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Österreich, Wien, 02.10.2017

September-Arbeitslosenquote: Niedrigster Wert seit vier Jahren

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"Das laut WIFO höchste Wirtschaftswachtum seit sechs Jahren zeigte sich auch am Arbeitsmarkt deutlich. Mit aktuell 374.935 als arbeitslos oder in Schulung des AMS registrierten Personen verzeichnete das AMS den stärksten Rückgang an arbeitsuchenden Menschen seit der Trendwende. Stark steigende Beschäftigung verbunden mit Rückgängen der Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern und auch in allen wichtigen Branchen führen zu einer Reduktion der Register-Arbeitslosenquote auf nunmehr 7,5%, es ist dies der niedrigste Septemberwert seit 2013.

Auffallend ist die Entwicklung im Bereich der Herstellung von waren, die Anzahl der Arbeitsuchenden sinkt dort mit einem Minus von 10,9% sogar erstmals stärker als im Baubereich (-10,0%). Die Prognosen sind günstig, je länger der Aufschwung hält, desto eher wird es uns gelingen, auch Menschen mit größeren Vermittlungshemmnissen am Markt unterzubringen. Der Rückgang der langzeitbeschäftigungslosen Personen ist ein erstes Signal dafür", erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich.

Die Beschäftigung wächst weiterhin. Mit Ende September 2017 waren in Österreich bereits 3.713.000 Personen unselbstständig beschäftigt. Damit sind heuer um 69.000 Personen mehr in Arbeit als im Vorjahr.

Die Arbeitslosigkeit ist in wichtigen Branchen stark rückläufig. Die Arbeitslosigkeit im Bau ist um -11,3% bzw. -2.257 Personen gefallen. In der Herstellung von Waren ist sie um -10,9% bzw. -3.062 Personen gesunken. Auch im Tourismus hat sich die Anzahl der Arbeitslosen mit -9,1% bzw. -3.763 Personen im Vergleich zum Vorjahr enorm zum Positiven gewendet. Ausgezeichnet unterwegs ist auch der Handel mit -8.4% bzw. -4.207 Personen. Immer noch sehr kräftig, wenn auch ein wenig schwächer als in den anderen Branchen, ist die Arbeitslosigkeit in der Arbeitskräfteüberlassung mit -6,9% bzw. - 2.348 Personen gesunken. Auch im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens gab es einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um -3,1% bzw. -306 Personen.

Weiterhin sinkt die Arbeitslosigkeit der Männer mit -13.256 Arbeitsuchenden bzw. -7,6% besonders stark. Die Arbeitslosigkeit der Frauen ist mit -4,8% bzw. -7.140 Personen ebenso rückläufig. Bei Inländer/innen geht die Zahl der Arbeitsuchenden aktuell mit -7% um einiges stärker zurück als jene bei Personen ohne österreichischen Pass mit -4,7%.

Der positive Trend sinkender Jugendarbeitslosigkeit verläuft weiterhin sehr erfreulich. Die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen ist nach nationaler Definition um starke - 14,4% bzw. -5.887 Personen gesunken. Nach Eurostat ist die Jugendarbeitslosenquote in Österreich gegenüber dem Vorjahr um -1,2 Prozentpunkte auf 10,2 % gesunken und liegt weiter im europäischen Spitzenfeld.

Die Hochkonjunktur zeigt sich vor allem auch an der Entwicklung der offenen Stellen. Der Bestand der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten Stellen beträgt aktuell 62.445 und liegt damit um +46,9% über dem Vorjahreswert.

Regional beobachten wir eine überdurchschnittliche Entwicklung im Südosten Österreichs sowie teilweise im Westen, wobei der viel versprechende bundesweite Trend alle Bundesländer umfangreich erfasst hat. Besonders stark sinkt die Arbeitslosigkeit in Tirol mit -12,4% bzw. -2.382 Personen sowie in der Steiermark mit -10,8% bzw. - 4.093 Arbeitsuchenden, dem Burgenland (-9,7%  bzw. - 828 Arbeitsuchenden), und in Kärnten (-7,4% bzw. - 1.571 Arbeitslose). Deutlich sinkt die Arbeitslosigkeit auch in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Oberösterreich (-6,4% bzw. - 2.375 Personen), Niederösterreich (-6,2% bzw.- 3.349 Personen) und Wien (- 4,4% bzw. - 5.340 Personen). In Salzburg beträgt der Rückgang -3,8% bzw. -491 Arbeitsuchende. Lediglich in Vorarlberg ist die Arbeitslosigkeit um +33 Personen bzw. +0,3% leicht gestiegen, jedoch inklusive Schulungsteilnahmen zumindest leicht gefallen.

Erfreulicherweise wurde die angepeilte Trendwende bei der Arbeitslosigkeit in der Zielgruppe 50+ erreicht. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl in dieser Gruppe, der vor einigen Monaten noch jeweils zwischen drei und sieben Prozent betragen hat, konnte im September praktisch zur Gänze aufgehalten werden und beträgt nur mehr +0,1% bzw. +116 Personen. Neben der guten Konjunktur ist dafür die Aktion 20.000 hauptverantwortlich, dank der seit Juli bereits annähernd Tausend Stellen exklusiv mit älteren langzeitbeschäftigungslosen Arbeitnehmer/innen besetzt werden konnten. Mit dem Ausbau und Abschluss der Pilotphase der Aktion bis Jahresende 2017 und dem Vollausbau ab 2018 liegt das neue Arbeitsmarktprogramm auf Kurs, die Langzeitarbeitslosigkeit Älterer mittelfristig zu halbieren.