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Österreich, Wien, 01.06.2017

Trendwende am Arbeitsmarkt erreichte Ende Mai alle Bundesländer

Mit 394.511 Jobsuchenden (inkl. Schulungsteilnehmer) sank die Arbeitslosigkeit in Österreich Ende Mai gegenüber Mai 2016 um rund 11.000 oder 2,7 Prozent. Die Trendwende hat Ende Mai nun alle Bundesländer erreicht, auch in Wien und Niederösterreich ging die Zahl der Jobsuchenden gegenüber Mai 2016 zurück. Weitere Anstrengungen im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind jedoch zweifelsohne notwendig, insbesondere der Anstieg von langzeitarbeitslosen Personen (+4.354/+8,0%) und arbeitslos gemeldeten Menschen mit Behinderung (+795/+6,7%) verlangen unsere Aufmerksamkeit", erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS).

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition liegt in Österreich aktuell bei 8,0 Prozent. Damit ist sie um 0,5 Prozentpunkte zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote nach der internationalen Erhebungsmethode gemäß EUROSTAT wird für Österreich mit 5,5 Prozent angegeben. Das ist ebenfalls ein Rückgang um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der EU-Durchschnitt liegt bei 7,8 Prozent. Die Jugendarbeitslosenquote beträgt in Österreich nach dieser Definition 10,5 Prozent, im Durchschnitt der EU liegt dieser Wert bei 16,7 Prozent.

Wie auch in den Vormonaten sind es vor allem junge Menschen die von der Erholung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes überdurchschnittlich profitieren. Die Anzahl der Arbeitslosen im Alter von 15- bis 24 Jahren geht Ende Mai gegenüber dem Vorjahr um 16,0 Prozent zurück. Damit hat sich hier der Rückgang seit 18 Monaten kontinuierlich verstärkt.
Rückläufig ist die Arbeitslosigkeit zudem sowohl bei Frauen mit 3,2 Prozent  als auch bei Männern mit 6,3 Prozent. Bei InländerInnen geht die Zahl der Arbeitslosen aktuell um 5,6 Prozent zurück und auch bei Personen ohne österreichischen Pass ist die Zahl der Arbeitsuchenden mit 3,2 Prozent weiter abnehmend.

Die Zahl der Arbeitslosen ist auch Ende Mai wieder in allen Bundesländern rückläufig. Hier hat sich der Trend allerdings etwas verändert. Waren es in den Vormonaten fast durchwegs die westlichen Bundesländer so haben nunmehr die Steiermark mit 10,3 Prozent gefolgt vom Burgenland mit 8,3 Prozent  und Kärnten mit 7,4 Prozent  die stärksten Abnahmen zu verzeichnen. In Wien liegt die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen aktuell um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Den geringsten Rückgang verzeichnet aktuell Niederösterreich mit 1,5 Prozent.

Weiterhin nimmt die Arbeitslosigkeit in den von der konjunkturellen Entwicklung besonders betroffenen Branchen besonders deutlich ab. In der Bauwirtschaft sind Ende Mai um 13,0 Prozent weniger arbeitslos, in der Warenproduktion um 7,8 Prozent und in der Arbeitskräfteüberlassung um 5,3 Prozent.  Auch im Tourismus zeigt sich ein Rückgang um 4,4 Prozent und im Handel ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent zurückgegangen. Ein leichter Anstieg zeigt sich hingegen noch im Gesundheits- und Sozialwesen mit 1,4 Prozent.

Trotz der guten Gesamtentwicklung fallen allerdings einige Gruppen am Arbeitsmarkt weiter zurück. Hier sind vor allem Personen ab 50 Jahre zu nennen, die nach dem Verlust des Arbeitsplatzes kaum wieder in Beschäftigung kommen können. Von den 97.795 arbeitslos vorgemerkten Personen in diesem Alter haben rund die Hälfte (47.861) schon mehr als 12 Monaten keine nachhaltige Beschäftigungsaufnahme. Diese Gruppe hat damit innerhalb eines Jahres um 4.349 bzw. 10,0 Prozent  zugenommen. Auch für gesundheitlich beeinträchtigte und behinderte Menschen zeigt sich das Arbeitsmarktgeschehen nach wie vor besonders schwierig. Aktuell liegt hier die Zahl der Arbeitslosen um  4.280 bzw. 6,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Hier helfen keine Leistungsverschlechterungen sondern vor allem aktive Maßnahmen zur Schaffung neuer Arbeitsangebote wie sie etwa mit der Aktion 20.000 und dem Beschäftigungsbonus geplant sind.

Die relativ gute Konjunkturlage zeigt sich vor allem auch an der Entwicklung der offenen Stellen. Der Bestand der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten Stellen beträgt aktuell 59.858 und liegt damit um 43,9 Prozent über dem Vorjahreswert.  Ebenso positiv entwickelt sich auch Lehrstellenmarkt. So liegt die Zahl der Lehrstellensuchenden Ende Mai 2017 um 6,4 Prozent unter dem Vorjahreswert während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um 32,6 Prozent  zugenommen hat. Den 4.647 Lehrstellensuchenden stehen 4.272 betriebliche Lehrstellen gegenüber.