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Arbeitsmarkttrends

Digitalisierung ermöglicht Beschäftigung

Durch die Digitalisierung entstehen in der Elektrotechnik, Elektronik und IT in Österreich, die über Schlüsseltechnologien wie die Mikro- und Nanoelektronik verfügen, kurz- bis mittelfristig zahlreiche Arbeitsplätze in unterschiedlichen Segmenten. BranchenexpertInnen orten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), Cloud-Technologien und Internet of Things (IoT) im Betrachtungszeitraum bis 2023, trotz Einbußen durch die Covid-19-Pandemie, steigende Beschäftigungsaussichten.

Branchenstruktur
Das breite Feld der Elektrotechnik und Elektronik ist zweigeteilt: Es umfasst die gewerblichen Berufe, die primär in der „Elektroinstallation, Betriebselektrik“ zu finden sind. Die rund 4.500 Unternehmen der Sparte Gewerbe, die insbesondere auf Service- und Wartungstätigkeiten ausgelegt sind, sind vor allem Kleinunternehmen mit im Schnitt neun Beschäftigten. Im industriellen Bereich werden Güter unter Einsatz modernster Technik maschinell produziert. Die Elektro- und Elektroniksparte war mit einem Produktionswert von rund 18,3 Mrd. Euro (+8,7% gegenüber dem Vorjahr) und rund 67.000 Beschäftigten 2018 (+3% gegenüber dem Vorjahr) der zweitgrößte Arbeitgeber in der heimischen Industrie. Vorläufige Produktionsergebnisse für 2019 zeigen eine ähnlich gute Entwicklung. Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Höhe von jährlich rund 20.000 Euro pro Beschäftigten machen die Elektro- und Elektronikindustrie zur forschungsintensivsten Branche Österreichs.

Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie ist international sowohl in Bezug auf Zulieferer (vor allem China) als auch Abnehmer (Exportquote von 83,2%; 2018) stark vernetzt. Daher sind durch die Covid-19-Pandemie zwar wirtschaftliche Auswirkungen zu erwarten, zum jetzigen Zeitpunkt können diese jedoch, so die BranchenvertreterInnen, nicht genau beziffert werden bzw. je Unternehmen unterschiedlich ausfallen. Daher gibt es im Moment keine Aussagen oder Schätzungen zum Jahr 2020. Für 2021 bis 2023 geht man eher wieder von einer wirtschaftlichen Entwicklung aus, die der Zeit vor der Coronakrise ähnelt.

Im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) erwirtschaftet Österreich rund 8,6% der Wertschöpfung. Die Informationstechnologien beeinflussen laut BranchenexpertInnen aber auch andere Sektoren in hohem Ausmaß. Mit indirekten Effekten ist ihnen daher ein Produktionswert von 36,6 Mrd. Euro zurechenbar. Insgesamt sind laut Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie in seinem Jahresbericht 2018 rund 290.000 Jobs in Österreich mit dieser Branche verbunden.

Fachkräfte vor allem im IT-Bereich gesucht
Trotz guter Karrierechancen und hoher Verdienstmöglichkeiten verzeichnet der gesamte Berufsbereich bereits seit mehr als sechs Jahren einen deutlichen Fachkräftemangel, der durch die rasche Automatisierung und Digitalisierung beschleunigt wird. Daher sollte, laut BranchenexpertInnen, der Ausbildung jüngerer Fachkräfte in Kombination mit entsprechenden Weiterbildungsangeboten und -maßnahmen große Priorität eingeräumt werden. Eine Studie der Personalvermittlung Manpower aus 2018 zeigt auf, dass nicht nur der Mangel an BewerberInnen, sondern auch fehlende Fachkenntnisse und eingeschränkte Sprachkenntnisse eine Stellenbesetzung erschweren.

Digitalisierung als Arbeitsplatzerhalter
Mittlerweile digitalisieren viele Unternehmen ihre Arbeitsprozesse. Der Bedarf an Homeoffice- und Remote-Arbeitsplätzen ist sehr stark angestiegen, eine leistungsfähige Infrastruktur (Stichwort „VPN – Virtual-Private-Networks“), um eine standortübergreifende Kommunikation zwischen MitarbeiterInnen, Unternehmen und KundInnen sicherzustellen, ist für viele Unternehmen unabdingbar. Laut ExpertInnen wird auch Cloud-Computing derzeit (Stand Mai 2020) erhöht nachgefragt. Für den Arbeitsmarkt bedeutet Digitalisierung aber auch, dass die Einsatzfelder in der IT vielfältiger werden und neue Jobs entstehen.

