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Tirol, Innsbruck, 03.08.2012
Tiroler Arbeitsmarkt Juli 2012: Erster Sommermonat bringt Zunahme der Arbeitslosigkeit.
Zuwächse in allen Bezirken und Altersgruppen. Stellenangebot steigt weiterhin. Schulungsaktivitäten gingen in Tirol weiter zurück.
Bei einem prognostizierten Stand von 313.000 unselbständig Beschäftigten (ein Plus von 4.000 Personen im Vorjahresvergleich) und 13.368 vorgemerkten Arbeitslosen betrug zum Stichtag 31.07.2012 die Arbeitslosenquote in Tirol 4,1% (Juli 2011: 3,9%).
In Tirol kam es im Juli 2012 mit +901 oder +7,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat zu einem Anstieg an vorgemerkten arbeitslosen Personen. In Österreich stieg die Arbeitslosigkeit um +18.126 oder +8,6%.
„Diese Entwicklung überrascht uns vom Zeitpunkt her, wir haben sie zwei Monate später erwartet. Dennoch können wir noch nicht eindeutig von einer Trendwende sprechen", stellte AMS Tirol Chef Anton Kern mit Blick auf die weiterhin gestiegene Zahl von gemeldeten Stellen und - zumindest in Tirol - deutlich rückläufigen Schulungszahlen fest. „In erster Linie haben wir ein strukturelles Problem: Besonders betroffen sind Personen ohne Pflichtschulabschluss oder mit Pflichtschulausbildung. Diese Zahl beläuft sich auf 4.809, das sind um 603 Personen oder +12,5 % mehr als im Vorjahresmonat. Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, das sind aktuell 2.998, mithin um 251 oder 9,1 % mehr im Vergleich zum Vorjahresmonat“, so Kern.
Die massivsten Anstiege nach Wirtschaftsabschnitten betrachtet gab es in der Beherbergung und Gastronomie (+187 oder +7,5 %), bei der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+163 oder +12,9 %), im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (+162 oder +7,7 %) sowie im Bau (+72 oder +10,2 %).
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zieht sich durch alle Altersgruppen. Bei den älteren Personen ab 50 gab es mit +9,0% oder +221 den größten Zuwachs, gefolgt von den 20- bis 24-Jährigen mit +8,0% oder +140 Personen. Bei den 25- bis 49-Jährigen gab es einen Anstieg von +6,6% oder +513, bei den 15-bis 19-Jährigen ist ein Plus von 4,9% oder +27 festzustellen.
Bei den 621 länger als 1 Jahr vorgemerkten Arbeitslosen ist ein Anstieg von +114 oder +22,5% zu verzeichnen.
Nach Regionen betrachtet gab es den größten Anstieg in Kufstein mit +21,2% oder +322, gefolgt von Landeck (+8,7% oder +77), Kitzbühel (+8,3% oder +59), Innsbruck (+6,9% oder +392) und Imst (5,5% oder +53). Reutte verzeichnet einen Rückgang (-10,2% oder -40), ebenso Lienz (-0,9% oder -10).
Im Juli 2012 nahmen 1.644 Personen an Schulungs- und Ausbildungsaktivitäten des AMS Tirol teil, das sind im Vorjahresvergleich um -202 oder -10,9% weniger.
Bei den 2.890 Stellenzugängen gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 283 oder +10,9%. Bei den 2.900 Stellenabgängen ist ein Rückgang von -32 oder -1,1% zu beobachten.
„Die Tiroler Wirtschaft befindet sich weiterhin in guter Verfassung und stemmt sich erfolgreich gegen die weltweiten Turbulenzen“, analysiert Anton Kern. „Einerseits eine leichte Abnahme der Arbeitslosigkeit im Produktionsbereich, so - wie im letzten Monat - ein steigendes Stellenangebot und ein weiterer Anstieg der Beschäftigung, andererseits eine Zunahme der Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern Österreichs - da lassen sich noch keine klaren Trends ableiten“, fasst Anton Kern zusammen.
Die Laufzeit bis zur Besetzung einer freien Stelle beträgt 35 Tage.
Arbeitslosigkeit nach Berufen: Nach ausgewählten Berufsobergruppen sind die markantesten Anstiege im Bereich Reinigung mit +208 oder +37,6%, im Fremdenverkehr mit +176 oder +7,5% und bei den Hilfsberufen mit +146 oder +10,4% feststellbar.
Arbeitslosigkeit nach Altersgruppen: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zieht sich durch alle Altersgruppen. Bei den älteren Personen ab 50 gab es mit +9,0% oder +221 den größten Zuwachs, gefolgt von den 20- bis 24-Jährigen mit +8,0% oder +140 Personen. Bei den 25- bis 49-Jährigen gab es einen Anstieg von +6,6% oder +513, bei den 15-bis 19-Jährigen ist ein Plus von 4,9% oder +27 festzustellen.
Langzeitarbeitslosigkeit: Bei den Langzeitarbeitslosen sind 621 Personen länger als 1 Jahr vorgemerkt, was eine Veränderung von +114 oder +22,5% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Zahl der 6 Monate und länger Vorgemerkten stieg um
+282 oder +15,8% auf 2.063.
Arbeitslosigkeit nach Geschlecht: Nach geschlechtsspezifischer Betrachtung der vorgemerkten Arbeitslosen kam es bei den Frauen zu einem Anstieg von +341 oder +5,3% auf 6.804 und bei den Männern zu einem Plus von 560 oder +9,3% auf 6.564.
Arbeitslosigkeit nach Regionen: Nach Regionen betrachtet gab es den größten Anstieg in Kufstein mit +21,2% oder +322, gefolgt von Landeck (+8,7% oder +77), Kitzbühel (+8,3% oder +59), Innsbruck (+6,9% oder +392) und Imst (5,5% oder 53). Reutte verzeichnet einen Rückgang (-10,2% oder -40), ebenso Lienz (-0,9% oder -10).
Arbeitskräftenachfrage: Bei den 2.890 Stellenzugängen gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 283 oder +10,9%. Bei den 2.900 Stellenabgängen ist ein Rückgang von -32 oder -1,1% zu beobachten.
Zugang in die Arbeitslosigkeit: Im Juli 2012 verzeichnet Tirol einen Zugang von 5.117 arbeitslosen Personen, das sind um +247 oder +5,1% mehr als im Vorjahresvergleich.
Lehrstellenmarkt: Am Lehrstellenmarkt sind die gemeldeten freien Lehrstellen im Vergleich zum Juli 2012 um -1 oder -0,1% auf 742 zurückgegangen.
Die Zahl der 502 Lehrstellensuchenden ist um -63 oder -11,2% zurückgegangen. Das ergibt eine Lehrstellenandrangziffer von 0,7.



