Wien, 02.05.2014

Förderoffensive für ältere Arbeitslose

Fast ein Viertel mehr Arbeitslose über 50 Jahre - AMS übernimmt bis zu drei Monate lang alle Lohn- und Lohnnebenkosten für neu eingestellt Ältere



Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos vorgemerkten Personen ist im April 2014 im Jahresvergleich um 17,7 Prozent auf 98.544 gestiegen. Die Zahl der AMS-Kundinnen und -Kunden in Schulung ist in Wien um 3,9 Prozent auf 34.784 angewachsen, die Summe beider Gruppen um 13,8 Prozent.

Während der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Jungen nach wie vor unter dem Durchschnitt bleibt (plus 7,7 Prozent bei den Unter-20-Jährigen), ist die Zahl der Arbeitslosen ab 50 Jahren im Jahresvergleich um 24,6 Prozent angewachsen. "Dieser Entwicklung begegnen wir mit der offensivsten Förderung für ältere Arbeitnehmer, die es je gab", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. Unternehmen, die Über-50-Jährige Arbeitslose einstellen, erhalten ein halbes Jahr lang einen großzügigen Zuschuss zu den Lohn- und Lohnnebenkosten, wenn die neue Arbeitskraft zumindest ein halbes Jahr auf Jobsuche war. "Je nach Alter tragen wir bis zu drei Monate lang sogar 100 Prozent der Kosten", betont Draxl.

Um die Unternehmen von den neuen Förderungen zu überzeugen, haben sich nun mehr als 100 Beraterinnen und Berater des AMS Wien auf den Weg zu den Wiener Betrieben gemacht. Sie haben heuer bereits 1.500 Personalverantwortliche besucht und zirka 30.000 offene Stellen entgegengenommen, um bei der bestmöglichen Besetzung zu helfen. "Bis Jahresende sollen es mindestens 5000 Betriebsbesuche werden", kündigt Draxl an. Unter www.ams.at/sfu können Unternehmen einen solchen Besuch durch das AMS online anfordern.

Die Initiative trägt bereits Früchte: Der "Abgang" offener Stellen - das ist im Wesentlichen die Zahl jener Stellen, die das AMS Wien besetzen konnte - war diesen April um 13,4 Prozent größer als im Vergleichsmonat 2013.

Nach wichtigen Branchen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit im April in der Warenproduktion um 15,8 Prozent gestiegen, im Tourismus um 17,1 Prozent, im Einzelhandel um 17,6 Prozent und im Bau um 22,8 Prozent.