Weiterbildungsgeld

Stand: 01.01.2014

Was?

Wenn Sie mit Ihrem Dienstgeber eine Bildungskarenz oder eine Freistellung gegen Entfall der Bezüge auf Grundlage des Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetzes (AVRAG) oder nach gleichartigen bundes- oder landesgesetzlichen Bestimmungen vereinbart haben, können Sie die Zuerkennung des Weiterbildungsgeldes beantragen.

Wer?

Grundvoraussetzung für eine Bildungskarenz nach § 11 Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetzes oder gleichartigen landes- oder bundesgesetzlichen Bestimmungen ist, dass Sie bei Ihrem  Dienstgeber unmittelbar vor dem Beginn der Bildungskarenz ununterbrochen 6 Monate (3 Monate bei Saisonbetrieben) arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt waren. Im Hinblick auf Ausnahmen von dieser Regelung (z.B. wenn Sie eine Bildungskarenz im Anschluss an eine Elternkarenz planen), erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen regionalen Geschäftsstelle über die diesbezüglichen Möglichkeiten.

Eine Bildungskarenz kann innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von insgesamt 4 Jahren im Gesamtausmaß von maximal einem Jahr abgeschlossen werden.

Es bleibt dabei Ihnen überlassen, ob Sie

  • das Jahr zur Gänze durchgehend in Anspruch nehmen wollen – was dazu führt, dass sie in den darauf folgenden 3 Jahren keine weitere Bildungskarenz konsumieren  können,
  • die 12-monatige Bildungskarenz innerhalb des Vierjahreszeitraumes in Teilen verbrauchen oder
  • mit einer Bildungsteilzeit kombinieren wollen – (mehr dazu unter „Wie lange?“).

Jeder einzelne Teil einer Bildungskarenz muss zumindest 2 Monate andauern.

Liegen die notwendigen Anwartschaftszeiten vor (siehe Arbeitslosengeld), ist eine der Grundvoraussetzungen für den Anspruch, dass Sie nachweislich in diesem Zeitraum an einer Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden oder einer vergleichbaren zeitlichen Belastung (wie während eines Studiums) teilnehmen. Haben Sie Betreuungsverpflichtungen für ein Kind, dass das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und bestehen keine längeren Betreuungsmöglichkeiten, ist es ausreichend, wenn die von Ihnen besuchten Weiterbildungsmaßnahmen zumindest 16 Wochenstunden in Anspruch nehmen

Wird während der Bildungskarenz einem Studium nachgegangen muss nach jedem Semester bzw. nach jeweils 6 Monaten ein Nachweis über die Ablegung von Prüfungen aus Pflicht- und Wahlfächern im Gesamtumfang von 4 Semesterwochenstunden oder im Ausmaß von 8 ECTS-Punkten erbracht werden. Alternativ kann auch ein anderer Erfolgsnachweis (wie beispielsweise Ablegung der Diplomprüfung oder des Rigorosums oder Bestätigung des Fort-schrittes und des zu erwartenden positiven Abschlusses einer Diplomarbeit oder einer sonstigen Abschlussarbeit) erbracht werden. Erfolgt das nicht, ist eine weitere Gewährung des Weiterbildungsgeldes nicht möglich.

Die Vereinbarung einer Bildungskarenz ist übrigens auch dann möglich, wenn Sie in einem Saisonbetrieb beschäftigt sind. In diesem Fall müssen Sie vor Antritt der Bildungskarenz in den letzten 4 Jahren 6 Monate bei diesem Dienstgeber gearbeitet haben. Direkt vor Antritt der Bildungskarenz müssen drei Monate durchgehender Beschäftigung an diesem Saisonarbeitsplatz nachgewiesen werden können. Die Aufteilung der Karenzteile kann dann genauso erfolgen, wie oben beschrieben.

Handelt es sich dagegen um eine Freistellung gegen Entfall der Bezüge, ist – neben der Erfüllung der Anwartschaft – eine Voraussetzung für die Zuerkennung des Weiterbildungsgeldes, dass Ihr Dienstgeber nachweislich eine Ersatzarbeitskraft für diesen Zeitraum einstellt. Diese Ersatzarbeitskraft muss vor ihrer Einstellung Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen haben und über der Geringfügigkeitsgrenze beschäftigt werden. Die Freistellung gegen Entfall der Bezüge nach § 12 Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetzes  (AVRAG) oder gleichartiger bundes- oder landesgesetzlichen Bestimmungen muss mindestens für 6 Monate, kann jedoch längstens bis zu einem Jahr vereinbart werden.

HINWEIS:
Wenn Sie während des Bezuges des Weiterbildungsgeldes auch einer anderen Beschäftigung oder einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, informieren Sie sich bitte bei einem/r unserer BeraterInnen über die zulässigen Einkommens- bzw. Umsatzgrenzen. Werden diese überschritten, besteht kein Anspruch auf Weiterbildungsgeld.

Wieviel?

Die Höhe des Weiterbildungsgeldes entspricht dem Arbeitslosengeld. Sie erhalten jedoch mindestens EUR 14,53 täglich (das entspricht der Höhe des Kinderbetreuungsgeldes).

Wie lange?

Das Weiterbildungsgeld kann im Gesamtzeitraum von 4 Jahren – bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen – je nach der gesamten Dauer einer vereinbarten Bildungskarenz für zwei Monate bis zu maximal einem Jahr ausbezahlt werden. Bei einer Freistellung gegen Entfall der Bezüge liegt der mögliche Zeitraum des Bezuges des Weiterbildungsgelds zwischen 6 Monaten bis zu einem Jahr.

