Pressegespräch AMS & BBRZ: Neue Chancen. Starke Vermittlung. Erfolgreiche Rehabilitation. Kundin und Unternehmen aus dem Burgenland erzählen ihre Geschichte.
Für Menschen, die ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, stellt sich die Frage: Wie kann es beruflich weitergehen? Genau hier setzt die berufliche Rehabilitation des Arbeitsmarktservice an. Gemeinsam mit den Betroffenen werden neue berufliche Perspektiven entwickelt, vorhandene Stärken gefördert und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Rückkehr auf den Arbeitsmarkt geschaffen. Dabei geht es um weit mehr als Qualifizierung. Ebenso wichtig sind die Stärkung der eigenen Ressourcen, der Aufbau von Gesundheitskompetenz und ein konstruktiver Umgang mit der jeweiligen gesundheitlichen Situation. Ziel ist es, gemeinsam einen passenden beruflichen Weg zu finden, der zu den persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten passt.
Neue Perspektiven statt beruflicher Sackgasse
Rund jede dritte arbeitslose Person ist von gesundheitlichen Einschränkungen betroffen. Allein im Burgenland sind bei rund 3.000 Arbeitsuchenden medizinische Befunde für die Vermittlung relevant. Besonders häufig sind dabei Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie psychische Erkrankungen wie Angst- und Anpassungsstörungen oder Depressionen. Wenn dadurch ein Berufswechsel notwendig wird, begleiten die spezialisierten Reha-Berater_innen des AMS Burgenland Betroffene bei ihrer beruflichen Neuorientierung.
Die Ergebnisse des AMS-Forschungsprojekts (2025) unterstreichen die Bedeutung der beruflichen Rehabilitation im Burgenland: Rund 80% der Absolvent_innen nehmen innerhalb eines Jahres eine nachhaltige Beschäftigung auf.
„Gesundheit am Arbeitsplatz ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Menschen langfristig im Berufsleben bleiben können. Wer sich wohlfühlt und gesund ist, kann seine Stärken besser einbringen und hat auch bessere Voraussetzungen, gute Arbeit zu leisten. Wenn eine Erkrankung oder Beeinträchtigung den bisherigen Berufsweg verändert, ist das für die Betroffenen oftmals eine große Herausforderung. Es ist aber nicht das Ende der beruflichen Perspektive, sondern kann der Beginn einer beruflichen Neuorientierung sein. Die berufliche Rehabilitation kann dabei helfen, neue Wege zu finden. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen, sondern auch Unternehmen und damit letztlich der gesamte Arbeitsmarkt“, betont Mag.a Helene Sengstbratl, AMS-Landesgeschäftsführerin.
Enge Zusammenarbeit mit BBRZ
Ein wichtiger und unverzichtbarer Partner des AMS bei der beruflichen Rehabilitation ist das Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ). Da es im Burgenland keine eigenen BBRZ-Standorte gibt, werden burgenländische Kund_innen in den geografisch nächstgelegenen Geschäftsstellen betreut – unter anderem in Wiener Neustadt, Wien und in der Steiermark.
2025 und 2026 absolvierten 197 burgenländische Kund_innen eine berufliche Rehabilitation an verschiedenen BBRZ-Standorten. Aktuell sind es 71 Kund_innen (Stand: Ende August 2026), davon 46 Kund_innen am BBRZ-Standort Wiener Neustadt.
„Berufliche Reha kann uns alle betreffen. Wir sehen im BBRZ nicht die Einschränkungen, sondern die Stärken und Möglichkeiten jedes Menschen. Gemeinsam schaffen wir neue Perspektiven, wenn der bisherige berufliche Weg nicht mehr weiterführt“, betont Dagmar Karner, Geschäftsleitung des BBRZ Niederösterreich.
Berufliche Chancen neu denken: Geschichten aus der Praxis
Anika Perner war selbst Kundin beim BBRZ und absolvierte eine berufliche Rehabilitation. Die Unterstützung durch das BBRZ war für ihren Weg zurück ins Berufsleben sehr wertvoll. Im Rahmen eines Praktikums bei Radel & Hahn in Mattersburg sammelte sie erste praktische Erfahrungen. Heute arbeitet Anika Perner im Betrieb.„Es gibt immer einen Weg. Wichtig ist der erste Schritt. Durch das BBRZ kann man nur profitieren, in jeglicher Hinsicht!“,, erzählt Anika Perner.
Dass berufliche Rehabilitation auch für Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnet, zeigt das Beispiel von Radel & Hahn. Durch das Praktikum konnte das Unternehmen Frau Perner besser kennenlernen und ihre Stärken im Arbeitsalltag erleben. „Wir schätzen Menschen, die Motivation und Eigeninitiative zeigen und bereit sind, sich zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit dem BBRZ bietet uns dabei einen echten Mehrwert: Während das BBRZ die Ausbildung übernimmt, können die Teilnehmer_innen bei uns über einen längeren Zeitraum praktische Erfahrungen sammeln und gleichzeitig unser Team im Arbeitsalltag unterstützen. So kann man sehen, ob es fachlich und menschlich langfristig passt. Dass dieser Weg funktioniert, zeigt Frau Perner, die ein unverzichtbarer Teil unseres Teams ist“, betont Stefanie Hahn-Hammerschmidt, MA, Geschäftsführerin von Radel & Hahn.
AMS und BBRZ wollen damit zeigen: Gesundheitliche Einschränkungen müssen nicht das Ende einer beruflichen Laufbahn bedeuten. Mit individueller Unterstützung, gezielter Qualifizierung und engagierten Unternehmen können neue Wege am Arbeitsmarkt entstehen.
Der Forschungsbericht zu „Evaluierung der beruflichen Reha im AMS Burgenland“ ist hier zu finden: www.ams.at/forschungsnetzwerk.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 08. Oktober 2026