Tirol um 9 % gestiegen
Arbeitslosenquote: 3,7 %

Männer stärker von steigender Arbeitslosigkeit betroffen
Mit Ende März sind 5.765 Frauen und 8.382 Männer in Tirol arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit bei den Frauen um +1,5 % und bei den Männern um +14,9 % gestiegen. Die Arbeitslosenquote der Frauen lag mit 3,2 % etwas unter jener der Männer (4,2 %). Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote bei den Frauen stabil (+0,0 %-Punkte), während die Arbeitslosenquote der Männer um +0,5 %-Punkte gestiegen ist

Arbeitslosigkeit in Innsbruck und bei den Jugendlichen überdurchschnittlich gestiegen
Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit konnte in den Bezirken Innsbruck (+16,9 %), Kufstein (+16,4 %), Reutte (+4,2 %), Kitzbühel (+1,3 %) und Imst (+1,2 %) beobachtet werden. In den Bezirken Lienz (-9,8 %), Landeck (-8,3%) und Schwaz (-4,5 %) ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich hingegen gesunken.

Überdurchschnittlich stark gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 25 Jahren (+25,0 % bzw. +336). Die Arbeitslosigkeit von Älteren (50 Jahre und älter) ist im Vorjahresvergleich um +1,0 % bzw. +42 vergleichsweise gering gestiegen.

Starke Unterschiede können auch bei der Nationalität beobachtet werden. Während die Arbeitslosigkeit bei den Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft nur um +2,6 % gestiegen ist, fiel der Anstieg bei den EU-Bürger_innen mit +15,2 % und bei den Menschen aus sonstigen Drittstaaten mit +27,6 % überdurchschnittlich stark aus.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit leicht gestiegen
Aktuell sind in Tirol 1.681 Personen langzeitbeschäftigungslos. Im Vorjahresvergleich ist die Langzeitbeschäftigungslosigkeit in Tirol um +1,9 % gestiegen (Ö: +6,4 %).

63,1 % dieser arbeitsmarktfernen Personen haben gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen oder eine Behinderung, 56,0 % sind älter als 50 Jahre und 50,8 % haben maximal einen Pflichtschulabschluss.

Anzahl der offenen Stellen weiter rückläufig
Ende März waren beim AMS Tirol insgesamt 6.715 offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet. Im Vorjahresvergleich ist die Anzahl der offenen Stellen um -14,6 % bzw. -1.147 gesunken. Am stärksten rückläufig ist die Anzahl der offenen Stellen im Handel (-479), in der Beherbergung und Gastronomie (-246), in der Arbeitskräfteüberlassung (-205), in der Baubranche (-156) und in der Warenherstellung (-116). Im Gesundheits- und Sozialwesen (+109), bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+77) und in der öffentlichen Verwaltung (+51) konnte ein Anstieg beobachtet werden.
Offene Stellen (sofort verfügbar) im März 2019: 5.374 | 2020: 4.087 | 2021: 4.084 | 2022: 9.321 | 2023: 7.862 | 2024: 6.715

Beschäftigtendaten Februar 2023
Mit 369.929 aufrechten Dienstverhältnissen waren Ende Februar 2024 so viele Menschen wie nie zuvor in Tirol unselbständig beschäftigt. Das sind um +3.475 mehr als im Vorjahr. Dieser Zuwachs ist zur Gänze auf die anhaltend starke Zuwanderung in den Tiroler Arbeitsmarkt zurückzuführen. Die Anzahl der Beschäftigten mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft ist im Vorjahresvergleich um +3.936 Personen gestiegen. Die Beschäftigung von Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft ist im Vorjahresvergleich um -461 gesunken. Besonders stark ist die Beschäftigung von Inländer_innen in der öffentlichen Verwaltung (+564), im Gesundheits- und Sozialwesen (+513) und bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+476) gestiegen. Im Handel (-1.133), in der Warenherstellung (-750) und in der Beherbergung und Gastronomie (-312) sind hingegen weniger Österreicher_innen unselbstständig beschäftigt als noch vor einem Jahr.

Unabhängig von der Nationalität ist die Beschäftigung im Gesundheits- und Sozialwesen (+1.063), in der öffentlichen Verwaltung (+986), in der Beherbergung und Gastronomie (+888) und bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+751) besonders deutlich gestiegen. Ein Rückgang der Beschäftigung kann aktuell in der Arbeitskräfteüberlassung (-797), im Handel (-681), in der Warenherstellung (-98) und in der Baubranche (-39) beobachtet werden.
unselbständige Beschäftigung im Jänner 2020: 357.944 | 2021: 312.779 | 2022: 356.437 | 2023: 366.454 | 2024: 369.929
 

Diese Seite wurde aktualisiert am: 02. April 2024