Beschäftigungsbewilligung für Saisonarbeitskräfte (Kontingentbewilligung)

Zur Deckung eines vorübergehenden zusätzlichen Arbeitskräftbedarfs kann der Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz ausländische Arbeitskräfte in einem bestimmten Wirtschaftszweig, in einer bestimmten Berufsgruppe oder Region mit Verordnung zulassen.

Die Kontingentbewilligung ist mit sechs Monaten befristet.  Wie auch bei regulären Beschäftigungsbewilligungen gilt das Prinzip des "Inländervorranges" und der "Gemeinschaftspräferenz", d.h. dass das AMS von Gesetzes wegen zu prüfen hat, ob für den konkreten Arbeitsplatz eine inländische oder in Österreich bereits niedergelassene EU-Arbeitskraft aufgrund ihrer Qualifikation oder Vorbeschäftigung auf den Arbeitsplatz vermittelt werden kann. Nur wenn feststeht, dass eine solche Arbeitskraft nicht zur Verfügung steht, darf die Kontingentbewilligung erteilt werden.

Abweichendes gilt für sogenannte "Stamm-Saisonniers". Stamm-Saisonarbeitskräfte sind Personen, die in den Jahren 2006 - 2010 jeweils mindestens vier Monate als Saisonnier im Gastgewerbe oder in der Land- und Forstwirtschaft versicherungspflichtig gearbeitet haben. Sie besitzen eine Bestätigung des AMS, die sie als "Stamm-Arbeitskraft" ausweist. Diese Bestätigung ersetzt n i c h t die Saisonbewilligung ! Die Saisonbewilligung für einen Stammsaisonnier ist aber nicht an einen Kontingentplatz gebunden und eine Ersatzkraft-Suche ist nicht erforderlich.

Bei der Antragstellung für befristet zugelassene Arbeitskräfte ist zu beachten, dass für sichtvermerkspflichtige Ausländer/innen vorweg eine Sicherungsbescheinigung beantragt werden muss (zur Erlangung eines Aufenthalts-Reisevisums).

Für Ausländer/innen, die zur sichtvermerksfreien Einreise, nicht aber zur Niederlassung berechtigt sind, muss  vom Arbeitgeber eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung von der zuständigen Fremdenpolizeibehörde eingeholt werden. Erst bei Vorliegen dieser Bescheinigung kann die Kontingentbewilligung ausgestellt werden.

Für die Landwirtschaft sind außerdem "Erntehelferbewilligungen" vorgesehen, für die alljährlich gesonderte Kontingente eingerichtet werden. Die Geltungsdauer dieser Bewilligungen ist jedenfalls mit sechs Wochen beschränkt. Sie gelten während ihrer Gültigkeitsdauer als Aufenthaltstitel.

Den Antrag bringt der Arbeitgeber in der für den Arbeitsort zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS ein. Für den Antrag sind gesetzlich vorgeschriebene Formulare zu verwenden.

Anfallende Gebühren: Antragsgebühr: € 14,30, pro gebührenpflichtige Beilage: € 3,90; bei Erteilung der Kontingentbewilligung  ist eine Verwaltungsabgabe von  € 6,50 zu entrichten.