Es bleibt dabei Ihnen überlassen, ob Sie das Jahre zur Gänze durchgehend in Anspruch nehmen wollen – was dazu führt, dass Sie in den darauf folgenden 3 Jahren keine weitere Bildungsteilzeit oder Freistellung gegen Entfall der Bezüge und auch keine Bildungskarenz konsumieren können. Ebenso können Sie das 12-monatige Weiterbildungsgeld innerhalb des Vierjahreszeitraumes in Teilen verbrauchen oder mit einer Bildungsteilzeit kombinieren. Jeder einzelne Teil einer Bildungskarenz muss aber zumindest 2 Monate und jeder einzelne Teil einer Freistellung gegen Entfall der Bezüge muss jedoch zumindest 6 Monate andauern.

Kombination von Weiterbildungsgeld und Bildungsteilzeitgeld:

Sie können innerhalb eines Zeitraumes von 4 Jahren Weiterbildungsgeld und Bildungsteilzeitgeld kombinieren – die Anwartschaftserfüllung am Beginn des Vierjahreszeitraums gilt für beide Leistungen. Beim selben Dienstgeber ist nur ein einmaliger Wechsel zwischen den beiden Varianten zulässig. Ein Wechsel von einer Bildungskarenz oder einer Bildungsteilzeit auf eine Freistellung gegen Entfall der Bezüge ist beim selben Dienstgeber nicht möglich. Ein einmaliger Wechsel von einer Freistellung gegen Entfall der Bezüge auf eine Bildungskarenz oder eine Bildungsteilzeit beim selben Dienstgeber ist hingegen zulässig. Es erfolgt eine Anrechnung der beiden Leistungen Weiterbildungsgeld und Bildungsteilzeitgeld aufeinander - 1 Tag Weiterbildungsgeld entspricht dabei 2 Tagen Bildungsteilzeitgeld.

Der vierjährige Beobachtungszeitraum beginnt mit dem ersten Bezugstag von Weiterbildungsgeld oder Bildungsteilzeitgeld – je nachdem welche Leistung am Beginn des Vierjahreszeitraumes steht.

Wird zu Beginn des Vierjahreszeitraumes Weiterbildungsgeld beantragt, muss einmal die Anwartschaft auf Arbeitslosengeld erfüllt werden – danach kann das Weiterbildungsgeld fortbezogen oder (nach 6 Monaten Beschäftigung) Bildungsteilzeitgeld gewährt werden. Gleiches gilt, wenn der Vierjahreszeitraum mit einem Bezug von Bildungsteilzeit beginnt – allerdings ist danach keine Freistellung gegen Entfall der Bezüge mehr möglich.

Innerhalb des Vierjahreszeitraumes können entweder 12 Monate Weiterbildungsgeld oder 24 Monate Bildungsteilzeitgeld bezogen werden. Bei einer Kombination beider Leistungen kommt es zu einer wechselseitigen Kürzung mit dem Umrechnungsschlüssel 1:2.

Dementsprechend möglich sind unter Anwendung des Umrechnungsschlüssels (jeweils innerhalb des Vierjahreszeitraums) z.B.

  • insgesamt 1 Jahr Weiterbildungsgeld (unabhängig davon, ob der Leistung eine Karenzierung nach § 11 oder § 12 AVRAG  zugrunde liegt), wobei ein Teil der Bildungskarenz immer 2 Monate bzw. ein Teil der Freistellung gegen Entfall der Bezüge immer 6 Monate betragen muss, oder insgesamt 2 Jahre Bildungsteilzeitgeld, wobei ein Teil immer 4 Monate betragen muss, oder
  • ein halbes Jahr Weiterbildungsgeld und (nach 6 Monaten Beschäftigung) ein Jahr Bildungsteilzeit, oder
  • in halbes Jahr Bildungsteilzeitgeld und danach 9 Monate Weiterbildungsgeld etc.

Wie?

Wenn Sie nicht NutzerIn eines eAMS-Kontos sind, beachten Sie bitte folgende Punkte.

Sie können das Weiterbildungsgeld nur mittels persönlicher Vorsprache beim AMS beantragen.

Die Beantragung (= Geltendmachung des Anspruches) ist nur bei Ihrer zuständigen regionalen Geschäftsstelle möglich. Versäumen Sie auch keinesfalls Fristen für die Einbringung des Antrags, die Ihnen von Ihrem/r AMS-BeraterIn genannt werden. Verständigen Sie daher rechtzeitig Ihre regionale Geschäftsstelle, wenn Sie den Antrag nicht termingerecht abgeben können. Wenn Sie solche Fristen ohne triftigen Grund versäumen, kann das Weiterbildungsgeld frühestens ab dem Tag zuerkannt werden, an dem Sie den Antrag tatsächlich eingebracht haben.

Das Formular für die Bestätigung des Abschlusses der Bildungskarenz bzw. der Freistellung gegen Entfall der Bezüge können Sie unter Download & Formulare herunterladen. Bitte bringen Sie dieses nach Möglichkeit bereits bei der Beantragung mit und lassen Sie es zuvor von Ihrem Dienstgeber ausfüllen und unterschreiben.

Als NutzerIn eines eAMS-Konto haben Sie die Möglichkeit, das Weiterbildungsgeld elektronisch über das eAMS-Konto zu beantragen. Genaue Informationen zu den konkreten Ablaufschritten und die dabei zu beachtenden Voraussetzungen finden Sie direkt in Ihrem eAMS-Konto.