Informationen zur Art des Antrages der Kurzarbeitsbeihilfe


  • Betriebliche Situation Kurzarbeit
  • Unterstützung für Unternehmen Unterstützung bei Beschäftigung

Die COVID-19 Kurzarbeitsbeihilfe Phase 5 ist ab 01.07.2021 bis maximal zum 30.06.2022 möglich. Die Erstgewährung ist auf sechs Monate beschränkt. Liegen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten weiterhin vor, kann die Beihilfe jedoch maximal bis 30.06.2022 verlängert werden. Ändern sich die Rahmenbedingungen Ihrer laufenden Kurzarbeit, können diese unter Umständen berücksichtigt werden.

Sie haben die Möglichkeit, ein Begehren auf Erstgewährung, auf Verlängerung oder auf Änderung einer laufenden Beihilfe zu stellen. 

Erstgewährung

Sie können ein Begehren auf Erstgewährung einreichen, wenn sich Ihr Unternehmen in vorübergehenden, nicht saisonbedingten, wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet und Sie bereits eine Corona-Kurzarbeit Sozialpartnervereinbarung abgeschlossen haben. Entsprechend der Festlegung in Ihrer Sozialpartnervereinbarung ist das Begehren für das gesamte Unternehmen, für einzelne oder mehrere Betriebe oder Betriebsteile zu stellen.

Bitte beachten Sie, dass auch wenn Sie bereits in der Phase 4 (01.04.2021 bis 30.06.2021) eine COVID-19 Kurzarbeitsbeihilfe erhalten haben, dennoch ein Erstbegehren zu legen ist. Der Durchrechnungszeitraum für die maximale Ausfallzeit beginnt für Kurzarbeitsprojekte ab 01.07.2021 neu zu laufen.

Wenn Sie in der Phase 4 nicht in Kurzarbeit waren, beachten Sie bitte, dass vor Beginn der Kurzarbeit eine verpflichtende Beratung mit dem Arbeitsmarktservice und den kollektivvertragsfähigen Körperschaften (Sozialpartnern) erforderlich ist. In diesem Fall ist die Begehrensstellung erst mit einer auch von den Sozialpartnern unterfertigten Sozialpartnervereinbarung möglich.

Falls Sie im Rahmen der Phase 5 die COVID-19 Kurzarbeitsbeihilfe in Anspruch genommen haben und sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellt, dass Ihr Betrieb erneut in vorübergehende wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät (infolge von COVID-19 Verordnungen, Auftragseinbrüchen, u.ä.m.), kann ein neuerliches Begehren auf Erstgewährung gestellt werden. Der Kurzarbeitszeitraum muss jedoch spätestens am 30.06.2022 enden.

Verlängerung

Ein Verlängerungsbegehren können Sie stellen, wenn sich im Zuge des Zeitraums eines Erst- oder Verlängerungsbegehrens der Phase 5 herausstellt, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten länger anhalten und dadurch eine Verlängerung der Kurzarbeit erforderlich ist. Der Kurzarbeitszeitraum muss spätestens am 30.06.2022 enden. Beachten Sie, dass zwischen dem Ende des Erstbegehrens und dem Beginn des Verlängerungsbegehrens maximal vier Kalendertage liegen dürfen. Bei einer längeren Unterbrechung kann ein neuerliches Begehren auf Erstgewährung gestellt werden.

Für das Verlängerungsbegehren bedarf es einer neuen Sozialpartnervereinbarung. Je nach Vereinbarung können Sie im Verlängerungsbegehren für mehr oder auch weniger Personen ansuchen.

Achtung: Der Beschäftigungsstand während Kurzarbeit und der Behaltefrist richtet sich nach der jeweiligen Sozialpartnervereinbarung. Sie müssen dem AMS daher sowohl für die Abrechnung des Erstbegehrens als auch für die Abrechnung des Verlängerungsbegehrens einen eigenen Durchführungsbericht vorlegen. Die abschließende Prüfung beider Berichte erfolgt nach Ende der Verlängerung.

Kein Verlängerungsbegehren ist zu stellen, wenn ein gänzlich anderer Betrieb oder Betriebsteil Ihres Unternehmens in Kurzarbeit geht. In diesem Fall ist ein Begehren auf Erstgewährung zu wählen.

Änderung einer laufenden Beihilfe

In folgenden Fällen können Sie ein Änderungsbegehren übermitteln:

Betriebe, die infolge der Pandemie als besonders betroffen eingestuft werden (nachgewiesener Umsatzrückgang von 50 % und mehr im Vergleichszeitraum 3. Quartal 2019 zum 3. Quartal 2020), können eine Auszahlung von 100 % der errechneten Kurzarbeitsbeihilfe erhalten.  In der Begehrensstellung ab 19.07.2021 können Sie diese Angabe zur „besonderen Betroffenheit“ im Begehren selbst noch nicht auswählen (in der Sozialpartnervereinbarung müssen Sie diese Angaben jedoch anführen), daher erhalten Sie vorerst eine um 15 % reduzierte Beihilfenauszahlung. Als besonders betroffen qualifizierter Betrieb haben Sie jedoch, voraussichtlich ab 09.08.2021 die Möglichkeit, ab der Begehrensstellung August 2021 ein Änderungsbegehren auf Bewilligung von 100 % Beihilfe zu übermitteln.

