Aktuelles vom niederösterreichischen Arbeitsmarkt - April 2020

Coronavirus-Krise belastet nö. Arbeitsmarkt weiterhin stark


  • Veröffentlicht 04.05.2020
  • Bundesland Niederösterreich

Der nö. Arbeitsmarkt reagiert stark auf die Maßnahmen der österreichischen Regierung gegen die Coronavirus-Pandemie. Innerhalb von wenigen Tagen nach Erlass der Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen schnellte die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Sie ist entgegen dem Trend aller bisherigen Jahre auch im April gegenüber März nicht gesunken, sondern weiter (um 1.759 oder 2,2%) gestiegen und erreichte Ende April ein Rekordniveau von 80.199. Damit lag sie um 32.955 Personen (od. 69,8%) über dem Wert des Vorjahres. Hinzu kommen 7.330 beim AMS als Schulungsteilnehmer registrierte Personen.

Kurzarbeit wird von den nö. Betrieben stark in Anspruch genommen
Kurzarbeit ist für Unternehmen ein Weg, Lohnkosten aufgrund behördlicher Einschränkungen oder zurückgehenden Arbeitsanfalls wegen des Coronavirus sozial verträglich spürbar zu reduzieren. „Mit einer Coronavirus-Kurzarbeit können Kosten reduziert, Einkommen gesichert, Arbeitslosigkeit verhindert und gleichzeitig Personal für die Zeit nach der Krise gehalten werden“, betont AMS NÖ Geschäftsführer Sven Hergovich.

„Wie dramatisch die Arbeitsmarktlage wirklich ist zeigt sich bei der Inanspruchnahme der Kurzarbeit: seit Mitte März hat das AMS NÖ 16.414 Anträge auf Kurzarbeit genehmigt; das sind 96,2% aller entscheidbaren Anträge. Mit der Kurzarbeit sichert das AMS NÖ 217.584 Arbeitsplätze in NÖ Unternehmen“, so Hergovich weiter.

Arbeitsmarktentwicklung nach Personengruppen und Branchen
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr betrifft Frauen und Männer in etwa gleichem Ausmaß und auch alle Altersgruppen. Allerdings ist er bei den Jugendlichen mit +114,6% deutlich stärker als bei den Älteren über 50 (+45,4%).
Bei Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft (+9.134 od. +92,5% auf 19.011) stieg die Arbeitslosigkeit stärker als an als bei InländerInnen (+63,8%).
Nach Branchen zeigten sich Ende April die größten Anstiege an vorgemerkten Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr in der Beherbergung und Gastronomie (+8.230 od. 197,5%), im Handel (+4.760 od. 53,3%), bei der Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung; +4.743 od. 61,9%) sowie in der Baubranche (+3.270 od. 104,6%).

Starker Einbruch auch am Stellenmarkt
Die Arbeitsaufnahmen sind im April im Vorjahresvergleich um „nur mehr“ 1.610 (od. 16,3%) gesunken (im März betrug der Einbruch noch -37%). Ebenso sind im April der Stellenzugang
(-60,7%) und die Stellenbesetzungen (um -61,1% auf 2.520) zurückgegangen.
Ende April 2020 waren 645 Lehrstellen zur sofortigen Besetzung gemeldet (Rückgang um 160 oder -19,9%). Lehrstellensuchend ließen sich insgesamt 1.288 Personen registrieren, das sind im Vorjahresvergleich um 495 Personen oder 62,4% mehr.
 

Diese Seite wurde aktualisiert am: 04. Mai 2020