Häufig gestellte Fragen zum Thema

Altersteilzeitgeld ab 01.01.2014


  • Der besondere Vorteil für DienstgeberInnen besteht darin, dass auch weiterhin das Wissen und die Erfahrung des/der älteren ArbeitnehmerIn zur Verfügung steht, ohne die ArbeitnehmerInnen durch die Normalarbeitszeit zu überfordern und die in Altersteilzeit gegangene Person sicher besonders motiviert ist, wenn er bzw. sie für die reduzierte Arbeitszeit einen überproportionalen Lohnausgleich erhält.

    Das Altersteilzeitgeld ersetzt dem Dienstgeber bei Blockzeitvereinbarungen 50 % bzw. bei gleichbleibenden Reduzierungen der Arbeitszeit 90 % der durch den Lohnausgleich bis zur Höchstbeitragsgrundlage anfallenden Bruttolohnkosten und der abzuführenden Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung inklusive IESG-Zuschlag).

    Sonderzahlungen werden monatlich automatisch mit 1/6 des laufenden Entgelts berücksichtigt - sie sind daher dem AMS auch nicht zu melden. 

    Bei DienstnehmerInnen die dem Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz unterliegen, ersetzt das Arbeitsmarktservice dem Dienstgeber auch den entsprechenden Prozentsatz der für den Lohnausgleich zu leistenden Beiträge an die Bauarbeiter-Urlaubskasse für das Urlaubsentgelt und den Urlaubszuschuss. Darüber hinaus erhält der Dienstgeber den entsprechenden Prozentsatz der zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge, die nach wie vor in der gleichen Höhe wie vor dem Übertritt in die Altersteilzeitarbeit zu entrichten sind.

    Das Altersteilzeitgeld unterliegt nicht der Umsatzsteuer.

    Der Vorteil für die betroffenen DienstnehmerInnen liegt darin, dass sie bei einer 40 bis 60 Prozent reduzierten Arbeitszeit zusätzlich zur Entlohnung für die tatsächlich geleistete Arbeit bis zur Höchstbeitragsgrundlage einen Lohnausgleich in der Höhe von mindestens 50 % des Differenzbetrages zwischen dem vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit gebührenden Entgelt und dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt erhalten. Gleichzeitig sind für sie Beiträge zur Sozialversicherung in gleicher Höhe wie vor Übertritt in die Altersteilzeitarbeit abzuführen.

  • Die Vereinbarung muss jedenfalls folgende Punkte enthalten:

    • Angaben über die Normalarbeitszeit und die Reduzierung
    • Angaben zur Entlohnung / zum Lohnausgleich
    • Berechnungsbasis für die Abfertigung muss die Arbeitszeit vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit sein
    • Verpflichtung die SV-Beiträge entsprechend dem Entgelt vor Herabsetzung der Normalarbeitszeit weiterzuzahlen

    Bei den regionalen Geschäftstellen sowie im Internet gibt es zur Beantragung von Altersteilzeitgeld ein Antragsformular mit einer Ausfüllhilfe.

  • Lesen Sie bitte unbedingt die eigens zur Verfügung stehende Ausfüllhilfe, die Sie zum Antragsformular beim AMS sowie im Internet unter "Download & Formulare" erhalten. Bei Unklarheiten hilft Ihnen auch gerne Ihr Arbeitsmarktservice.

  • Die reduzierte Arbeitszeit kann prinzipiell über die vereinbarte Dauer der Altersteilzeit beliebig verteilt werden (Blockzeitmodell oder gleichmäßige Verteilung).

    Um eine gleichbleibende Arbeitszeitvereinbarung handelt es sich, wenn

    • entweder die Schwankungen der Arbeitszeit innerhalb eines Jahres ausgeglichen werden, wobei der Jahreszeitraum immer vom Beginn der Laufzeit der Altersteilzeitvereinbarung gerechnet wird. Beispiel: Altersteilzeitbeginn 1.6.2014 -  Jahreszeiträume, in denen die Arbeitszeit jeweils ausgeglichen werden muss: von 1.6.2014 bis 31.5.2015, von 1.6.2015 bis 31.5.2016 usw.
    • oder die Abweichungen zwischen der im Altersteilzeitmodell vereinbarten, reduzierten Arbeitszeit und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit nicht mehr als 20% der vor der Altersteilzeit geleisteten Arbeitszeit beträgt und diese Abweichungen im gesamten Vereinbarungszeitraum ausgeglichen werden (Beispiel: Vor der Altersteilzeit geleistete Arbeitszeit: 38 Stunden. Vereinbarte reduzierte Arbeitszeit: 19 Stunden. Zulässige Bandbreite der Arbeitszeit: 11,4 bis 26,6 Stunden.)

    Eine Blockzeitvereinbarug liegt vor, wenn die Arbeitsschwankungen nicht den Kriterien einer gleichbleibenden Arbeitszeitvereinbarung entsprechen.

    ACHTUNG: Ob ein Blockzeitmodell oder eine gleichbleibende Reduzierung der Arbeitszeit gewählt wird, hat Auswirkungen auf die Höhe der Refundierung der Aufwände durch das AMS.

