Der Wiener Arbeitsmarkt - Geschäftsbericht AMS Wien 2021

2021 gab es ein Plus von 3,1% Beschäftigten in Wien. Die Arbeitslosigkeit lag mit minus 15,4% unter dem Vorjahreswert.

Zeitungsausschnitt mit gelb hervorgehobenem Wort Arbeitsmarkt

Beschäftigung:  +26.092 Beschäftigungsverhältnisse
Arbeitslosigkeit:  -23.020 Personen
Arbeitslosenquote:  -2,4 %-Punkte
Offene Stellen: +4.837 (sofort verfügbar)

2021 gab es ein Plus von 3,1% Beschäftigten in Wien. Auch im Vergleich zu 2019 ist ein Plus von 0,6% zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit lag mit minus 15,4% unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote sank damit auf 12,7%. Im Vergleich zu 2019 war die Arbeitslosigkeit 2021 um 10,3% höher. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging trotz der wirtschaftlichen Lage (Lockdown, Kurzarbeit, weltweite Pandemie) bergauf, dem AMS Wien wurden im Laufe des Jahres 102.100 (+42,9%) Arbeitsstellen und Lehrstellen gemeldet.

Steigende Beschäftigung

  • 869.029 Beschäftigte, plus 3,1 Prozent
  • Davon 420.159 Frauen, plus 2,5 Prozent
  • Davon 448.870 Männer, plus 3,7 Prozent

2021 hatte Wien durchschnittlich um 26.092 Beschäftigte mehr als im Jahr davor. Zu den Branchen mit den größten Anstiegen (Absolut-Werte) gehörten das Gesundheitswesen, gefolgt von Erziehung und Unterricht, der Gastronomie und der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften. Folgende Branchen mussten ein absolutes Sinken verzeichnen: Beherbergung, Erbringung von Finanzdienstleistungen, Reisebüros, Reiseveranstalter und Erbringung sonstiger Reservierungsdienstleistungen und die Herstellung von Papier, Pappe und den Waren daraus.

Sinkende Arbeitslosigkeit

  • 126.680  Arbeitslose, minus 15,4 Prozent
  • Davon 54.992 Frauen, minus 14,4 Prozent
  • Davon  71.688 Männer, minus 16,1 Prozent
  • Jugendliche: Arbeitslosigkeit minus 24,1 Prozent
  • Beschäftigungsaufnahmen von Arbeitslosen: 127.470

Knapp die Hälfte (rd. 47%) aller vorgemerkten arbeitslosen Personen hatte maximal Pflichtschulausbildung.
23,1% der arbeitslosen Personen waren Bezieher und Bezieherinnen der bedarfsorientierten Mindestsicherung.
Die Vormerkdauergruppe 6 Monate bis unter 1 Jahr verzeichnete einen Rückgang, jene über 1 Jahr ein Plus.

Die stärksten absoluten Rückgänge der Arbeitslosigkeit hatten die Branchen Gastronomie, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Einzelhandel ohne Handel mit KFZ und Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen..

 

Arbeitslosigkeit nach Ausbildung

Die Arbeitslosigkeit bleibt bei gering qualifizierten Personen am höchsten.

Schulungstätigkeit

Die Zahl der Schulungsteilnehmer_innen stieg 2021 im Schnitt um 31,0% an. Der Anstieg ist bei den Männern etwas stärker ausgefallen als bei den Frauen. Nach der Altersstruktur betrachtet gab es in der Gruppe der Erwachsenen (25 bis 49 Jahren) das stärkste Plus.

Betrachtet man die Arbeitslosigkeit und die Schulungstätigkeit gemeinsam, so kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem Rückgang von 8,9% auf 158.402 Personen, bei Männern stärker als bei Frauen. Der Rückgang ist auf alle Altersgruppen verteilt.

Arbeitslosigkeit von Ausländer_innen

  • 56.598 arbeitslose Ausländerinnen und Ausländer, minus 16,5 Prozent
  • Davon 25.212 Frauen, minus 14,2 Prozent
  • Davon 31.386 Männer, minus 18,3 Prozent

Der Anteil der vorgemerkten arbeitslosen Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft an der Gesamtarbeitslosigkeit betrug rund 45%. Migrationshintergrund hatten rund 65% aller vorgemerkten Arbeitslosen.

  • 23.386 Asylberechtigte (Arbeitslose + Schulungsteilnehmer_innen), plus 7,6 Prozent
  • Davon  8.758 Frauen, plus 9,5 Prozent
  • Davon 14.628 Männer, plus 6,4 Prozent

Rund zwei Drittel aller Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten Österreichs (Arbeitslose und Personen in Schulung) werden vom AMS Wien betreut. 68% weisen maximal einen Pflichtschulabschluss auf. Die größte ethnische Gruppe sind die Syrer, gefolgt von den Afghanen.

Mit Hilfe des AMS Wien konnten 11.083 Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte vermittelt werden, um 30,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Lehrstellensuchende / offene Lehrstellen / offene Stellen

Schüler_innen sitzen vor den Computern im BerufsInfoZentrum.

2021 wurden 97.884 offene Stellen zur Besetzung gemeldet (+30.586, +45,5%).

Im Schnitt 3.942 Lehrstellensuchende (sofort und nicht sofort verfügbar) suchten mit Unterstützung des AMS eine Lehrstelle, dies bedeutet ein Minus von 308.
Dem gegenüber standen 1.428 Lehrstellen im Jahresdurchschnitt (sofort und nicht sofort verfügbar), ein Plus von 5,0 Prozent.
Insgesamt meldeten über das Jahr verteilt die Betriebe 4.216 Lehrstellen.

  • 83.651 offene Stellen besetzt, plus 47,9 Prozent
  • 3.721 Lehrstellen besetzt, plus 4,3 Prozent
Über das Jahr verteilt meldeten die Betriebe 4.216 offene Lehrstellen.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 24. Mai 2022