Österreich, Wien, 03.07.2017

Juni-Arbeitslosigkeit sank um 12.000 oder 3,1% auf 375.000

Aktion 20.000 für Langzeitarbeitslose 50+ startet in den Modellregionen


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"Ende Juni 2017 waren rund 375.000 Menschen arbeitslos oder in Schulung beim AMS gemeldet. Es ist dies - mit einem Minus von rund 12.000 Personen oder -3,1% gegenüber dem Vorjahresmonat - der bisher stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit heuer. Obgleich selbstverständlich die noch immer absolut zu hohe Arbeitslosigkeit, aber auch die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt uns nicht zufrieden machen können, so sei doch ein gewisser Optimismus erlaubt. Es ist damit zu rechnen, dass durch die sich weiter verbessernde Konjunktur, den Beschäftigungsbonus und die vorerst in Pilotregionen beginnende "Aktion 20.000" ein noch stärkerer Rückgang der Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten verkündet werden kann", erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) zu den Arbeitsmarktdaten von Ende Juni. Unterm Strich blickt Kopf sehr optimistisch in die nahe Zukunft: Es sei nun schon das zweite Mal, dass die Bundeshauptstadt Wien einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit aufweise - trotz starken Zuzuges sowohl von Flüchtlingen wie auch von EU-Bürgern und innerösterreichischer Wanderungsbewegungen. Ebenfalls positiv sei das Anziehen des Arbeitsmarktes in den konjunktursensiblen Bereichen Bau und Industrie.

Die Zahl der Arbeitssuchenden ist im Juni im Jahresvergleich um 3,1 Prozent gesunken, gleichzeitig hat die Zahl der offenen Stellen um 38,1 Prozent zugelegt. Trotz guter Konjunktur verfestigt sich allerdings die Langzeitarbeitslosigkeit, während Junge deutlich leichter eine Stelle finden. Jobmotor war der Bau, gefolgt vom Produktionsbereich, während im Gesundheitssektor die Arbeitslosigkeit stieg. Insgesamt waren im Juni 374.973 Personen auf Jobsuche, davon waren 71.029 in Schulung (plus 6,3 Prozent). Am stärksten sank die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen (minus 15,7 Prozent) und bei Männern (minus 6,5 Prozent). Bei Frauen gab es einen Rückgang von 3,2 Prozent, bei Ausländern von 3,7 Prozent (inklusive Schulungen gab es bei ausländischen Mitbürgern mehr Arbeitssuchende).

Gänzlich anders sieht es bei Älteren (plus 3,5 Prozent ohne Job) und Menschen mit Beeinträchtigung (plus 6,3 Prozent) aus. Dafür dürfen sich die Jugendlichen freuen: Die Zahl der offenen Lehrstellen erhöhte sich um 35,5 Prozent. Die steigende Zahl der älteren Arbeitslosen führt AMS-Chef Johannes Kopf vor allem auf die Überalterung der Bevölkerung zurück. 982.000 Personen ab 50 Jahren hatten zuletzt einen Job, das sind im Jahresvergleich um 49.000 mehr. Allerdings sei es sehr schwer, Ältere am Arbeitsmarkt unterzubringen, die in den Krisenjahren zuvor ihren Job verloren haben und nun schon mehrere Jahre auf Arbeitssuche sind. Hier hofft Kopf auf die heute gestartete "Aktion 20.000" der Bundesregierung, bei der ältere Langzeitarbeitslose gemeinnützige, staatlich geförderte Tätigkeiten erledigen.

Aktion 20.000 für Langzeitarbeitslose 50plus startet in einzelnen Modellregionen
Ab Juli startet die Aktion 20.000 in den neun Modellregionen Wien, Linz, Oberwart, Baden, Bischofshofen, Villach/Hermagor, Voitsberg/Deutschlandsberg, Innsbruck und Bregenz. Ab Jänner 2018 ist der flächendeckenden Einsatz der Aktion in ganz Österreich geplant. Zielgruppe der Aktion sind langzeitarbeitslose Personen der Generation 50plus, die in neu geschaffenen zusätzlichen, gemeinnützigen und wettbewerbsneutralen Arbeitsplätzen der Modellregionen Beschäftigung finden. Die Beschäftigung der Älteren kann im Rahmen der Aktion 20.000 bis zu 100% gefördert werden. Die Bundesregierung investiert in den kommenden zwei Jahren insgesamt 778 Millionen Euro in die Förderung neuer Jobs in Gemeinden, gemeindenahen Bereichen und gemeinnützigen Organisationen. In vielen Bereichen gibt es Aufgaben die bisher nicht erfüllt werden konnten, weil dafür das Personal gefehlt hat. Mit der Aktion 20.000 erhalten zum Beispiel Gemeinden die Möglichkeit, zusätzliche Leistungen anzubieten und sinnstiftende Jobs für die Betroffenen und gleichzeitig einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen.