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Tirol, Innsbruck, 20.07.2017

Positiver Trend am Tiroler Arbeitsmarkt im ersten Halbjahr 2017

Stellenangebot und Beschäftigung steigen an. Arbeitslosigkeit sinkt


Die Zahl der unselbständig Beschäftigten liegt im 1. Halbjahr 2017 bei 328.332. Das bedeutet einen Anstieg von +7.076 oder +2,2 %. Im Halbjahresdurchschnitt waren 21.749 arbeitslose Personen vorgemerkt, das sind um 1.497 oder -6,4 % weniger als im Vorjahresvergleich. Die Arbeitslosenquote für das erste Halbjahr 2017 beträgt 6,2 % (Erstes Halbjahr 2016: 6,7 %).

„Die Zwischenbilanz zur Entwicklung des Tiroler Arbeitsmarkts im ersten Halbjahr 2017 fällt dank eines stabilen Beschäftigungswachstums und eines höheren Rückgangs der Arbeitslosigkeit als zu Jahresbeginn erwartet positiv aus. Nicht nur die deutlich abgesunkene Arbeitslosenquote, sondern auch das starke Plus beim Zugang der an das AMS Tirol gemeldeten Stellen unterstreicht die in Fahrt gekommene Konjunktur und die positive Stimmung der heimischen Wirtschaft“, kommentiert die stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, Mag. Sabine Platzer-Werlberger, die Arbeitsmarktdaten für das erste Halbjahr 2017. Dennoch müsse kritisch gesehen werden, dass die positive Entwicklung zögerlich bei den Langzeitarbeitslosen ankommt und bei den Älteren noch überhaupt nicht. „Im Gegenteil“, so Platzer-Werlberger, „Personen älter als 50 Jahre sind 2017 von einer Steigerung der Arbeitslosigkeit um 3,2 % oder 208 Personen stärker betroffen als andere Altersgruppen oder als  im ersten Halbjahr 2016.“ Hier setze das AMS Tirol gemeinsam mit anderen Partnern wie dem Land Tirol verstärkt Akzente - wie etwa mit der Aktion 20.000 – die Hartnäckigkeit des gebildeten Sockels zeige aber, dass diese Zielgruppe noch lange Zeit besonderer Aufmerksamkeit und Anstrengungen bedürfe. „Der wichtigste Schlüsselbegriff bleibt zweifelsohne das Thema Bildung. 41,7% der insgesamt 21.749 arbeitslosen Personen haben nur Pflichtschulausbildung. Der Anteil der betroffenen Personen mit Lehrausbildung beträgt 39,7 %. 7,1 % der arbeitslosen Personen besitzen eine höhere Ausbildung, 4,9 % einen akademischen Abschluss. Mit Ausbildung bis 18, Fachkräftestipendium, Berufsorientierung und gezielter Förderung unternimmt das AMS Tirol besondere Anstrengungen, um junge und erwachsene Menschen zu qualifizieren. Dabei ist die Verbesserung der digitalen Kompetenzen in allen Schulungen des AMS ein wichtiges Thema. Dadurch soll Arbeitslosigkeit möglichst nicht entstehen oder wenn sie unvermeidlich wird, schneller als bei höchstem Bildungsabschluss Pflichtschule enden,“ unterstreicht Platzer-Werlberger.

Der durchschnittliche Bestand von 328.332 unselbständig Beschäftigten bedeutet ein Plus von 7.076 oder +2,2 % im 1. Halbjahr 2017. Geschlechtsspezifisch betrachtet gab es bei den beschäftigten Frauen einen Anstieg um 3.401 oder +2,24 % auf 155.332. Bei der Männerbeschäftigung gab es einen Anstieg um 3.676 oder +2,17 % auf 173.000.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit bezieht sich auf alle Altersgruppen, mit Ausnahme älterer Personen ab 50. Die Zahl der 15 bis 24jährigen arbeitslos registrierten Personen ist um 14,3 % oder -443 auf 2.658 zurückgegangen. Die Gruppe der 12.452 arbeitslosen Personen im Haupterwerbsalter (25 bis 49 Jahre) nahm um 9,2 % oder -1.261 Personen ab. Von einer Steigerung der Arbeitslosigkeit sind Personen älter als 50 betroffen (um 3,2 % oder 208 Personen mehr als im ersten Halbjahr 2016).

Mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 % liegt Tirol österreichweit an 4. Stelle hinter Salzburg mit 5,6%, Vorarlberg mit 5,8 % und Oberösterreich mit 6,1%.

Geschlechtsspezifisch betrachtet, kam es im Halbjahresdurchschnitt 2017 bei den 9.667 Frauen zu einem Rückgang um 628 Personen oder -6,1 %. Die Zahl der 12.082 arbeitslosen Männer ist um 869 oder -6,7 % gesunken.

Die Zahl der länger als 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen ist gesunken. Mit einem Rückgang von 399 Personen oder relativ betrachtet -9,3 % waren im Durchschnitt 3.870 Personen vorgemerkt. 1.823 Personen waren im 1. Halbjahr 2017 über 12 Monate vorgemerkt, das bedeutet ebenfalls ein Minus im Ausmaß von 131 oder -6,7%.

Die stärksten Rückgänge nach Wirtschaftsabschnitten betrachtet, gab es im Abschnitt Beherbergung und Gastronomie mit -402 oder -6,5 % und im Bereich Handel inclusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (-314 Personen oder -10,1 %).
Der Rückgang im Handel (ohne den KFZ-Bereich) setzt sich aus -222 Personen oder -10,3 % im Einzelhandel und -68 Personen oder -9,1 % Großhandel zusammen. Der Bereich Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (sog. „Arbeitskräfteüberlassung“) ist um 105 Personen oder
-10,8% gesunken.

Nach Berufen betrachtet konnten die massivsten Rückgänge der Arbeitslosigkeit bei den Handelsberufen mit -284 oder -12,4 % und bei den Fremdenverkehrsberufen mit -279 oder -4,8 % beobachtet werden.

Der Zugang der TeilnehmerInnen in Schulungsaktivitäten des AMS Tirol sank im 1. Halbjahr des Jahres 2017 minimal gegenüber dem Vorjahr um 85 Personen oder -1,9 % auf 4.471. Der Durchschnittsbestand von TeilnehmerInnen an Schulungs- und Ausbildungsaktivitäten ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 Personen oder +1,3 % auf 2.620 Personen leicht gestiegen.

Insgesamt wurden 24.527 freie Stellen gemeldet, um 1.985 oder +8,8 % mehr als im Vorjahreszeitraum. 5.768 Stellen waren auch im ersten Halbjahr 2017 durchschnittlich im Monat beim AMS Tirol gemeldet, eine Steigerung um 1.776 oder +44,5 % mehr.
Im 1. Halbjahr 2017 suchten durchschnittlich 531 Personen (sofort und nicht sofort verfügbar) eine Lehrstelle (-52 oder -8,8 %). Gleichzeitig waren 771 Lehrstellen (+212 oder +37,8 %) zur sofortigen und 1.372 (-156 oder -10,2 %) zur zukünftigen Besetzung gemeldet.