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Österreich, Wien, 16.12.2014

Die Online-Strategie des AMS: Vom e-AMS zum digitalen Skill Matching

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Die Zahl der Personen, die sich an das Arbeitsmarktservice (AMS) wenden, ist enorm gestiegen. Österreich verzeichnet zwar Rekordbeschäftigung, aber auch Rekordarbeitslosigkeit, ein Rückgang ist nicht in Sicht. Insgesamt 886.000 Personen waren im Vorjahr mindestens einen Tag lang von Arbeitslosigkeit betroffen, um 30 Prozent mehr als noch vor 20 Jahren. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der gemeldeten freien Stellen um 57 Prozent auf insgesamt 401.000, die Zahl der Besucher/innen der Berufsinfozentren hat sich mit 500.000 gegenüber 1994 verdoppelt. Um den enormen Zuwachs an Kundinnen und Kunden bewältigen zu können, hat das AMS die Selbstbedienung im Internet massiv ausgebaut. Kernstück dafür ist das eAMS-Konto, ein personalisierter Internetzugang, über den die zentralen AMS-Dienstleistungen - wie Job- oder Personalsuche, Arbeitslosengeld oder Förderungen – in Selbstbedienung abgewickelt werden können. Die Registrierung für das eAMS-Konto ist direkt über Finanzonline möglich oder über Zugangsdaten, die Jobsuchende oder Unternehmen auf der AMS-Website www.ams.at oder in ihrer Geschäftsstelle beantragen und mit eingeschriebenem Brief erhalten.

Mehr als ein Drittel der Jobsuchenden nutzt bereits das elektronische AMS
Österreichweit verwenden bereits 36 Prozent der Jobsuchenden das eAMS-Konto. Regional betrachtet liegt dieser Anteil zwischen 26 Prozent in Tirol und 51 Prozent in Oberösterreich. Jobsuchende können über das eAMS-Konto rascher auf den AMS-Jobroom mit derzeit rund 78.000 freien Jobs in Österreich und Europa zugreifen, das eAMS zur Dokumentation von Eigenbewerbungen nutzen (1-3. Quartal 14: 81.000 mal), über das eAMS-Konto die Personen- und Kontaktdaten ändern (1-3. Quartal 14: 72.000 mal), das Stelleninserat gestalten (1-3. Quartal 14: 31.000 mal) oder sich vom Arbeitslosengeldbezug an- oder abmelden (1-3. Quartal 14: 39.000  bzw. 45.000 mal).

2014: Bereits 68.000 Förderungen und 46.000 Arbeitslosengelder online beantragt
Zu den von Jobsuchenden am häufigsten genutzten Bereichen zählen Anträge auf Förderungen (1.-3. Quartal 14: 68.000 mal) und auf Arbeitslosengeld (1.-3. Quartal 14: 46.000). Bereits 18 Prozent der Aus- und Weiterbildungsbeihilfen, 32 Prozent der Vorstellungsbeihilfen oder 10 Prozent der Kinderbetreuungs-geldbeihilfen werden von Jobsuchenden online beantragt.
Auch der Online-Antrag auf Arbeitslosengeld zählt zu den häufig genutzten Services. Durch den Online-Antrag ist es beispielsweise möglich, dass Saisonarbeitslose, die eine Einstellzusage haben und nur kurze Zeit arbeitslos sind, nicht mehr notwendigerweise persönlich ins AMS kommen müssen. „So kann zum Beispiel eine Kundin, die Ende April ihren Job als Schilehrerin in Tirol beendet und im Juni als Sportanimateurin am Wörthersee beginnt, ihr Arbeitslosengeld via Internet von zu Hause aus beantragen und spart sich so den Weg zum AMS“, erklärte Johannes Kopf, Vorstand des AMS. Der Anteil der per Selbstbedienung gestellten Anträge auf Arbeitslosengeld an allen Anträgen von Personen mit einer Einstellungszusage liegt daher in Bundesländern mit starkem Saisonanteil - wie z.B. in Salzburg (11,4%), Tirol (11%) oder Vorarlberg (9%) - deutlich über dem Österreichschnitt von sieben Prozent.

Arbeitslosfrühmeldung: Kürzere Arbeitslosendauer spart Arbeitslosengeld
Ziel des AMS ist es auch, dass sich Arbeitssuchende schon während der Kündigungsfrist beim AMS melden, damit rasch mit der Jobsuche begonnen werden kann. Die Zahl der Arbeitslosfrühmeldungen ist seit der Einführung im Jahr 2005 von knapp 19.000 auf insgesamt 84.000 im Jahr 2013 angestiegen. Im Dreivierteljahr 2014 gab es fast 60.000 Frühmeldungen, davon erfolgten mehr als 50 Prozent elektronisch. Durch die Frühmeldung beginnt das AMS bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit mit der Jobvermittlung, dadurch kann Arbeitslosigkeit im Idealfall entweder überhaupt verhindert oder aber die Arbeitslosendauer deutlich verkürzt werden. In einer von L&R durchgeführten Studie wurde festgestellt, dass sich durch die Frühmeldung die Arbeitslosendauer im Durchschnitt um zwei Tage verkürzt. Dies bedeutet eine Einsparung von Arbeitslosengeldern in der Höhe von 6,3 Millionen Euro. Darüber hinaus finden 18 Prozent aller Frühmelder/innen noch während der Frühmeldephase wieder einen Arbeitsplatz und werden gar nicht arbeitslos. Die dadurch erzielten Einsparungen können derzeit nicht beziffert werden.

