Externe Beratung und Betreuung

Bestand die Aufgabe des Arbeitsmarktservice bis zum Beginn der achtziger Jahre vor allem darin, die berufliche und geografische Mobilität zu steigern, gilt es nun unterschiedliche Problemlagen zu bewältigen, bevor die eigentliche Aufgabe, nämlich die Arbeitsvermittlung, wahrgenommen werden kann.
Die Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass bestimmte Arbeitslosengruppen überdurchschnittliche Probleme haben, auf dem Arbeitsmarkt (wieder) Fuss zu fassen. Die Lasten der Arbeitslosigkeit sind also sehr ungleich verteilt. Diese sozialen und arbeitsmarktpolitischen Problemgruppen sind überwiegend dem Personenkreis der Langzeitarbeitslosen zuzurechnen, die in Wien den größten Problemdruck ausmachen. Weiters sind dazu auch sogenannte städtische Randgruppen einzubeziehen (Wohnungslose, Drogenabhängige, etc.), die in diesem Ausmaß nur im Ballungsraum Wien zu finden sind.

Da die längerdauernde Arbeitslosigkeit in vielen Fällen zur Arbeitsunfähigkeit führt bzw. zumindest eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit zur Folge hat, ist es notwendig, Langzeitarbeitslosen bzw. von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohten Personen (mit Problemen im Vorfeld der Vermittlung) eine qualifizierte und zeitlich intensive Betreuung anzubieten. Daher fördert die Landesgeschäftsstelle Wien seit Jahren spezielle Einrichtungen, die im Auftrag des Arbeitsmarktservice Wien im Vorfeld der Vermittlung Beratungs- und Betreuungsdienste für Personengruppen anbieten, zu denen oft das Arbeitsmarktservice erschwert Zugang findet.

Die arbeitsmarktpolitischen Beratungsstellen bieten ergänzend zum Angebot des Arbeitsmarktservice und in Zusammenarbeit mit den Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice Wien unter Einbeziehung persönlicher und sozialer Gesichtspunkte Einzel- und Gruppenberatung in allen Arbeitsmarktbelangen mit dem Ziel an, jene Faktoren zu beseitigen, die den Ratsuchenden den erfolgreichen (Wieder) Einstieg in Beruf oder Arbeit erschweren bzw. deren Arbeitsplätze gefährden.

Neben den "klassischen" arbeitsmarktpolitischen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen werden derzeit auch andere vermittlungsunterstützende Maßnahmen - wie z.B. die Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen - gefördert. Diese Einrichtungen sind daher auch als ein Beitrag zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Dienstleistungen des Arbeitsmarktservice zu sehen.

Ich halte daher die Tätigkeit der Beratungs- und Betreuungseinrichtungen auf Grund der bisherigen Erfahrungen für eine notwendige Ergänzung und Ausweitung der Beratungs- und Vermittlungsdienste des AMS.

Wien, April 2011 Dr. Ingeborg Friehs

 

Aufsuchende Beratungs- und Betreuungseinrichtungen (BBEs) 2011
Übersicht 

Arbeitsmarktpolitische Betreuungseinrichtungen
Stand April 2009 (wird laufend überarbeitet)