AMS präsentiert Studie zu den Erfolgsfaktoren in der beruflichen Rehabilitation und gibt Einblick in aktuelle Entwicklungen am burgenländischen Arbeitsmarkt
Mit einer beruflichen REHA gelingt ein beruflicher Wiedereinstieg nach Krankheit oder Unfall
Viele Menschen sind gesundheitlich beeinträchtigt – sei es körperlich, kognitiv oder psychisch – und sind dadurch arbeitslos oder unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht. Hier setzt die freiwillige berufliche Rehabilitation an: ein gemeinsames Angebot des Arbeitsmarktservice, der Pensionsversicherungsanstalt und des beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrums (BBRZ).
Krankheitsbedingtes Ausscheiden aus dem aktiven Erwerbsleben soll damit vermieden und die Erwerbsfähigkeit wiederhergestellt sowie nachhaltig gesichert werden.
„Im Rahmen einer beruflichen REHA werden Menschen nach einem Unfall oder nach einer Krankheit beim Wiedereinstieg ins Erwerbsleben unterstützt und ein mögliches Verharren in die dauerhafte Arbeitslosigkeit verhindert. Dieser Weg ist für die Betroffenen sehr wertvoll: es wird Ihnen geholfen, wieder arbeitsfähig und selbständig zu werden. Damit gewinnen sie an Lebensqualität. Daher liegt uns dieses Thema sehr am Herzen. In unseren Regionalstellen verfügen wir über eigene REHA-Beratungsteams. Für das laufende Jahr haben wir 1 Mio. Euro für berufliche REHA-Maßnahmen vorgesehen“, erklärt Mag.a Helene Sengstbratl, Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland.
Forschungsergebnisse zeigen: Berufliche REHA wirkt
Das AMS hat in Zusammenarbeit mit abif eine Studie zur Wirksamkeit der beruflichen REHA durchgeführt. Die Abbruchquoten sind niedrig und die berufliche REHA ist gut an die Bedürfnisse der Teilnehmenden angepasst. 80% konnten erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden.
„Wir sind am richtigen Weg und freuen uns über die positiven Ergebnisse der Studie. Der Schlüssel zum Erfolg ist frühes Erkennen und konsequentes Begleiten. Es ist ein Prozess, zu dem das AMS maßgeblich beiträgt. Ein großes Dankeschön an unsere REHA-Berater_innen, die in allen Geschäftsstellen wichtige Expert_innen sind und an unsere Partner_innen (PV, BBRZ, fit2work) für die tolle Zusammenarbeit“, betont Mag.a Helene Sengstbratl.
Die gewonnenen Ergebnisse fließen direkt in die Arbeit des AMS Burgenland ein. Aus der Studie entstand ein Pilotprojekt - eine neue Beratungs- und Betreuungs-einrichtung. In dieser wird die Nachbetreuung für Teilnehmer_innen des BBRZ angeboten, die bei anhaltenden psychischen oder physischen Beeinträchtigungen zusätzliche Unterstützung benötigen. Die Finanzierung erfolgt mit rund 100.000 Euro durch AMS Burgenland.
Rück- und Ausblick zum burgenländischen Arbeitsmarkt
Neben der Forschungsstudie wurde ein Rück- und Ausblick zum burgenländischen Arbeitsmarkt präsentiert. Das Jahr 2025 war geprägt von einer Wirtschaftsflaute, die sich negativ auf den burgenländischen Arbeitsmarkt ausgewirkt hat.
„Die Prognose eines nur schwachen Wirtschaftswachstums hat sich für 2025 bestätigt. Die Arbeitslosigkeit stieg bereits das dritte Jahr in Folge. 2025 waren durchschnittlich 8.458 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren +3,3% mehr Personen als im Jahr davor. So trist das Jahr 2025 am Arbeitsmarkt war, rechnen wir für das laufende Jahr mit einer positiven Entwicklung – jedoch erst im zweiten Halbjahr. Das heißt weiterhin: Geduld haben und zuversichtlich bleiben“, so Helene Sengstbratl, Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland zur Arbeitsmarktlage.
Beschäftigungszuwachs, Rückgang an offenen Stellen, höheres Interesse an Lehre
2025 stieg die Beschäftigung im Burgenland um 0,1% auf 112.884 Personen.
10.936 offene Stellen wurden dem AMS Burgenland neu gemeldet. Das waren etwas weniger als im Jahr davor (-1,1%).
Das Interesse an Lehre stieg im Burgenland deutlich an. 1.725 Zugänge an Lehrstellensuchenden wurden 2025 gezählt. Das sind um 13% mehr als 2024.
13.000 Burgenländer_innen fanden 2025 mithilfe des AMS einen Job
13.232 arbeitslose Burgenländer_innen fanden im Vorjahr auch durch das AMS wieder einen Job. Ein wichtiges Instrument dabei waren Jobangebote des AMS: An AMS-Kund_innen wurden 2025 insgesamt 125.042 Vermittlungsvorschläge für offene Stellen ausgegeben.
157,5 Mio. Euro finanzielle Unterstützung an Kund_innen
157,5 Mio. Euro Leistungen der Arbeitslosenversicherung wurden im Jahr 2025 an Kund_innen ausbezahlt. Den Großteil davon machen Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Altersteilzeitgeld sowie das Weiterbildungsgeld aus.
Während im Jahr 2024 654 Personen Weiterbildungsgeld bekommen haben, das war Höchststand, waren es im Jahr 2025 insgesamt 542 Personen. Die Mehrheit der Bezieher_innen waren Frauen – 481 Frauen, 61 Männer.
Aktive Arbeitsmarktpolitik: Qualifizierung als Schwerpunkt, weniger Fördermittel zur Verfügung
Im Jahr 2025 förderte das AMS Burgenland die Qualifizierung von 2.723 Personen. 2025 standen dem AMS Burgenland 41,2 Mio. Euro zur Verfügung.
Ausblick 2026: Entspannung am Arbeitsmarkt, Einsparungen in der aktiven Arbeitsmarktpolitik und viele neue Regelungen für Arbeitslose
Für 2026 wird ein weiteres Beschäftigungswachstum von +0,6% erwartet. Ab dem zweiten Halbjahr dürfte sich der Arbeitsmarkt entspannen: Insgesamt wird für 2026 mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um –3,0% gerechnet.
Für arbeitsmarktpolitische Förderungen stehen im Jahr 2026 rund 37,1 Mio. Euro zur Verfügung. Damit ist das AMS Burgenland gefordert, in der aktiven Arbeitsmarktpolitik deutlich einzusparen. Ein zentraler strategischer Schwerpunkt ist das Programm 55+, für das österreichweit zusätzliche Mittel bereitgestellt werden.
Mit 2026 treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft – darunter das Ende des Zuverdienstes neben Arbeitslosigkeit, die Einführung der Teilpension, Änderungen bei der Altersteilzeit sowie die Weiterbildungsbeihilfe als neues Nachfolgemodell der bisherigen Bildungskarenz.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 28. Januar 2026