Österreich, Wien, 01.09.2017

Arbeitslosen-Rückgang setzt sich im August weiter fort

Zahl der freien Stellen liegt um +43,5% über dem Vorjahreswert


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"Mit einem Rückgang der als arbeitslos oder in Schulung gemeldeten Personen um fast 14.000 bzw. 3,6% zeigt der österreichische Arbeitsmarkt auch Ende August 2017 eine höchst erfreuliche Entwicklung. Die stärksten Rückgänge der Arbeitslosigkeit weisen der Bau und der Bereich der Herstellung von Waren auf, hier kann man erkennen, wo die Wirtschaft aktuell offenbar wirklich "boomt". Erfreulich ist aber auch, dass die Arbeitslosigkeit nunmehr wieder in allen Bundesländern zurückgeht und auch der Tourismus in diesem Rekordsommer offenbar verstärkt auf vom AMS vermittelte Arbeitskräfte zurückgreift. Trotz eines nach vielen Jahren Wachstumsschwäche noch immer deutlich zu hohen Bestands an Arbeitssuchenden generell, werden aber nunmehr auch Klagen über Besetzungsschwierigkeiten und in Teilbereichen Fachkräftemangel laut. Hier gilt es also künftig verstärkt in die Qualifizierung von Arbeitssuchenden zu investieren, um nicht nur den Aufschwung zu stützen, sondern auch weiterhin Rückgänge der Arbeitslosigkeit vermelden zu können", erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) zur Arbeitsmarktlage von Ende August.

Inklusive Schulungsteilnehmer/innen waren Ende August 2017 insgesamt 374.792 Personen beim AMS vorgemerkt, um 3,6 % oder 13.832 Personen weniger als noch im August 2016. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition ist damit um 0,6 Prozentpunkte auf 7,7% gesunken. Nach der Definition von Eurostat beträgt die Arbeitslosigkeit in Österreich derzeit 5,4% und liegt damit um fast einen Prozentpunkt niedriger als im Vorjahr (-0,9%).

Die Beschäftigung  wächst weiterhin ausgesprochen stark und hat einen neuen Rekordwert erreicht. Mit Ende August 2017 sind in Österreich bereits 3.734.000 Personen unselbstständig beschäftigt. Damit sind heuer um 77.000 Personen mehr in Beschäftigung als im Vorjahr.

Die Arbeitslosigkeit ist durchgängig in fast allen Branchen stark rückläufig. Die Arbeitslosigkeit im Bau ist um - 10,1 % bzw. -2.066 Personen gesunken. In der Herstellung von Waren ist die Arbeitslosigkeit um - 8,6 % bzw. - 2.516 Personen gesunken. Im Tourismus ist die Arbeitslosigkeit mit - 8,5 % bzw. - 3.101 Personen rückläufig und auch im Handel ist die Arbeitslosigkeit um - 7 % bzw. -3.671 Personen ebenso wie die Arbeitslosigkeit in der Arbeitskräfteüberlassung mit - 4,8 % bzw. - 1.603 Personen gefallen.  Sogar der in den Vormonaten noch zu beobachtende leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen der Vormonate hat sich gänzlich eingebremst auf +0,0 % bzw. +4 Personen.

Auch weiterhin sinkt die Arbeitslosigkeit der Männer mit - 12.010 Arbeitssuchenden bzw. - 6,8 % besonders stark. Die Arbeitslosigkeit der Frauen ist mit - 4,1 % bzw. - 6.360 Personen ebenso rückläufig. Bei Inländer/innen geht die Zahl der Arbeitssuchenden aktuell mit - 5,7% etwas stärker zurück als bei Ausländer/innen mit - 5,1%.

Erfreulich ist der weiterhin positive Trend sinkender Jugendarbeitslosigkeit. Diese ist nach nationaler Definition um starke - 14,6% bzw. -6.154 Personen gesunken. Nach Eurostat ist die Jugendarbeitslosenquote in Österreich gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozentpunkte auf 9,7 % gesunken.

Die gute Konjunktur zeigt sich vor allem auch an der Entwicklung der offenen Stellen. Der Bestand der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten Stellen beträgt aktuell 61.868 und liegt damit um +43,5% über dem Vorjahreswert.

Regional findet weiterhin eine Angleichung der positiven Entwicklung zwischen West- und Ostösterreich statt. Besonders stark sinkt die Arbeitslosigkeit derzeit in Tirol mit - 12,9 % bzw. -2.208 Personen, sowie in der Steiermark mit - 8,4 % bzw. - 3.302 Arbeitssuchenden, in Kärnten (-8,0 % bzw. - 1.665 Arbeitslose) und dem Burgenland (- 6,6  %  bzw. - 606 Arbeitssuchenden). Ebenso sinkt die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich (-5,1 % bzw. - 2.020 Personen), Niederösterreich (-5,1% bzw.- 2.903 Personen) und Salzburg (-3,0 % bzw. -370 Arbeitssuchenden). In Wien sinkt die Arbeitslosigkeit ebenfalls deutlich (- 4,2 % bzw. - 5.213 Personen) und wird bei weitem nicht mehr, wie noch im Vormonat, durch einen Anstieg der Schulungsteilnahmen kompensiert. Auch in Vorarlberg ist die Arbeitslosigkeit um - 83 Personen bzw. - 0,9% leicht gesunken.

Erfreulicherweise hat sich dank der nunmehr seit Juli in Modellregionen sehr gut anlaufenden Aktion 20.000 auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Zielgruppe 50+ enorm verlangsamt und beträgt nur mehr +1,2 % bzw. +1.126 Personen. Nun gilt es mit dem zügigen Ausbau der Aktion 20.000 auch bei den Älteren die Trendwende am Arbeitsmarkt zu schaffen und die Langzeitarbeitslosigkeit Älterer mittelfristig zu halbieren.