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Österreich, Wien, 01.09.2016

Arbeitslosigkeit steigt leicht an – Allzeithoch bei Beschäftigten

4.039 Arbeitsuchende und 30.000 Beschäftigte mehr


Saisonbedingt steigt die Arbeitslosigkeit ab August wieder an, derzeit sind rund 389.000 Personen arbeitslos oder in Schulungen des AMS gemeldet, dies ist ein Plus gegenüber Ende Juli von rund 10.000 Personen. Im interessanteren Vorjahresvergleich präsentiert sich ein sehr ähnliches Bild wie auch schon Ende Juli 2016. Mit einem Plus von rund 4.000 oder +1,1% steigt die Arbeitslosigkeit nur relativ leicht an. Vom offenbar stärker als prognostizierten Wirtschaftswachstum profitieren der Bau und Industriebereich sowie die Arbeitskräfteüberlassung. Rückläufige Arbeitslosenzahlen weisen die Mehrzahl der Bundesländer auf. Auffallend weiterhin Tirol, das mit seinem interessanten Branchenmix und einer Reihe von international erfolgreichen Unternehmen aktuell eine höchst erfreuliche Entwicklung zeigt.

Ende August 2016 hat die Arbeitslosigkeit in Österreich die Zahl von 329.862 Personen erreicht. Somit sind gegenüber dem Vorjahr um 2.717 Personen mehr arbeitslos vorgemerkt, das ist eine Zunahme von 0,8%. Inklusive der Personen in Schulungen beträgt die Zahl der Vorgemerkten 388.624. Im Vergleich zum Vorjahr sind das +4.039 bzw. +1,1%. Die Registerarbeitslosigkeit beträgt somit 8,3%, das ist derselbe Wert des Vorjahresmonats.

Die Arbeitsmarktsituation Ende August 2016 ist jener der Vormonate wieder sehr ähnlich: die Beschäftigung steigt deutlich, die Arbeitslosigkeit leicht. Aktuell haben 3.629.000 Personen ein unselbständiges Beschäftigungsverhältnis, das sind um +30.000 bzw. +0,8% mehr als ein Jahr zuvor. Damit wurde wiederum ein neuer Allzeitbeschäftigungshöchststand erreicht. Seit Jahresbeginn konnten vom Arbeitsmarktservice 425.867 arbeitssuchenden Personen eine neue Stelle vermittelt werden, davon waren etwas über 64.000 jünger als 25 Jahre, und etwa 77.500 50 Jahre oder älter. Vor allem an der Entwicklung der offenen Stellen zeigt sich, dass der Aufwärtstrend in der österreichischen Wirtschaft weiter anhält. Die Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsplätze liegt Ende August mit 43.100 nunmehr um +35% über dem Vorjahreswert. Ein anderer, noch aussagekräftigerer Indikator für das Anziehen der Arbeitskräftenachfrage ist der gesamte Zugang an offenen Stellen beim AMS in diesem Jahr bisher (bis Ende August 326.265): dieser Wert lag um rund +12% über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.


Wachstum spürbar, aber noch nicht ausreichend

Trotz positiver Entwicklung bei offenen Stellen und Beschäftigung ist das Wirtschaftswachstum nicht ausreichend, um das Arbeitskräftepotential abzudecken. Denn trotz eines Allzeithochs bei der Beschäftigung nimmt die Zahl der arbeitslosen Beschäftigten um 2.717 Menschen zu. Inklusive der Personen in Schulungen beträgt die Zahl der Vorgemerkten 388.624, das sind um 4.039 Menschen mehr und entspricht einem Wachstum von 1,1%.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition beträgt 8,3% und ist damit unverändert gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote nach der internationalen Erhebungsmethode gemäß EUROSTAT wird für Österreich mit 6,0% angegeben. Österreich verbessert sich damit im EU-Vergleich um zwei Plätze auf Rang sechs. Die Jugendarbeitslosenquote beträgt nach dieser Definition 11,3%.


Heuer bereits 425.867 Menschen an Jobs vermittelt


Seit Jahresbeginn konnte das Arbeitsmarktservice bereits 425.867 Personen erfolgreich auf Stellen vermitteln, davon waren etwas über 64.000 jünger als 25 Jahre, und etwa 77.500 50 Jahre oder älter.


Positive Entwicklungen im Westen

Wie auch in den Vormonaten ist die Zahl der Arbeitslosen in den westlichen und südlichen Bundesländern weiterhin rückläufig. In Tirol beträgt die Abnahme -7,4%, in Vorarlberg -3,0%, in Salzburg -2,9%, in Kärnten -1,9% und in der Steiermark -1,1%. Am stärksten ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit hingegen in Niederösterreich mit +3,6% gefolgt von Wien mit +2,5% und dem Burgenland mit +1,8%. In Oberösterreich stieg die registrierte Arbeitslosigkeit um +0,9% an.


Weiterhin weniger männliche und junge Arbeitslose


Vor allem für Frauen (+2,4%) sowie Personen mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft (+7,9%), Personen ab 50 (+6,5%) und gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitssuchende (+7,7%) bleibt die Arbeitsmarktlage anhaltend schwierig. Bei Männern (-0,5%), österreichischen StaatsbürgerInnen (-1,6%) und Jugendlichen (-5,8%) ist die Arbeitslosigkeit nunmehr bereits seit mehreren Monaten rückläufig.

In den von der konjunkturellen Entwicklung direkt betroffenen Branchen nimmt die Arbeitslosigkeit relativ deutlich ab. In der Bauwirtschaft sind Ende August um -7,1% weniger Personen vorgemerkt, in der Warenproduktion um -2,7% und in der Arbeitskräfteüberlassung um -3,5%. Anstiege zeigen sich hingegen noch in den Dienstleistungsbereichen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen mit +3,1% und dem Handel mit +2,0%.


Mehr offene Lehrstellen


Die allmähliche wirtschaftliche Erholung zeigt sich nunmehr auch auf dem Lehrstellenmarkt, wobei die entscheidenden Monate für die Neueinstellung von neuen Lehrlingen erst kommen. So liegt Ende August die Zahl der Lehrstellensuchenden um -2,2% unter dem Vorjahreswert während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um +10,3% zugenommen hat. Dennoch stehen damit noch immer für 8.472 Suchende derzeit nur 4.445 betriebliche Lehrstellen, die dem AMS gemeldet wurden, zur Verfügung. Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht lediglich – vor allem durch die Nachfrage in Tourismusberufen – in Tirol und Salzburg.