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Vorarlberg, 02.07.2004

10 Jahre AMS

Die Reform von 1994

Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren wurde die Arbeitsmarktverwaltung zum Arbeitsmarktservice. Der neue Name ist Programm: Von der Verwaltung zum Service. Die Eckpunkte der Reform:

Föderalisierung – es wurde eine weit gehende Föderalisierung eingeleitet, die den Landesorganisationen, aber auch den regionalen Geschäftsstellen mehr Entscheidungsspielraum und Kompetenzen einräumte.

Sozialpartnerschaft – In den Organen wurden die Sozialpartner auf allen Ebenen in die Verantwortung und Entscheidungsprozesse eingebunden.

Aufgabenbereinigung – Parallel dazu wurden verschiedene Aufgaben, z.B. die Abwicklung des Karenzgeldes, das inzwischen vom Kinderbetreuungsgeld abgelöst wurde, an andere Einrichtungen vergeben.

Arbeitsmarktservicegesetz – Rechtlich kam es zur Herauslösung des AMS aus der Bundesverwaltung. Das AMS war nun eine Körperschaft öffentlichen Rechts.

Aber was noch viel wichtiger ist: das Arbeitsmarktservice hat sich in den letzten zehn Jahren auf der Grundlage dieser umfassenden Reform zu einem modernen Dienstleistungsbetrieb mit gut qualifizierten und engagierten MitarbeiterInnen entwickelt. Zielorientierung, Controlling, Qualitäts- und Beschwerdenmanagement sowie eine umfassende Kunden- und Serviceorientierung haben das alte Image vom verstaubten Amt grundlegend verändert.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes von 1994 bis 2004

Vorgemerkte Arbeitslose

Stichtag: Ende Mai

 

Jänner bis Mai

Bestand

durchschnittliche VMD*

durchschnittliche VWD**

Zugänge

1994

8.293

149

100

10.926

1995

7.688

146

95

10.883

1996

8.232

146

94

11.945

1997

8.607

150

103

12.043

1998

8.457

154

98

11.953

1999

7.543

143

88

12.211

2000

6.694

113

88

11.817

2001

6.115

95

74

11.916

2002

7.245

95

79

12.598

2003

8.502

102

87

13.167

2004

8.701

114

87

13.678

*VMD...Vormerkdauer: Zeitspanne zwischen dem Beginn der Arbeitslosigkeit und dem Statistik-Stichtag

**VWD...Verweildauer: Zeitspanne zwischen dem Beginn und Ende der Arbeitslosigkeit

Gemeldete offene Stellen

Stichtag: Ende Mai

 

Jänner bis Mai

Bestand

durchschnittliche BLZ*

durchschnittliche ALZ**

Zugänge

1994

815

37

21

3.950

1995

729

12

9

4.196

1996

678

12

10

3.816

1997

540

23

18

3.415

1998

981

42

20

4.543

1999

1.274

45

23

4.693

2000

1.466

48

29

4.969

2001

1.248

61

31

5.096

2002

813

34

25

4.196

2003

857

37

18

4.074

2004

989

38

20

4.601

*BLZ...bisherige Laufzeit: Zeitspanne zwischen dem gew ünschten Eintrittsdatum und dem Statistik-Stichtag / **ALZ...abgeschlossene Laufzeit: Zeitspanne zwischen gewünschtem Eintrittsdatum und dem Abgang der Stelle


Die Ausschöpfung von Rationalisierungspotenzialen

Durch die konsequente Weiterentwicklung der elektronischen Selbstbedienungsmöglichkeiten, aber auch die Einführung der EDV im Bereich des Service Versicherungsleistungen konnten Rationalisierungs- und Personaleinsparungseffekte erzielt werden.

Die Einführung des 3-Zonen-Modells, welche die zielgruppenorientierte Organisation der Informations-, Beratungs- und Versicherungsdienstleistungen brachte (wird in Bregenz als letzter Geschäftsstelle mit dem Bezug des Neubaus Ende dieses Jahres realisiert), und die Einrichtung einer Zentrale als Ergänzung zu den vier Regionalteams beim Service für Unternehmen ermöglichten eine bessere Ausschöpfung des MitarbeiterInnen-Potenzials und die Nutzung von Synergieeffekten. Durch die Einrichtung eines landesweiten Callcenters (ServiceLine) ab Jänner 2005 werden die personellen Ressourcen im Bereich des Service für Arbeitskräfte noch besser genutzt werden.

Die Entwicklung des Stellenplans beim AMS Vorarlberg

Das AMS hat sich in den vergangenen zehn Jahren aus Sicht der meisten KundInnen, der Geschäftspartner, aber auch der allgemeinen Öffentlichkeit sehr positiv entwickelt. Es wird zunehmend nicht mehr so sehr als bürokratisch agierende Behörde denn als kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen wahrgenommen.

Das ist zu einem großen Teil auch das Verdienst jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedes einzelnen Mitarbeiters. Diese jedoch waren und sind durch den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren speziell in unserem Bundesland großen Belastungen ausgesetzt. Die Zahl der auf eine Beratungskraft entfallenden KundInnen gefährdet mittlerweile die vom AMS Vorarlberg angestrebte wie auch von der Allgemeinheit eingeforderte Qualität der Betreuung. In der Beratungszone entfallen durchschnittlich ca. 340 zu betreuende Personen auf eine/n BeraterIn, in der Servicezone sind es ca. 100.