Es fallen mehr Ausfallstunden an, als Sie geplant haben und es wird dadurch zwar die Ihnen zugesagte maximale Beihilfenhöhe überschritten, nicht aber der genehmigte Arbeitszeitausfall von bis zu 50 %, bei besonders betroffenen Betrieben bis zu 70 % bzw. in Sonderfällen bis zu 90 %. Das Begehren ist vor jener monatlichen Teilabrechnung einzubringen, mit der die Beihilfenhöhe überschritten wird. Bei der Begehrensstellung laden Sie anstelle der Sozialpartnervereinbarung den Nachweis über die einvernehmliche Reduzierung der in der Sozialpartnervereinbarung festgelegten Arbeitszeit hoch.

Überschreiten Sie mit der Änderung die Grenze von 50 %, bei besonders betroffenen Betrieben von 70 % Arbeitszeitausfall, ist die Beilage 2 „Unterschreitung der Mindestarbeitszeit“ der Sozialpartnervereinbarung auszufüllen und zu unterfertigen. Das Änderungsbegehren kann nachträglich, aber spätestens bis zum Ende des genehmigten Kurzarbeitszeitraumes eingebracht werden. Es unterliegt einer Einzelfallprüfung durch die kollektivvertragsfähigen Körperschaften.


Achtung: Wird nur von einer Gruppe von Beschäftigten der Anteil an Ausfallzeit von 50 %, bei besonders betroffenen Betrieben 70 % überschritten, kann für diese ein gesondertes Erstbegehren samt Sozialpartnervereinbarung eingebracht werden. Auch dieses Erstbegehren unterliegt einer Einzelfallprüfung durch die kollektivvertragsfähigen Körperschaften.

Für Unternehmen, die ab dem 01.07. 2021 von einem verordneten Betretungsverbot direkt betroffen sind, ist in den Zeiten des Betretungsverbotes ein Arbeitszeitausfall von mehr als 90 % möglich. Sollte Ihnen eine Kurzarbeitsbeihilfe für eine Ausfallzeit unter 90 % genehmigt worden sein, ist ein Änderungsbegehren für einen Arbeitszeitausfall bis 90 % zu stellen (IT-technisch ist kein höherer Prozentsatz möglich). Die entstandenen höheren Ausfallstunden (bis zu 100 %) können Sie in der Abrechnung anführen.

Sie wollen weitere Personen, die zunächst nicht von Kurzarbeit betroffen waren, in die Kurzarbeit einbeziehen und die Ihnen zugesagte maximale Beihilfenhöhe wird dadurch überschritten, aber nicht der genehmigte Arbeitszeitausfall von bis zu 50 %, bei besonders betroffenen Betrieben bis zu 70 % bzw. in Sonderfällen bis zu 90 %.

Achtung: Voraussetzung ist, dass diese Personen ein Dienstverhältnis mit zumindest einem vollentlohnten Kalendermonat vor Beginn der Kurzarbeit in Ihrem Betrieb haben und von der angepassten Sozialpartnervereinbarung umfasst sind.

Beispiel:
Eine Arbeitnehmerin soll mit 12.07.2021 in Kurzarbeit gehen. Die Kurzarbeit im Betrieb hat aber bereits am 01.07.2021 begonnen. Die Arbeitnehmerin muss zumindest im ganzen Juni 2021 voll entlohnt bei Ihnen beschäftigt gewesen sein.

Das Begehren müssen Sie spätestens vor Übermittlung jener monatlichen Teilabrechnung stellen, in der Sie die neu von Kurzarbeit betroffenen Personen abrechnen wollen. In bereits abgerechnete Monate können keine weiteren Personen aufgenommen werden.

Kein Änderungsbegehren ist einzureichen, wenn

sich die Ausfallstunden reduzieren

die Kurzarbeit vorzeitig beendet wird.

Wenn weniger Ausfallstunden anfallen als geplant, rechnen Sie in den monatlichen Teilabrechnungen den realen Umständen entsprechend weniger Ausfallstunden ab. Dem Arbeitsmarktservice ist keine zusätzliche Information zu übermitteln.

Wollen Sie die Kurzarbeit vorzeitig beenden, ist das Arbeitsmarktservice über den genauen Beendigungstermin zu informieren. Verwenden Sie hierfür im Zuge der Übermittlung der letzten Monatsabrechnung das Textfeld „Inhalt“ und/oder übermitteln Sie uns die Information unter Verwendung der „Nachricht an das AMS“ aus dem Geschäftsfall zu Ihrer COVID-19 Kurzarbeitsbeihilfe.

Achtung: Beachten Sie bitte auch die erforderlichen Schritte, die aufgrund Ihrer Sozialpartnervereinbarung erforderlich sind.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 19. Juli 2021