    Es ist jedoch nicht zulässig, Mehrarbeit zu leisten, die zu einem Verdienst führt, der über der mtl. Geringfügigkeitsgrenze liegt, in diesem Fall würde das Altersteilzeitgeld eingestellt.

  • Mit einer Altersteilzeitgeldvereinbarung ist kein besonderer Kündigungsschutz verbunden.

  • Die Zahlungen an den/die DienstnehmerIn während der Altersteilzeitarbeit erfolgt unabhängig von der Arbeitszeitverteilung, bzw. von einer Blockzeitvereinbarung; es wird monatlich gleichbleibend jener Lohnausgleich ausbezahlt, der sich an der grundsätzlichen Vereinbarung über die Arbeitszeitreduktion orientiert.

    Die Höhe der Refundierung der finanziellen Aufwendungen an den Dienstgeber ist jedoch abhängig davon, ob ein Blockzeitmodell oder eine gleichbleibende Arbeitszeitreduzierung gewählt wurde. Bei Blockzeitvereinbarungen werden 50%,  bei gleichbleibenden Reduzierungen der Arbeitszeit 90% der zusätzlichen Aufwände ersetzt.

    ACHTUNG: Bei Inanspruchnahme der Blockzeitvariante muss spätestens bei Beginn der (maximal 2,5 Jahre dauernden) Freizeitphase eine zuvor arbeitslose Ersatzarbeitskraft eingestellt oder ein Lehrling in ein Ausbildungsverhältnis übernommen werden. Geschieht dies nicht, ist das bis zu diesem Zeitpunkt ausbezahlte Altersteilzeitgeld an das AMS zurückzubezahlen. In Zusammenhang mit dieser Maßnahme darf kein Dienstverhältnis gelöst werden.

  • AntragstellerIn und Bezugsberechtigte dieser Leistung sind DienstgeberInnen, die mit ihren DienstnehmerInnen eine Vereinbarung über die Ausübung von Altersteilzeitarbeit abschließen.

    Es sind sowohl die Vereinbarung von gleichbleibende Arbeitszeitreduzierungen als auch von Blockzeitmodellen möglich.

    Um eine gleichbleibende Arbeitszeitvereinbarung handelt es sich, wenn

    • entweder die Schwankungen der Arbeitszeit innerhalb eines Jahres ausgeglichen werden, wobei der Jahreszeitraum immer vom Beginn der Laufzeit der Alterszeitvereinbarung gerechnet wird,
      Altersteilzeitbeginn 1.6.2014 -  Jahreszeiträume, in denen die Arbeitszeit jeweils ausgeglichen werden muss: von 1.6.2014 bis 31.5.2015, von 1.6.2015 bis 31.5.2016 usw.
    • oder die Abweichungen zwischen der im Altersteilzeitmodell vereinbarten, reduzierten Arbeitszeit und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit nicht mehr als 20% der vor der Altersteilzeit geleisteten Arbeitszeit beträgt und diese Abweichungen im gesamten Vereinbarungszeitraum ausgeglichen werden.

    Beispiel:  
    vor der Altersteilzeit individuell geleistete Arbeitszeit  38 Stunden
    vereinbarte reduzierte Arbeitszeit 19 Stunden
    zulässige Bandbreite der Arbeitszeit 11,4 bis 26,6 Stunden

    Eine Blockzeitvereinbarung liegt vor, wenn die Arbeitschwankungen nicht den Kriterien einer gleichbleibenden Arbeitszeitvereinbarung entsprechen.

    Das Altersteilzeitgeld ersetzt bei Blockzeitvereinbarungen 50% bei gleichbleibenden Reduzierungen der Arbeitszeit 90% der durch den Lohnausgleich bis zur Höchstbeitragsgrundlage anfallenden Bruttolohnkosten und der hierfür abzuführenden Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung inklusive IESG-Zuschlag).Darüber hinaus erhält der Dienstgeber den entsprechenden Prozentsatz der zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge, die nach wie vor in der gleichen Höhe wie vor dem Übertritt in die Altersteilzeitarbeit zu entrichten sind.

    Bitte beachten Sie: Bei Inanspruchnahme der Blockzeitvariante muss spätestens bei Beginn der (maximal 2,5 Jahre dauernden) Freizeitphase eine zuvor arbeitslose Ersatzarbeitskraft eingestellt oder ein Lehrling in ein Ausbildungsverhältnis übernommen werden. Geschieht dies nicht, ist das bis zu diesem Zeitpunkt ausbezahlte Altersteilzeitgeld an das AMS zurückzubezahlen. In Zusammenhang mit dieser Maßnahme darf kein Dienstverhältnis gelöst werden.

    Die Altersteilzeitarbeit kann mit älteren ArbeitnehmerInnen ( Frauen ab 53 Jahre, Männer ab 58 Jahre) für längstens 5 Jahre vereinbart werden, die bereits 3 Monate im Unternehmen beschäftigt sind und in den letzten 25 Jahren 780 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt waren. Die Frist von 25 Jahren kann – falls erforderlich – durch Kindererziehungszeiten bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres eines Kindes verlängert werden.

