Infos für ArbeitnehmerInnen

Übersicht

Informationen über Rechte und Pflichten

Rechte und Pflichten der ArbeitnehmerInnen sind gesetzlich und kollektivvertraglich geregelt. Sämtliche Angaben sind Mindestanforderungen, sie können zu Gunsten der ArbeitnehmerInnen geändert werden.

Arbeitsvertrag

Durch den Arbeitsvertrag werden Rechte und Pflichten von ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern begründet.

  • Der Vertragsabschluss kann mündlich oder schriftlich erfolgen.
  • Bei mündlichem Vertragsabschluss muss ein Dienstzettel ausgehändigt werden.

Arbeitsvertrag und Dienstzettel beinhalten:

  • Name des Arbeitgebers, Firmenname und Adresse
  • Name und persönliche Daten des Arbeitnehmers / der Arbeitnehmerin (Geburtsdatum, Staatsbürgerschaft, Adresse)
  • Beginn und Ende des Dienstverhältnisses
  • Probezeit
  • Kündigungsfrist
  • Arbeitsort
  • Lohn/Gehalt
  • Arbeitszeit
  • Urlaubsanspruch
  • Arbeitsverwendung

Reisekosten

Derzeit gibt es keine gesetzlichen und kollektivvertraglichen Vereinbarungen, die die Frage der Reisekosten regeln. Klären Sie vor Vertragsabschluss ab, ob und in welcher Form der Arbeitgeber die Reisekosten übernimmt.

Unterkunft und Verpflegung

Derzeit gibt es keine gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Vereinbarungen, die die Frage der Unterkunft und Verpflegung regeln.

  • Klären Sie Fragen zu Unterkunft und Verpflegung vor Vertragsabschluss ab.
  • Vereinbarungen sollten im Arbeitsvertrag bzw. im Dienstzettel festgehalten werden.
  • Bei zahlreichen Betrieben kommen Arbeitgeber für Unterkunft und Verpflegung auf. Die Unterbringung erfolgt häufig in Doppel- bzw. Einzelzimmern, die meistens mit Dusche und WC ausgestattet sind. In vielen Fällen können Freizeiteinrichtungen benützt werden.

Beginn und Ende des Arbeits- bzw. Dienstverhältnisses

Hier wird festgelegt, ob es sich um:

  • ein befristetes Dienstverhältnis (erster Arbeitstag, letzter Arbeitstag) oder
  • ein unbefristetes Dienstverhältnis (erster Arbeitstag) handelt.

Arbeitszeit

  • Die Normalarbeitszeit beträgt 40 Wochenstunden. In Spitzenzeiten (z.B. Wintersaison in den Touristenzentren in Salzburg und Tirol), sind Arbeitszeiten bis maximal 55 Stunden pro Woche zulässig. Überstunden sind durch Zeitausgleich oder mit 50 % Zuschlag finanziell abzugelten.
  • Im Gastgewerbe ist die 6-Tage-Woche üblich. Ein Tag pro Woche ist frei; dieser dienstfreie Tag fällt jedoch selten auf ein Wochenende. Die Tagesarbeitszeit gliedert sich in der Regel in einen Früh- und Spätdienst mit dienstfreien Stunden dazwischen. Bei unregelmäßigen Diensten und Überstunden ist es sinnvoll, eigene Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten zu führen.

Im Krankheitsfall

  • ArbeitnehmerInnen sind kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert.
  • Im Krankheitsfall haben ArbeitnehmerInnen dies unverzüglich dem Arbeitgeber zu melden.

Auflösung des Arbeits- bzw. Dienstverhältnisses

ArbeitnehmerInnen, die in Tirol bleiben möchten und eine andere Arbeitsstelle suchen, können sich an die zuständige Geschäftsstelle des AMS Tirol wenden.

Ansprüche bei Beendigung des Dienstverhältnisses

Alle ArbeitnehmerInnen haben bei Beendigung des Dienstverhältnisses Anspruch auf die Aushändigung folgender Arbeitspapiere:

  • Endabrechnung: In dieser müssen der noch offene Lohn, anteilsmäßige Sonderzahlungen, Urlaubsabfindung und etwaige noch offene Überstunden enthalten sein.
  • Arbeitsbescheinigung: Diese erhälten ArbeitnehmerInnen vom Arbeitgeber. Mit der Arbeitsbescheinigung melden sich ArbeitnehmerInnen bei der zuständigen Regionalstelle des Arbeitsmarktservice Tirol und erhält von dort das Formular E301. Wurde vom Arbeitgeber keine Arbeitsbescheinigung ausgestellt, unterstützt ihn die zuständige Regionalstelle des Arbeitsmarktservice bei der Beschaffung.
  • Arbeitszeugnis: Alle ArbeitnehmerInnen haben das Recht auf ein Arbeitszeugnis. Arbeitszeugnisse dürfen keine – für ArbeitnehmerInnen – nachteiligen Formulierungen enthalten. Sie sind den ArbeitnehmerInnen auf Verlangen auszustellen.

Lohn und Gehalt

In den meisten Fällen wird ein Nettolohn vereinbart (Lohnsteuer, Versicherungsbeiträge und sonstige Abgaben sind bereits abgezogen). Der derzeit aktuelle Mindestlohn (dieser Wert ist eine absolute Untergrenze) für Fachkräfte beträgt EUR 966,20 netto und für Hilfskräfte EUR 925,85 netto.

Dienstkleidung

  • Standardausstattung für den Bereich Service: schwarze Röcke bzw. schwarze Hosen und weiße Blusen bzw. Hemden. Wichtig sind auch bequeme, feste Schuhe. Diese Standardbekleidung ist von den DienstnehmerInnen selbst mitzubringen. Darüberhinaus wird in einigen Betrieben teilweise einheitliche Dienstkleidung zur Verfügung gestellt. ArbeitnehmerInnen, die im Service mit Inkasso arbeiten, benötigen auch eine Kellnergeldtasche.
  • Standardausstattung für den Bereich Küche: Kochhose, Kochjacke, Kochhaube, bequeme, rutschfeste Schuhe, für gelernte KöchInnen eigenes Messerset. Diese Standardausstattung ist ebenfalls von den DienstnehmerInnen selbst mitzubringen.