Neu: Online Ratgeber für Jobsuchende
Der Online Ratgeber im Internet bietet Jobsuchenden rasche Information zur Jobsuche, zu finanziellen Leistungen oder zur beruflicher Weiterbildung. Dadurch wird es Arbeitsuchenden möglich, sich auf den AMS-Beratungstermin inhaltlich vorzubereiten, um ein noch besseres Beratungsergebnis in möglicher-weise kürzerer Zeit erzielen zu können. Der Online Ratgeber www.ams.at/online-ratgeber ist seit vier Monaten im Netz und wurde bereits 30.000 mal in Anspruch genommen.

Neu: Kompass zur beruflichen Neuorientierung
Um Personen mit Berufserfahrung bei der beruflichen Neuorientierung zu unterstützen, bietet das AMS den Neuorientierungskompass im Internet www.ams.at/neuorientierungskompass Der Kompass kombiniert das auf Basis der Interessen sowie der Ausbildung und Berufserfahrung der Person erstellte Profil mit den Anforderungsprofilen von Berufen und erstellt auf dieser Basis eine Liste von Vorschlägen zur beruflichen Veränderung. Seit seiner Einführung vor fünf Monaten haben bereits mehr als 10.000 Personen den Test genutzt.

Neu: AMS JOB APP für Arbeitslose und Jobwechsler
Mit der AMS Job APP hat das AMS im August 2014 eine kostenlose Applikation für Smartphones gestartet, die der Jobsuche dient. Neben den Suchkriterien wie Beruf, Art des Dienstverhältnisses, Arbeitszeit und gewünschte Ausbildung wird auch eine regionale Lokalisierung der Angebote, insbesondere eine Umkreissuche innerhalb einer bestimmten Distanz zum Wohnort ermöglicht. Zudem kann die Suche gespeichert werden und man erhält Push-Nachrichten, sobald ein passendes Job-Angebot online ist. Dadurch wird die AMS JOB APP auch zum idealen Tool für Jobwechsler. Die AMS JOB APP ist aktuell auf 50.600 Geräten installiert.

Betriebe nutzen das eAMS verstärkt bei Förderungen und Ausländerbeschäftigung
Auch Unternehmen bietet das AMS Services in Selbstbedienung. Bereits mehr als 14 Prozent der Unternehmenskunden nutzen das eAMS-Konto, am häufigsten werden Förderungen (1.-3.Qu.14: 29.100 mal) und die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte (1.-3.Qu.14: 5.400 mal) online beantragt. Fast die Hälfte (46%) der Anträge auf Eingliederungsbeihilfe werden von Betrieben  bereits online über das eAMS-Konto gestellt.

Projektträger im Förderbereich kommunizieren über das eAMS-Konto mit dem AMS
Zur raschen Projektabwicklung kommunizieren auch die Partnerinstitutionen im Förderbereich - wie beispielweise bei der Umsetzung von Schulungen, Beratungen oder Stiftungen – via eAMS-Konto mit dem AMS. So kann von der Projektbeauftragung über die Vertragsabwicklung bis hin zur Abrechnung die Kommunikation rasch und effizient umgesetzt werden.

Neu: Jobplattform mit „Skill Matching“ ab Mitte 2016
Durch die Spezialisierung und die steigenden Anforderungen an Arbeitnehmer/innen gelten die klassischen Berufsbezeichnungen zunehmend nicht mehr. Einerseits gibt es immer mehr Menschen, die Fähigkeiten über den erlernten Beruf hinaus haben, sich aber bei der Jobsuche noch am erlernten Beruf orientieren. Auf der anderen Seite suchen Firmen zunehmend nach einem Anforderungsprofil, das sie über die Berufsbezeichnung nicht benennen können. Das AMS baut daher seine online Jobbörse komplett um und stellt sie auf ganz neue Beine. Arbeitssuchende sollen künftig ihren Job bzw. Unternehmen sollen künftig ihr Personal nicht mehr nach Berufen, sondern nach den vorhandenen bzw. gewünschten Fähigkeiten, Fertigkeiten und Qualifikationen, den „skills“ finden. Geplanter Start für die neue Jobplattform mit "Skill-Matching" ist Mitte 2016.

AMS 2020: Intensivberatung bei Betreuungsbedarf und noch kürzere Arbeitslosendauer
Durch den massiven Ausbau der Selbstbedienung werden die AMS-Berater/innen von administrativen Tätigkeiten freigespielt und treten zunehmend in den Hintergrund. Dadurch werden Zeit- und Personalressourcen frei, die für die Beratung von Kundinnen und Kunden mit erhöhtem Betreuungsbedarf eingesetzt werden. „Nach den letzten Erhebungen dauert ein durchschnittliches Kundengespräch zwischen neun und zwölf Minuten. Für ein umfassendes Erstberatungsgespräch brauchen wir aber viel mehr Zeit. Im Endausbau dieses Projekts werden wir durch die konsequent umgesetzte Online-Strategie die notwendigen Zeit- und Personalressourcen zur Verfügung haben“, erklärte Herbert Buchinger, Vorstandsvorsitzender des AMS Österreich.
Mit dem Ausbau der Selbstbedienung wird auch das Ziel des AMS, die Dauer der Arbeitslosigkeit zu verkürzen, aktiv unterstützt. „Je transparenter der Jobmarkt ist und je rascher und leichter zugänglich die Dienstleistungen am Arbeitsmarkt sind, desto kürzer ist die Arbeitslosendauer und desto niedriger die Arbeitslosigkeit. Dadurch kann in der Folge Arbeitslosengeld eingespart werden“, so Buchinger abschließend.