    Die Beantragung erfolgt bei jener Regionalen Geschäftsstelle, in deren Bereich sich der Sitz des Betriebes befindet.

    Mehr Infos zum Altersteilzeitgeld

  • Wenn Ihre bisherige Arbeitszeit die gesetzliche (40 Stunden) oder kollektivvertragliche (individuell geregelte) Normalarbeitszeit im letzten Kalenderjahr um nicht mehr als 40 % unterschritten hat, dann besteht die Möglichkeit, die Arbeitszeit für den Bezug von Altersteilzeitgeld weiter zu reduzieren. Bei dieser Prüfung sind alle Dienstverhältnisse (auch zu anderen Dienstgebern) zu berücksichtigen, die im letzten Kalenderjahr bestanden haben.
    Z.B. kann von 32 Stunden auf 12,8 bis 19,2 (40 % bis 60 %) reduziert werden.

  • Je nach Vereinbarung mit dem/der DienstgeberIn.

    Der/die ArbeitgeberIn muss jedoch mindestens 50% des Differenzbetrages zwischen dem durchschnittlichen Entgelt im letzten Kalenderjahr und jenem das nach der Herabsetzung der Dienstzeit gebührt, bezahlen.

    Dazu ein Beispiel bei dem die Arbeitszeit um 50% reduziert wurde:

    Vorher:     EUR 2.800.--
    Nachher:  EUR 1.400.--

    EUR 1.400.-- davon 50 % = EUR 700,-- (= Lohnausgleich)

    Der/die ArbeitgeberIn muss daher mindestens EUR 2.100.-- zahlen.
    In diesem Beispiel sind das rund 75 %.

    Die Beiträge zur Sozialversicherung müssen in gleicher Höhe wie vor Übertritt in die Altersteilzeitarbeit bezahlt werden.

  • Die Berechnungsgrundlage für den Lohnausgleich orientiert sich an dem Durchschnittseinkommen der letzten 12 Kalendermonate. Dabei werden Überstunden miteinbezogen.

    Hat das Dienstverhältnis bei Übertritt in die Altersteilzeitarbeit noch keine 12 Monate angedauert, besteht die Bemessungsgrundlage aus dem Durchschnitt der Bruttoentlohnung während dieses kürzeren - jedoch mindestens 3 Monate langen - Zeitraumes.

  • Naturalleistungen sind, soweit sie sozialversicherungspflichtig sind, Lohnbestandteil und somit als Entgelt zu berücksichtigen.

  • Bei einer anderen Firma ist ein weiteres Dienstverhältnis - unabhängig von der Höhe des Entgelts - neben einem Beschäftigungsverhältnis im Altersteilzeitmodell möglich.

  • Ab 1.1.2010 gibt es Veränderungen bei der Berücksichtigung von Entgeltänderungen und dem Ausmaß, in dem sie sich auf die Höhe des Altersteilzeitgeldes auswirken.Davon betroffen sind auch die Meldepflichten des Dienstgebers:

    1. Kollektivvertragliche Lohnerhöhungen unabhängig von deren Höhe: Kollektivvertragliche Lohnanpassungen werden durch eine Erhöhung des Auszahlungsbetrages um den Tariflohnindex abgegolten. Die Erhöhung mit Tariflohnindex erfolgt im Mai des betreffenden Jahres und ist für die nächsten 12 Monate gültig. Daher sind Lohnerhöhungen auf der Grundlage von kollektivvertraglichen Anpassungen (unabhängig von ihrer Höhe) nicht mehr bekannt zu geben. Eine Ausnahme stellen Fälle dar, in denen der Lohnausgleich durch den Wert der Höchstbeitragsgrundlage eingekürzt wird. Hier sind auch kollektivvertragliche Anpassungen nach wie vor zu melden.
    2. Alle übrigen Entgeltänderungen, die keine kollektivvertraglichen Anpassungen darstellen (z.B. Biennalsprünge): Hier ist zu unterscheiden, ob die Entgeltänderung den Wert von EUR 20,- überschreitet oder nicht.
     Entgeltänderung unter EUR 20,-:  Diese können nicht berücksichtigt werden und sind daher auch nicht zu melden. (Ausnahme: Bei Fällen, in denen der Lohnausgleich durch den Wert der Höchstbeitragsgrundlage eingekürzt wird, sind auch diese Entgeltänderungen nach wie vor zu melden)
     Entgeltänderung über EUR 20,-:   Diese sind mittels Änderungsmeldung dem AMS anzuzeigen und werden bei der Berechnung des Altersteilzeitgeldes berücksichtigt.

    HINWEIS:

    Für die Zahlungen an die DienstnehmerInnen sind diese speziellen Berechnungsregelungen für das Altersteilzeitgeld ohne Auswirkungen - hier ist nach wie vor die tatsächliche kollektivvertragliche Lohnerhöhung sowie die jeweilige andere Entgeltänderung in voller Höhe zu beachten.