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Steiermark, 31.03.2005
Frauenpotenzial für den Arbeitsmarkt
Steirische Zentren für Ausbildungsmanagement
Ausgangslage – Segregation in Ausbildung und Beruf.
Innerhalb der jüngeren Generation sind mehr als die Hälfte der MaturantInnen, der Studierenden und auch mehr als die Hälfte der StudienabsolventInnen Frauen. Jedoch sind Frauen in jener Personengruppe, die nach der Pflichtschule keine weitere Ausbildung anschließt, nach wie vor überrepräsentiert.
Die typischen "Frauenberufe" weisen wiederum meist eine niedrige Einkommensstruktur, niedrige formale Qualifikationsanforderungen, geringe Aufstiegschancen und hohe Arbeitsplatzunsicherheit auf.
Segregation beginnt bei der Berufsausbildung: Im Augenblick gibt es 250 Lehrberufe. 75% der Mädchen konzentrieren auf nur zehn dieser Berufe, während dagegen lediglich 49% der Burschen auf zehn Lehrberufe fokussieren.
Mädchen konzentrieren sich immer noch sehr stark einerseits auf einige wenige Schultypen, Studienrichtungen und andererseits verstärkt auf so genannte "Frauenberufe". So werden beispielsweise rund 52% der weiblichen Lehrlinge in nur drei (!) Lehrberufen ausgebildet (Einzelhandel, Friseurin, Bürokauffrau).
Höhe und Art der Qualifikation beeinflussen nach wie vor stark das Erwerbsverhalten von Frauen und Männern und das Risiko, arbeitslos zu werden.
ZAM – zehn Jahre Strategie gegen Segregation.
Bereits seit dem Jahr 1995 wird in der Steiermark über die so genannten Zentren für Ausbildungsmanagement (ZAM) den Erfordernissen des modernen Arbeitsmarktes und der angestrebten Gleichstellung der Frau in Gesellschaft und Arbeitswelt Rechnung getragen. Die in der Steiermark – finanziert von Land und Arbeitsmarktservice – flächendeckend installierten ZAM, insgesamt neun an der Zahl, stellen flexible, integrierte Orientierungs-, Beratungs- und Ausbildungssysteme dar und verfügen über Know-how und Erfahrung im Zusammenführen von jeweiligem Qualifikationsbedarf und entsprechenden Qualifizierungsangeboten. Wesentliches Charakteristikum ist die starke Einbettung in die regionale Wirtschaft: Die Qualifizierungen erfolgen ausschließlich in Unternehmen bzw. in betriebsnahen Zusammenhängen.
Integriertes Modell zur Realisierung zukunftsträchtiger Berufskarrieren.
Im Rahmen der arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkte "Unterstützung des Wiedereinstiegs von Frauen in den Beruf nach familienbedingten Unterbrechungen" und "Frauen und Mädchen in technisch-handwerkliche Berufe" hat das AMS mit den ZAM heuer ein spezielles Maßnahmenbündel geschnürt. Dieses orientiert sich sowohl an den individuellen Wünschen der Frauen als auch an den derzeitigen bzw. zukünftigen Bedürfnissen der Wirtschaft. In einem ganzheitlichen Prozess werden arbeitsuchende Frauen von der Orientierungsphase über die Beratung bis hin zur eigentlichen Ausbildung betreut. Mit Kundinnen und Betreuerinnen werden maßgeschneiderte Ausbildungspläne erarbeitet und deren Umsetzung begleitet. Besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die betriebsnahen Ausbildungsformen im Rahmen der Implacement-Stiftungen für Frauen und der Lehrstellenförderung für erwachsene Frauen.
Die Kosten für das gesamte Maßnahmenbündel werden im Jahr 2005 € 4,1 Mio betragen, wobei eine Kofinanzierung des Landes Steiermark in der Höhe von etwa einem Viertel der Gesamtsumme angedacht ist (entspricht in etwa der Finanzierung in den letzten Jahren). An Zugängen sind rd. 1200 Frauen für Vorfeldmaßnahmen geplant, in die Frauenstiftung sollen etwa 240 Frauen eintreten, 40 Frauen könnten eine Lehrstellenförderung für Erwachsene in nichttraditionellen Lehrberufen in Anspruch nehmen, weitere 200 Ausbildungen sind über unterschiedlichste Qualifizierungsschienen geplant.



