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Österreich, Wien, 01.12.2017

Arbeitslosigkeit sank im November um 24.440 oder 5,7%

Mehr als eine frohe Kunde bringen die Ende November Zahlen vom österreichischen Arbeitsmarkt.


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"Alle Bundesländer, alle großen Branchen, alle Altersgruppen, Personen mit inländischer wie mit ausländischer Staatsbürgerschaft, Langzeitbeschäftigungslosigkeit und auch Langzeitarbeitslosigkeit  zeigen rückläufige Entwicklungen. Will man ein Haar in der Suppe finden, so fällt einem nur die Akademiker-Arbeitslosigkeit (inkl. Personen in Schulung) mit einem Plus von 1,2% auf. Aber auch dies ist gut erklärbar. Der geringfügige Anstieg (+350 Personen) ist allein auf geflüchtete Personen zurückzuführen, bei denen ein Universitätsabschluss durch unsere Kompetenzchecks festgestellt wurde. Mit einem Gesamtrückgang von mehr als 24.0000 arbeitslos oder in Schulung befindlichen Personen gegenüber dem Vorjahr zeigt sich eine Arbeitsmarktentwicklung also wolkenlos", erklärte der Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Johannes Kopf.

Inklusive SchulungsteilnehmerInnen sind Ende November 2017 404.699 Personen beim AMS vorgemerkt. Im Vergleich zum November des Vorjahres entspricht das einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um -5,7% bzw. -24.440 Personen. Wie schon in den beiden Vormonaten bringt die immer besser laufende Arbeitsmarktentwicklung den jeweils stärksten Rückgang (im Vergleich zum Vorjahr) seit sechs Jahren hervor – diesmal noch um über 5000 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition ist dadurch um -0,8 Prozentpunkte auf 8,2% gesunken. Auch ohne Schulungsteilnahmen zeichnet sich mit aktuell 326.876 Arbeitslosen der größte Rückgang im derzeitigen Aufschwung ab: Minus 28.793 Personen bzw. minus 8,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Nach der Definition von Eurostat beträgt die Arbeitslosigkeit in Österreich mit Stichtag Ende Oktober 5,4%; um -0,5% niedriger als im Vorjahr.

Die Arbeitslosigkeit ist durchgängig in wesentlichen Branchen stark rückläufig. In der Herstellung von Waren ist die Arbeitslosigkeit um -13,9% bzw. -3.978 Personen gesunken. Die Arbeitslosigkeit im Bau liegt um -12,6 % bzw. -3.107 Personen niedriger als im Vorjahr. Im Handel ist sie um -9,7 % bzw. -4.926 Personen gefallen, in der Arbeitskräfteüberlassung mit -9,4 % bzw. -3.396 Personen rückläufig, und im Tourismus um -8,5 % bzw. -5.076 Personen niedriger. Im Gesundheits- und Sozialwesen sinkt die Arbeitslosigkeit aktuell um -6,8% bzw. -640 Personen.

Die Arbeitslosigkeit der Männer sinkt mit -17.909 Arbeitsuchenden bzw. -9,1% besonders stark. Die Arbeitslosigkeit der Frauen ist mit -6,8% bzw. -10.884 Personen erfreulich rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr suchen aktuell -22.151 InländerInnen (-8,8%)  weniger Arbeit. Nicht ganz so stark geht die Arbeitslosigkeit bei Personen ohne österreichischen Pass mit -6,3% (-6.642) zurück. Zum ersten Mal seit langem konnte auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei behinderten Personen aufgehalten werden (aktuell -7 Personen bzw. -0.1%). Damit profitieren mittlerweile alle Bevölkerungsgruppen auf breiter Basis vom Aufschwung. 

Der positive Trend sinkender Jugendarbeitslosigkeit verläuft weiterhin sehr erfreulich. Die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen ist nach nationaler Definition um starke - 17,1% bzw. -7.233 Personen gesunken. Nach Eurostat ist die Jugendarbeitslosenquote in Österreich gegenüber dem Vorjahr um -1,7 Prozentpunkte auf 9,3% gesunken und liegt damit weiterhin im europäischen Spitzenfeld.

Die Hochkonjunktur zeigt sich vor allem auch an der Entwicklung der offenen Stellen. Der Bestand der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten Stellen beträgt aktuell 54.745 und liegt damit um +37.2% über dem Vorjahreswert. Auch für angehende Lehrlinge hat sich die Situation etwas entspannt, wenngleich die Zahl der Lehrstellensuchenden (5.611) trotz eines Rückgangs um -8% noch immer um 892 Personen größer ist als die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen (4.719, Anstieg um 23,5%). 

Regional gesehen profitieren alle Bundesländer vom Aufschwung, allerdings in unterschiedlicher Intensität. Besonders stark sinkt die Arbeitslosigkeit in der Steiermark mit -15,1% bzw. -6.335 Personen. Dahinter folgen dicht gedrängt, Oberösterreich (-10,4%  bzw. -4.081 Arbeitsuchende), Tirol mit -9,3% bzw. -2.564 Arbeitsuchenden, und das Burgenland (-9,1% bzw. -864). Deutlich sinkt die Arbeitslosigkeit auch in Niederösterreich (-8,0% bzw. -4.609 Personen), Kärnten (-7,9%  bzw. -2.080). In Wien beträgt der Rückgang erfreuliche -5,9% bzw. -7.336 Personen, und in Salzburg -5,0% bzw. -857 Arbeitsuchende. In Vorarlberg ist die Arbeitslosigkeit nur leicht um -67 Personen bzw. -0,6% gesunken.

Sowohl die gute Konjunktur als auch die über 1500 besetzten Stellen in der Pilotphase der Aktion 20.000 entfalten weiterhin ihre positive Wirkung auf die Zielgruppe der über-50-jährigen. Die Arbeitslosenzahl in dieser Gruppe, welche vor mehreren Monaten noch jeweils zwischen drei und sieben Prozent gestiegen ist und im Vormonat erstmals nach Jahren gesenkt werden konnte, fällt mittlerweile um -2% bzw. -2.027 Personen.