„Big Data“: Datenflut als Herausforderung
Mit der Verarbeitung von Daten aus Forschung sowie öffentlichen und privaten Institutionen verfügt die IT-Branche, wie ExpertInnen des Fachverbandes Unternehmensberatung und IT (UBIT) der WKO berichten, über eine günstige Auftragslage. Derzeit (Stand Mai 2020) ist etwa das Datensammeln zur Informationsbereitstellung über die Zahl der am Coronavirus Erkrankten in aller Munde (Stichwort „Tracking-App“). Big Data ist aber auch eine Schlüsseltechnologie für die medizinische Forschung mit dem Ziel schnellere Therapien zu entwickeln.

Die Zukunft: Industrie 4.0
„Industrie 4.0“ bezeichnet eine lückenlos IKT-basierte Wertschöpfungskette sowie das technologie- und unternehmensübergreifende Zusammenwachsen von modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien mit klassischen Produktions- und Logistikprozessen und ihren Ressourcen. Verstärktes Sammeln und Nutzen von Daten führt etwa dazu, dass sich eine höhere Effizienz erzielen lässt, indem bestehende Maschinen besser ausgelastet werden. Auch Qualitätskontrollen können nun bei jedem Arbeitsschritt durchgeführt werden. Industrie 4.0 könnte laut BranchenexpertInnen in der Elektro- und Elektronikindustrie sowie der Maschinen- und Metallwarenherstellung jährlich bis zu 2,2 Mrd. Euro mehr Wertschöpfung bzw. 13.000 neue Beschäftigungsverhältnisse schaffen.
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Arbeitskräfte-Nachfrage des Berufsbereichs Arbeitskräfte-Nachfrage Top-Berufsbereich anzeigen Top-Berufsbereich Offene Stellen im eJob-Room Offene Stellen
 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation, IT

Geringer Frauenanteil: 27 %

2014 waren 27 % der Beschäftigten im Berufsbereich Frauen. Die Unterschiede hinsichtlich der Frauenanteile in den angeführten Bereichen waren nicht sehr ausgeprägt: Am höchsten waren sie mit jeweils 32 % im Bereich „Telekommunikation“ und im Bereich „Informationsdienstleistungen“.

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Unselbstständig Beschäftigte in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation und IT, 2011 bis 2019
Diagramm
Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend. Grafik: AMS.

 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
... in der Berufsobergruppe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation, IT Prognose derzeit   Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS eJob-Room-Inserate
    Rück blick 2019 2018 2019 2018 aktuell
zwei Pfeile nach rechts Automatisierungs- und Anlagentechnik Pfeil nach oben 2 Quadrate Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 2.848 2.237 2.791 2.505 370 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts Softwaretechnik, Programmierung Pfeil nach oben 2 Quadrate Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 29.928 20.857 9.237 7.284 1.145 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts Datenbanken Pfeil nach oben 1 Quadrat Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 975 483 582 486 94 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts EDV- und Netzwerktechnik Pfeil nach oben 1 Quadrat Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 3.533 2.440 2.329 1.910 452 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts Elektromechanik, Elektromaschinen Pfeil nach oben 1 Quadrat Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 4.960 4.078 5.154 4.866 750 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts Industrielle Elektronik, Mikroelektronik, Messtechnik Pfeil nach oben 1 Quadrat Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 1.708 1.351 1.734 1.751 273 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts IT-Analyse und -Organisation Pfeil nach oben 1 Quadrat Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 8.312 4.897 3.062 2.006 363 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts Elektroinstallation, Betriebselektrik Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 8.419 6.483 16.613 15.575 3.015 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts IT-Support, -Schulung, -Beratung und -Vertrieb Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 4.628 3.113 2.348 2.051 364 AMS Funkmaus
zwei Pfeile nach rechts Telekommunikation, Nachrichtentechnik Pfeil nach unten 1 Quadrat Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe 11 14 8 22 5 AMS Funkmaus

Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2023.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
Fragezeichen Symbol
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 22.10.2020.
© AMS Österreich Juli 2020