Österreich, Wien, 25.04.2017

AJOUR - Beratungsprojekt für arbeitslose Journalist/inn/en gestartet

Erste Beratungen beginnen nächste Woche - Kontaktaufnahme unter www.ajour.or.at


Die Arbeitslosigkeit im Journalismus wächst. Die jüngste Entwicklung zeigt, dass der Abbau von Arbeitsplätzen nicht nur in traditionellen Medienhäusern stattfindet, sondern auch in jungen, digitalen Medien. „Im Vorjahr waren im Monatsdurchschnitt 852 JournalistInnen arbeitslos gemeldet, davon waren 105 in Schulung. Die Zahl der arbeitslosen Journalist/inn/en stieg damit in zwei Jahren um rund 9,7% und wird auch in Zukunft weiter steigen. Das und die Besonderheiten des Arbeitsmarkts für Journalist/inn/en waren Grund zu handeln. Mit ‚AJOUR – Arbeit für Journalist/inn/en‘ finanzieren wir eine maßgeschneiderte Beratungs- und Betreuungseinrichtung, die ab sofort ihren Betrieb aufnimmt“,  betont Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich am Dienstag in einer Pressekonferenz. Das Projekt wurde vom Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, der Industriellenvereinigung, dem Presseclub Concordia und dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) initiiert.

Zur Zielgruppe von AJOUR gehören von Arbeitslosigkeit bedrohte, arbeitslose oder arbeitssuchende JournalistInnen, PressereferentInnen, ReporterInnen, FotoreporterInnen, KunstkritikerInnen, Online-RedakteurInnen, Radio/FernsehredakteurInnen, Technische(r) RedakteurIn, Video-JournalistInnen, Content-ManagerInnen, Medien InformationsgrafikerInnen bzw. Medien-InformatinsdesignerInnen. Da 60 % aller hauptberuflich in Österreich tätigen JournalistInnen in Wien und Umgebung arbeiten, wird sich AJOUR zunächst auf Betroffene in Wien konzentrieren. Schätzungsweise 100 Personen werden im ersten Jahr zu sogenannten „Erstgesprächen“ in die Beratung kommen.

„AJOUR ist ein innovatives Pilotprojekt, das an der individuellen Lebenssituation der Menschen anknüpft und ihnen bei der Suche nach neuen Berufsperspektiven professionelle BeraterInnen zur Seite  stellt“, präzisiert Mag. Lydia Ninz, Geschäftsführerin von AJOUR. „Wir gehen davon aus, dass rund ein Drittel  der Betroffenen wieder in den Medien oder mediennahen Bereichen arbeiten werden, als Selbständige oder Beschäftigte. Ein weiteres Drittel wird wohl in andere Kommunikationsberufe wechseln – etwa Pressesprecher oder PR-Agenturen –und rund ein Drittel  wird sich wohl völlig neu orientieren müssen.“

Im Büro von „AJOUR“ wird zunächst in einem Erstgespräch geklärt, ob die Betroffenen in das vom AMS Wien geförderte Beratungs- und Betreuungsprojekt übernommen werden können und wollen. Passend zur individuellen Situation werden spezielle BeraterInnen ausgewählt, gemeinsam die weiteren Berufs-, Karriere- und Weiterbildungsschritte entwickelt und umgesetzt - auch in Richtung Selbstständigkeit. Der berufliche Weg aller JournalistInnen, die an diesem intensiven Coaching- Prozess teilgenommen haben, wird drei Monate nach deren Ausscheiden evaluiert.

AJOUR – Arbeit für JournalistInnen ist als gemeinnützige GmbH („gGmbH) sehr schlank aufgestellt, mit Mag.a Lydia Ninz als Geschäftsführerin und Marie Reinherr als Assistenz der Geschäftsführung. Ein sorgfältig ausgewähltes Team aus freiberuflichen Beraterinnen und Beratern steht den TeilnehmerInnen zur Auswahl. Eigentümer von AJOUR ist der „Verein zur Förderung der beruflichen Fortbildung von JournalistInnen“ mit den Gründungsmitgliedern  WKO, IV, Presseclub Concordia und VÖZ. Die Finanzierung von AJOUR teilen sich AMS Wien und der Verein im Verhältnis 80:20.  Die AJOUR gGmbH ist auf drei Jahre angelegt, wobei die Finanzierung von Jahr für Jahr neu zu beschließen ist. Das Büro von AJOUR befindet sich in der Bankgasse 8, 1010 Wien in den Räumen des Presseclubs Concordia. Mehr unter www.ajour.or.at