Österreich, Wien, 01.12.2016

Arbeitslosigkeit sinkt erstmals seit fünf Jahren

Rund 1.000 Jobsuchende weniger als noch im November 2015 - Starker Beschäftigungsanstieg und kräftiger Arbeitslosenrückgang am Bau


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"Das Jahr 2016 zeigt doch noch, dass es konjunkturell kein ganz schlechtes war. So sinkt erstmals seit 5 Jahren die Arbeitslosigkeit wieder. Aktuell sind mit 429.139 Personen um 968 oder 0,2% weniger Menschen als arbeitslos oder in Schulungen des AMS gemeldet als im November 2015. Dies ist auch einer bemerkenswert guten Entwicklung der Bauarbeitslosigkeit - mit einem Minus von über 10% - geschuldet. Die Arbeitslosigkeit sinkt österreichweit, mit Ausnahme von Wien und Niederösterreich, erfreulich auch der Lehrstellenmarkt und die weiterhin sehr gute Entwicklung der dem AMS gemeldeten offenen Stellen. Leider kann aufgrund der vorliegenden Konjunkturprognosen jedoch nicht von einer nachhaltigen Trendwende am Arbeitsmarkt gesprochen werden, wir müssen dies leider als "Schwalbe, die noch keinen Sommer macht" bezeichnen und rechnen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr", erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS).

Ende November ist die Zahl der Beschäftigten erneut kräftig angestiegen. Mit 3.599.000 unselbständigen Erwerbstätigen lag die Zahl der Arbeitsplätze um 57.000 bzw. um 1,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Dem Arbeitsmarktservice sind derzeit 39.897 offene Stellen gemeldet, auch das entspricht einer deutlichen Zunahme im Jahresabstand von 8.876 Stellen bzw. 28,6 Prozent. Insgesamt zeigten die kaufkraftstärkenden und die zusätzlichen arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten positive Auswirkungen. Die bessere Wirtschaftsentwicklung zeigt sich auch an der Entwicklung der offenen Stellen. Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitsmarktservice um 42.000 mehr offene Arbeitsplätze gemeldet als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Wie bereits in den Vormonaten entwickelt sich die Arbeitsmarktsituation für Männer gegenwärtig günstiger als für Frauen. Bei Männern lag die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert, bei Frauen hingegen stieg die Arbeitslosigkeit mit 0,1 Prozent leicht an. Geografisch setzt sich der Trend der letzten Monate fort. Am günstigsten zeigte sich die Arbeitsmarktlage in den westlichen Bundesländern. So nahm in Tirol die Arbeitslosigkeit um 7,0 Prozent ab, in Salzburg lag der Wert um 5,0 Prozent unter dem Vorjahr und in Vorarlberg um 2,6 Prozent. Steigend war die Arbeitslosigkeit weiterhin in zwei Bundesländern, schwach in Wien mit +0,3 Prozent und etwas stärker in Niederösterreich mit +2,0 Prozent.

Kräftiger Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft
In den von der konjunkturellen Entwicklung direkt betroffenen Branchen nahm die Arbeitslosigkeit relativ deutlich ab. In der Bauwirtschaft waren Ende November um 10,4 Prozent weniger Personen vorgemerkt, in der Warenproduktion um 2,6 Prozent und in der Arbeitskräfteüberlassung um 2,5 Prozent. Auch im Tourismus zeigte sich ein leichter Rückgang um 0,9 Prozent. Im Handel war die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Anstiege, bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Beschäftigungszuwächsen, zeigten sich hingegen noch im Gesundheits-und Sozialwesen mit 4,4 Prozent.

Jugendarbeitslosigkeit stark rückläufig
Erfreulich ist die weiter rückläufige Jugendarbeitslosigkeit. Die Zahl der vorgemerkten 15- bis 24-Jährigen lag um 8,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende November um 2,6 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert, der Bestand an sofort verfügbaren Lehrstellen nahm hingegen um 599 Stellen bzw. 17,1 Prozent zu.