Im ersten Halbjahr 2001 gab es in Vorarlberg im Durchschnitt 5.750 Arbeitslose, in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres waren es bereits 8.876; dies bedeutet eine Zunahme um 54,4% (im Vergleich dazu stieg die Zahl der Arbeitslosen österreichweit um 23,6%). Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl der Planstellen des Arbeitsmarktservice Vorarlberg von 149,72 auf 151,36, somit lediglich um 1,64 bzw. 1,10%.

Entwicklungen im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik

Im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik hat das Arbeitsmarktservice in den letzten 10 Jahren qualitative Verbesserungen, aber auch quantitativ massive Ausweitungen vorgenommen.

Management by objectives

Die Steuerung der Arbeitsmarktspolitik erfolgt im Wesentlichen über Zielvorgaben, die unter Mitwirkung der Sozialpartner auf Bundes- und Landesebene formuliert werden.

  • Steuerung der Arbeitsmarktpolitik durch arbeitsmarktpolitische Zielvorgaben
  • Prozess-Steuerung durch Prozess-Indikatoren


In den letzten 10 Jahren wurden die Steuerungssysteme laufend verbessert. Gut ausgebaute Controlling-Instrumente ermöglichen einen Best-practice-Transfer und haben zu einem Wettbewerb zwischen den einzelnen Geschäftsstellen geführt.

Arbeitsmarktpolitische Grundlagen

Neben der Ausweitung der traditionellen Erfassung von Daten zur Arbeitsmarktsituation wurden vom AMS in den letzten Jahren Instrumente entwickelt, die es quasi auf Knopfdruck erlauben, arbeitsmarktrelevante Daten abzurufen, miteinander zu verknüpfen und daraus Grundlagen für künftige arbeitsmarktpolitische Planungen zu fertigen. Diese Möglichkeiten wurden in einem "DataWareHouse" zusammen gefasst und stehen allen AMS-Geschäftsstellen zur Verfügung.

Dieses DataWareHouse bietet

  • Ergebnisdaten zur Entwicklung des Arbeitsmarktes,
  • Ergebnisdaten zur arbeitsmarktpolitischen Performance der einzelnen AMS-Geschäftsbereiche,
  • Daten zur Kundensegmentierung,
  • Ergebnisdaten zur Inanspruchnahme der AMS-Dienstleistungsangebote im Bereich der Arbeitslosenversicherung und der Ausländerbeschäftigungspolitik,
  • Auswertungsmöglichkeiten zum Budgeteinsatz (einschließlich der Verwendung der Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds),
  • Verbleibsmonitoring zur Feststellung der Effizienz arbeitsmarktpolitischer Interventionen (unter Verwendung von Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger) u.ä.

In periodischen Abständen durchgeführte Befragungen von Arbeitsuchenden und Unternehmen geben darüber hinaus detaillierte Auskunft über die Kundenzufriedenheit. Unsere Bemühungen im Rahmen des AMS-Qualitätsmanagements (EFQM) helfen uns dabei, die Kundenzufriedenheit zu sichern.

Budget für die aktive Arbeitsmarktpolitik


 
 
 

Die Ausgaben für arbeitsmarktpolitische Interventionen sind seit 1994 um das fast Dreifache angestiegen. Standen dem AMS Vorarlberg im Jahr 1994 noch insgesamt rund € 7.263 Mio. zur Verfügung, so waren es im abgelaufenen Jahr 2003 schon rund € 20,300 Mio.

Die Budgetverteilung auf die einzelnen Landesorganisationen erfolgt nach einem Budgetverteilungsmodell, das arbeitsmarktpolitische Notwendigkeiten der einzelnen Regionen berücksichtigt.

Teile des Landesbudgets werden direkt an die einzelnen Regionalen Geschäftsstellen verteilt, die über die Vergabe von Individualförderungen eigenständig befinden können.

Seit 1995 kann das AMS auch auf Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds zugreifen. Diese Mittel sind nicht unbeträchtlich und machen allein im laufenden Arbeitsjahr rund € 2,014 Mio., also rund 10% des Förderungsbudgets aus.

Ausbau und Weiterentwicklung arbeitsmarktpolitischer Interventionen
 

Das AMS Vorarlberg konnte die Zahl der Personen in Qualifizierungs-, Beschäftigungs- und Unterstützungsmaßnahmen in den letzten Jahren deutlich steigern. Allein im abgelaufenen Jahr 2003 waren bei insgesamt 18.606 Förderfällen insgesamt 8.972 Personen (eindeutiger Personenzähler) in solche
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen einbezogen.

Das Arbeitsmarktservice hat aber nicht nur die quantitativen Anstrengungen im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik erhöht, sondern auch arbeitsmarktpolitische Instrumente neu oder weiter entwickelt.

  • Der Ausbau der Sozialbetreuung in Gemeinnütziger Beschäftigungsprojekte z.B. hat die Chance von Langzeitarbeitslosen deutlich erhöht, wieder am allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
  • Neue Coaching-Angebote ermöglichen den gezielten Abbau von Vermittlungshemmnissen.
    Das "Unternehmensgründungsprogramm" bietet rund 200 Personen jährlich einen interessanten Ausweg aus der Arbeitslosigkeit.
  • Mit der "Qualifizierungsförderung für Beschäftigte" können rund 2.500 Personen ihren Status am Arbeitsmarkt verbessern und
  • mit der "Implacementstiftung" wurde Unternehmen mit Fachkräftebedarf eine kostengünstige Möglichkeit eingeräumt, ihren Mitarbeiter/innenbedarf qualitativ entsprechend zu decken.