Umsetzung der Ausbildungsgarantie für niederösterreichische Jugendliche kann starten

2019: Insgesamt 46 Millionen € stehen für hochwertige Ausbildung bereit.


  • Veröffentlicht 05.12.2018
  • Bundesland Niederösterreich

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Niederösterreich sinkt, die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften durch die Wirtschaft hält ungebrochen an. Allerdings: 40% der jungen Jobsuchenden können nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen. Ohne Förderung der öffentlichen Hand laufen diese jungen Menschen Gefahr, mindestens zwölf Jahre ihres Berufslebens arbeitslos zu sein. Und die niederösterreichischen Unternehmen finden nicht jene Fachkräfte, die sie so dringend brauchen. Die niederösterreichische Ausbildungsgarantie ist startklar für Umsetzung mit 1. Jänner 2019. Sechs Träger stehen an insgesamt 39 Standorten mit 6.964 Plätzen bereit, um jungen Menschen den Einstieg in hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Landesrat Martin Eichtinger und der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS), Sven Hergovich präsentieren die Eckpfeiler der niederösterreichischen Ausbildungsgarantie. Unter anderem zwei neue Projekte, die flächendeckend mit Jahresbeginn für Niederösterreichs Jugendliche ausgerollt werden: die Jugendbildungszentren und „Auf zum Lehrabschluss“.

Landesrat Eichtinger und AMS-Chef Sven Hergovich präsentieren die niederösterreichische Ausbildungsgarantie in der Weinviertler MechatronikerInnen Akademie, in der derzeit 28 Jugendliche über Finanzierung des Arbeitsmarktservice und des Landes NÖ im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrausbildung ihre Lehre als MechatronikerIn, ElektrotechnikerIn und MetalltechnikerIn absolvieren. Unter ihnen auch vier Mädchen.

„Die Zahl der jobsuchenden Jugendlichen in Niederösterreich ist zuletzt um 16,2% stark gesunken. Die Mehrheit der jungen Menschen, die beim AMS derzeit vorgemerkt sind, nämlich 40%, kann aber nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen“, so Sven Hergovich. Die demographische Entwicklung macht deutlich, dass der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in Zukunft sogar noch weiter steigen wird. Um den Betrieben am Wirtschaftsstandort Niederösterreich den zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern und jungen Menschen den Einstieg in eine hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, haben AMS und Land NÖ eine eigene niederösterreichische Ausbildungsgarantie beschlossen, die nun umgesetzt wird.

Diese beruht auf drei Säulen:

  • Jugendbildungszentren (Start: Jänner 2019): Als Voraussetzung für einen erfolgreichen Einstieg in eine Lehre oder einen Beruf etablieren das Land NÖ und das AMS modular aufgebaute Jugendbildungszentren. An sieben Standorten werden bis zu 4.600 Jugendliche von einem breit aufgestellten Ausbildungsprogramm profitieren. Die Kosten von 11,24 Millionen Euro trägt zu 50% das AMS NÖ, weitere 50% werden vom Europäischen Sozialfonds über das Land NÖ bereitgestellt.
  • „Auf zum Lehrabschluss“ (Start: Jänner 2019): Jugendlichen, die ihre Lehrausbildung zum Großteil hinter sich gebracht haben oder eine mindestens 2-jährige Berufserfahrung vorweisen können, werden im Rahmen dieses Programmes gezielt auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet. Insgesamt 248 Plätze an fünf Standorten in Niederösterreich stehen dafür zur Verfügung. Die Kosten, die 2019 1,02 Millionen Euro betragen, werden zu gleichen Teilen vom AMS Niederösterreich und vom Europäischen Sozialfonds über das Land NÖ getragen.
  • Überbetriebliche Lehrausbildung für das Ausbildungsjahr 2018/19: Ergänzend zu den neuen Programmen wird als dritte Säule der Ausbildungsgarantie die Überbetriebliche Lehrausbildung im kommenden Ausbildungsjahr 2018/19 fortgeführt. In einer Kombination von Lehrgängen und Praktika und in betrieblichen Lehrwerkstätten können sich Jugendliche, die eine Lehre abgebrochen haben oder trotz intensiver Bemühungen keine betriebliche Lehrstelle finden konnten, auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten. In den Lehrwerkstätten und Lehrgängen stehen dafür 2.116 Ausbildungsplätze zur Verfügung. 31 Millionen Euro der Gesamtkosten (2018/19) übernimmt das Arbeitsmarktservice Niederösterreich, 2,5 Millionen Euro das Land NÖ.


Rückfragehinweis für die Redaktion:

AMS NÖ: Mag. Martina Fischlmayr; Tel.: 0664/83 50 517.

Pressesprecher Landesrat Eichtinger: Mag. Markus Habermann; Tel.: 0676/812 12 361

Diese Seite wurde aktualisiert am: 11. März 2020